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Kinder und Jugendliche : Stiko-Chef: Impfung ist "kein Lakritzbonbon"

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Manches laufe falsch in der Debatte über Corona-Kinderimpfungen, findet Stiko-Chef Mertens - etwa das Thema Schule damit zu verknüpfen.

Eine Spritze wird aufgezogen. Symbolbild
Corona-Impfung: Zu wenig Studiendaten über Kinder
Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Die Ständige Impfkommission wirbt um Verständnis für die zögerliche Haltung bei Kinderimpfungen gegen Corona. "Den Kindern bietet man ja kein Lakritzbonbon an", sagte Stiko-Chef Thomas Mertens im Corona-Podcast des NDR. "Das ist ein medizinischer Eingriff, und der muss eben entsprechend indiziert sein."

Die Entscheidung, ob die Stiko empfehle, alle Kinder zwischen zwölf und 16 Jahren gegen das Coronavirus zu impfen, müsse "auf der besten verfügbaren Evidenzbasis getroffen werden", so Mertens. Die Daten aus der Zulassungsstudie des Herstellers reichten dafür nicht aus:

Die Zahl der in der Studie geimpften Kinder ist einfach zu gering, um eine belastbare Aussage über die Sicherheit in dieser Altersgruppe zu machen.
Stiko-Chef Mertens im NDR

Immerhin 1,3 Prozent der 1.100 in der Studie geimpften Kinder hätten schwere Reaktionen gezeigt.

Schwere Covid-Erkrankung bei Kindern "Rarität"

Bei der Entscheidung für oder gegen eine Empfehlung müssten aber auch andere Faktoren berücksichtigt werden, etwa das Krankheitsrisiko oder die Frage der Herdenimmunität. Dass Kinder schwer an Covid-19 erkranken, sei "wirklich eine ausgesprochene Rarität", sagte Mertens. Strittig sei nur die Frage, ob es eine generelle Empfehlung gebe. Dass die Stiko empfehlen werde, Kinder mit Vorerkrankungen zu impfen, "daran kann eigentlich kein vernünftiger Zweifel bestehen".

In der Debatte um die Kinderimpfungen würden viele Argumente "leichthin" ins Feld geführt, kritisierte Mertens. So sei es "nicht besonders sinnvoll", das Thema Schule mit der Impfdebatte zu verknüpfen. "Die Stiko - und ich glaube auch viele andere vernünftige Leute - halten diese sprachliche Verbindung von Impfung als Voraussetzung für das normale Leben der Kinder für einen Irrweg."

Mertens: Debatte über Schulimpfkampagne "grenzwertig"

Auch der Nutzen für die Herdenimmunität sei gering: "Man sollte die Hoffnung auf den epidemiologischen Effekt nicht übertreiben." So lange der Impfstoff knapp sei, müsse man sich entscheiden, ob man lieber Jugendliche oder Erwachsene impfe. Die Idee einer großen Schulimpfkampagne nannte Mertens "wirklich von der Logik her meines Erachtens grenzwertig".

Nach einer entsprechenden Empfehlung der Arzneimittelbehörde EMA hatte die EU-Kommission am Montag offiziell die Zulassung für die Impfung von Kindern ab zwölf Jahren mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer erteilt. Die Stiko deutete aber bereits mehrfach an, dass sie möglicherweise keine allgemeine Impfempfehlung für alle Kinder geben will, sondern nur für vorerkrankte Kinder.

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