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FAQ

Impfdurchbrüche : Wie wahrscheinlich stecken sich Geimpfte an?

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Trotz steigender Impfquote ist immer wieder von geimpften Infizierten die Rede. Wie kann das sein? Können Infizierte das Coronavirus übertragen, ohne zu erkranken? Ein Überblick.

Zahlreiche Menschen bevölkern eine Fußgängerzone
Viele Menschen - eine Gefahr trotz Impfung?
Quelle: dpa

Eine aktuelle Nachricht aus London gibt neue Hoffnung: Laut einer britischen Studie des Imperial College of London haben ungeimpfte Menschen ein dreimal so hohes Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken wie vollständig Geimpfte. Seit April vergangenen Jahres lässt das britische Gesundheitsministerium die sogenannte "REACT 1"-Studie monatlich durchführen, um die Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu untersuchen.

"Diese Ergebnisse bestätigen unsere vorherigen Daten und zeigen, dass eine vollständige Impfung guten Schutz davor bietet, sich zu infizieren", sagte der Studienleiter Paul Elliot einer Mitteilung zufolge.

Wie gefährdet geimpfte Menschen sind und warum wir wahrscheinlich auch in Zukunft weiter impfen - ein Überblick zu Impfdurchbrüchen.

Wie gut sind Geimpfte geschützt?

Da naturgemäß kein Impfstoff eine hundertprozentige Wirksamkeit hat, gibt es auch für Geimpfte ein gewisses Risiko, sich anzustecken. Aber: "Die Chance, sich zu infizieren, ist deutlich geringer, wenn man geimpft ist", sagt der Leipziger Impfstoff-Forscher Torben Schiffner, der an der University of Oxford zur Impfstoffentwicklung promoviert hat.

Wie leicht können Geimpfte Andere infizieren?

Für Geimpfte "sinkt auch die Wahrscheinlichkeit der Weitergabe des Erregers, zumal die Viruslast eines geimpften Infizierten im Regelfall deutlich niedriger ist als bei einer ungeimpften Person", erklärt Christian Bogdan, Direktor des Instituts für Mikrobiologie und Infektionsimmunologie an der Uniklinik Erlangen. Bogdan ist auch Mitglied der Ständigen Impfkommission.

Wenn ich einen asymptomatischen Verlauf habe, also beispielsweise weder Husten noch Schnupfen habe, wird zusätzlich die Wahrscheinlichkeit, das Virus auszuscheiden, geringer.
Christian Bogdan, Direktor des Instituts für Mikrobiologie und Infektionsimmunologie an der Uniklinik Erlangen

Trotzdem verweist Bogdan auch weiterhin auf die Notwendigkeit, andere Präventionsmaßnahmen wie das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung und Abstandsgebote aufrechtzuerhalten.

Gilt das auch für die Delta-Variante?

"Was die Weitergabe der Delta-Variante durch Geimpfte betrifft, ist die Datenlage für diese noch relativ neue Variante noch nicht gut genug, um das schlussendlich beurteilen zu können", sagt Schiffner.

Trotzdem: "Wenn man an Covid-19 erkrankt, ist die Chance deutlich geringer, jemand Weiteren damit anzustecken, wenn man bereits vollständig geimpft ist - zumindest gilt das für die Ursprungs-Variante", so Schiffner.

Seiner Einschätzung nach hat sich dieser Umstand aber auch für die aktuell weit verbreitete Delta-Variante nicht geändert. Woran das liegt?

Geimpfte haben eine bessere Immunantwort auf das Virus.
Torben Schiffner, Impfstoff-Forscher am Institut für Wirkstoffentwicklung der Universität Leipzig

Auch wenn die Delta-Variante als deutlich aggressiver gilt, sei eine Impfung immer noch zu empfehlen, damit der Körper sozusagen besser vorbereitet sei.

Der Forscher rät weiterhin dringend zur Impfung. Selbst, wenn es zu einem Impfdurchbruch komme, habe man durch die Impfung eine wesentlich größere Chance, dass die Erkrankung milder verlaufe.

Ein Impfling erhält eine Dosis des Biontech/Pfizer-Vakzins gegen das Coronavirus.
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Können Geimpfte Andere anstecken, ohne selbst zu erkranken?

"Wie groß die Wahrscheinlichkeit genau ist, als Geimpfter ohne Symptome infiziert zu sein und dabei das Virus weiter zu geben, ist schwer exakt zu beziffern, weil hierzu komplexe kontrollierte Studien zur Erregerübertragung zwischen geimpften und ungeimpften Personen notwendig wären", so Bogdan.

Schützen die Impfungen langfristig?

Das Thema Booster-Impfungen wird weiter von großer Bedeutung sein. "Wir wissen nicht, wie stark das Spikeprotein noch mutieren wird, aber es kann sich nicht unendlich verändern, da es weiterhin seine Grundfunktion - nämlich das Eindringen in die menschliche Zelle - erfüllen muss", sagt Schiffner.

Trotzdem ist die Gefahr, dass das Virus so stark mutiert, dass der Impfstoff dann nicht mehr wirkt.
Torben Schiffner, Impfstoff-Forscher am Institut für Wirkstoffentwicklung der Universität Leipzig

Aber er gibt auch Entwarnung: "Im schlimmsten Fall muss man den Impfstoff dann anpassen, das geht insbesondere bei mRNA-Impfstoffen relativ gut."

Schiffner verweist auf die Grippe-Impfung, die jährlich an die sich verändernden Grippeviren angepasst wird. "Ich kann mir vorstellen, dass es bei der Corona-Impfung ähnlich sein wird." Unklar sei der derzeit auch noch, wie groß der Abstand zwischen den Impfungen sein werde.

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