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Für Menschen mit Immunschwäche - Stiko empfiehlt nun Auffrischungsimpfungen

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Die Stiko hat sich jetzt für Auffrischungsimpfungen für immungeschwächte Menschen ausgesprochen. Auf eine generelle Empfehlung für Booster bei Senioren verzichtet sie jedoch.

Biontech-Impfstoff. Symbolbild
Die Stiko empfiehlt sogenannte Booster-Impfungen bisher nur Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat in der Corona-Pandemie vorerst auf eine generelle Empfehlung für Auffrischungsimpfungen bei Senioren verzichtet. Das Gremium empfiehlt die sogenannten Booster bisher allein Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Eine Empfehlung nach Altersgruppen gebe die Kommission derzeit noch nicht, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens und bestätigte damit einen Bericht der Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Stiko-Empfehlung nur für Immungeschwächte

Bei der aktuellen Stiko-Empfehlung geht es, laut Mertens, um Menschen mit Immundefekten oder Erkrankungen, bei denen das Immunsystem medikamentös herunterreguliert wird, etwa bei Autoimmunerkrankungen oder nach einer Transplantation.

Da sich in den USA viele weiterhin nicht impfen lassen, bleibt reichlich Impfstoff über. Deshalb hat die Arzneimittelbehörde nun Drittimpfungen für Alte und Kranke freigegeben.

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Es soll aber innerhalb dieser Gruppen je nach Ausmaß der Immunsuppression differenziert werden, sagte Mertens der Deutschen Presse-Agentur. So solle sich der Zeitpunkt der Impfung danach richten, wie weit das Immunsystem geschwächt sei.

Unklar, ob Booster bald auch für andere empfohlen werden

"Wann für Nichtrisikopatienten eine Auffrischungsimpfung nötig sein wird, ist wissenschaftlich deutlich schwerer zu beantworten", sagte Mertens. "Die Entscheidung über eine Empfehlung dazu wird zumindest noch etwas dauern." 

Stiko-Mitglied Fred Zepp ergänzte, die Impfkommission werde mit Unterstützung des Robert Koch-Instituts prüfen, wie häufig und wie ausgeprägt Covid-19-Erkrankungen aktuell in höheren Altersgruppen auftreten. "Sollte sich herausstellen, dass es ab einem bestimmten Alter gehäuft zu Impfdurchbrüchen kommt, könnte es auch zu einer allgemeinen Impf-Empfehlung etwa ab 60, 70 oder 80 Jahren kommen", sagte Zepp den Funke-Zeitungen.

Mehr als 50 Millionen Menschen hierzulande sind mittlerweile vollständig geimpft. Nun werden auch in Baden-Württemberg besonders vulnerable Gruppen zum dritten Mal geimpft.

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Für Auffrischungsimpfungen hatte sich Anfang August die Gesundheitsministerkonferenz ausgesprochen. Seit rund drei Wochen ist der dritte Piks für Senioren und immungeschwächte Menschen deshalb bereits ohne Stiko-Empfehlung bundesweit zu haben. Dabei erhalten vollständig geimpfte Menschen nach rund schs Monaten eine weitere Dosis eines zugelassenen Impfstoffs.

Spahn: Nicht warten, bis Menschen sterben

Damit soll ihr Immunsystem nochmals gegen Sars-CoV-2-Viren gestärkt werden. Rund 486.500 Bundesbürger haben dieses Angebot bislang bereits angenommen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte diese Strategie Anfang September. Er wolle "nicht warten, bis in den Pflegeheimen wieder Menschen sterben", sagte er.

Doch es gab auch negative Stimmen: Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, kritisiert dagegen das Vorpreschen der Bundesländer. "Das Votum der Stiko galt es abzuwarten", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Er sei auch weiterhin kein Freund von ungeprüften Booster-Massenimpfungen. "Mit einer Blutuntersuchung lässt sich mit Blick auf SARS-CoV-2 der Immunstatus eines jeden Menschen checken", urteilte er. An den T-Zell-Werten könne abgelesen werden, wie gut ein Mensch geschützt sei - und ob er bereits eine weitere Impfung brauche.

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