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Neue Zahlen zu Intensivstationen : 94 Prozent der Covid-Patienten ungeimpft

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94 Prozent der Covid-Patienten auf Intensivstation in Deutschland sind ungeimpft - das geht aus einem neuen Bericht des RKI hervor. Doch die Zahl der Impfdurchbrüche wird steigen.

Corona-Intensivstation. Archivbild
Welchen Einfluss haben Corona-Impfungen auf die Intensiv-Zahlen?
Quelle: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Die Corona-Schutzimpfungen zeigen eine deutliche Wirkung auf das Infektionsgeschehen in Deutschland - das schlägt sich immer mehr in den Zahlen nieder:

  • Auf den Intensivstationen sind über 94 Prozent der Covid-Patienten ungeimpft. Diese Zahl ergibt sich aus dem aktuellen Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI). Ende Juli bis Mitte August wurden 309 Covid-Patienten auf den Intensivstationen behandelt, nur 17 von ihnen waren geimpft.
  • Die Inzidenz ist bei Ungeimpften etwa zehnmal höher. Das zeigen aktuelle Zahlen aus Bayern: Die Sieben-Tage-Inzidenz bei Ungeimpften liegt dort bei 58, bei Geimpften nur bei knapp 6, wie Gesundheitsminister Klaus Holetscheck (CSU) Anfang dieser Woche bekannt gab.

Zahlen müssen vorsichtig interpretiert werden

Bei den Krankenhaus-Zahlen weist Karagiannidis darauf hin, dass die Daten aufgrund der geringen Fallzahlen noch nicht sehr genau sind - und auch nicht alle Patienten überhaupt wegen Covid in die Klinik kommen: "Wir haben natürlich auch Zufallsfunde. Das typische Beispiel: Ein Kind bricht sich ein Bein, durch Zufall kommt beim Test raus, dass das Kind mit Corona infiziert ist - obwohl es gar keine Symptome hat. Es landet als hospitalisiert mit Corona in der Statisitik -  und verzerrt natürlich die Statistik", so Karagiannidis. Deshalb sei die Interpretation der Hospitalisierungsrate so viel schwieriger als die Interpretation der Zahl der Intensivpatienten.

Auch beim Vergleich der Inzidenzen von Geimpften und Ungeimpften sollte bedacht werden: Eine Verzerrung könnte sich dadurch ergeben, dass sich Ungeimpfte häufiger testen lassen und so auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Zahl der Impfdurchbrüche steigt - weil es mehr Geimpfte gibt

Wenn auch manche Ungenauigkeit in den Zahlen steckt - sie spiegeln einen eindeutigen Trend: Die Impfungen wirken. Das zeigt sich auch in anderen Ländern: Hospitalislierungs- und Todeszahlen rangieren auf einem niedrigen Niveau, wenn die Impfquote hoch ist.

Gleichzeitig ist jedoch abzusehen, dass mit der wachsenden Anzahl von Geimpften auch die Zahl der Fälle von sogenannten Impfdurchbrüchen steigt - dass sich also Geimpfte mit Corona infizieren. Denn der Schutz, den die Impfstoffe bieten, schwankt zwischen 65 Prozent (Johnson & Johnson) bis zu 95 Prozent (Biontech/Pfizer) - kein Vakzin bietet einen 100-prozentigen Schutz.

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Durchbruchinfektionen würden sich vor allem bei Personen ereignen, "deren Corona-Impfung länger als sechs Monate zurückliegt", warnt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach in einem Interview mit der Funke Mediengruppe.

Vor allem vulnerable Gruppen betroffen 

Gut 13.000 Impfdurchbrüche zählte das RKI bisher laut dem Wochenbericht vom 19. August 2021. Die Dunkelziffer ist vermutlich höher, weil viele Geimpfte keine Symptome nach einer Infektion zeigen und nicht als Infizierte registriert werden. Daten aus Israel und den USA zeigen, dass solche Impfdurchbrüche meist Ältere oder Menschen mit Vorerkrankungen treffen. So ist es auch derzeit in Deutschland:

Die wenigen Fälle vollständig gegen das Coronavirus Geimpfter auf den Intensivstationen seien meist Patienten mit eingeschränktem Immunsystem, erklärt Karagiannidis. Aber:

Die Gesamtzahlen der Intensivpatienten mit Covid werden garantiert in den nächsten zwei Wochen nach oben springen. Das kann man jetzt schon absehen.
Christian Karagiannidis, Geschäftsführender Oberarzt Kliniken Köln

Bald größerer Anteil Geimpfter auf Intensivstationen

Und so wird auch der Anteil der Geimpften auf den Intensivstationen zunehmen. Doch das ist eine logische Folge der fortschreitenden Impfkampagne in Deutschland: Steigt die Impfquote, gibt es auf lange Sicht relativ weniger Krankenhauseinweisungen mit Covid-Patienten. Doch bei diesen steigt der Anteil der vollständig Geimpften.

Der britische Statistik-Experte Anthony Masters macht das in der Tageszeitung "Financial Times" an einem anschaulichen Beispiel deutlich: "Etwa zwei Drittel der Menschen, die in Großbritannien bei Verkehrsunfällen sterben, hatten einen Sicherheitsgurt angelegt. Das ist eine Konsequenz daraus, dass sich generell fast 99 Prozent beim Autofahren anschnallen." Die selbe Logik gelte, wenn es trotz hoher Impfquote immer noch schwere Krankheiten und Todesfälle gebe.

Seine Botschaft: Obwohl man auch mit Sicherheitsgurt bei einem Verkehrsunfall sterben kann, ist es dennoch eine gute Idee, sich anzuschnallen. Oder eben gegen Corona zu impfen.

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Virologe Christian Drosten hält flächendeckende Auffrischungsimpfungen im Herbst für unnötig. Eine Ausnahme bildeten bestimmte Risikopatienten sowie ältere Menschen.

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