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Neue Virusvariante - Südafrikas Kampf gegen Covid-19

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Im Januar sorgte ein Facebook-Video in Südafrika für Entsetzen. Es zeigt eine ältere Dame in einem Krankenhaus. "Holt mich hier raus", ruft sie. Und: "Ich werde so sterben."

Eine neue Corona-Mutation belastet das südafrikanische Gesundheitssystem. Die neue Variante des Virus ist sehr ansteckend, die Infektionsrate hoch. Das Pflegepersonal wird von der Welle an Corona-Infizierten und Intensivpatient*innen überrollt.

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Die ältere Frau in dem südafrikanischen Krankenhaus ruft immer wieder um Hilfe, doch medizinisches Personal taucht nicht auf. Die Dame hieß Rowena Hawkey. Sie wurde am 4. Januar 2021 mit Atemproblemen ins Krankenhaus gebracht. Die 67-Jährige starb zwei Tage später an einem Herzinfarkt.

Nach dem Ausbruch einer sich schnell verbreitenden Corona-Mutante, hofft man auf den Impfstoff. Landesweit sind 40.000 Menschen am Virus gestorben - die Dunkelziffer ist höher.

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Unterbesetzte Krankenhäuser

Gefilmt hat offenbar ein anderer Patient. Das Ganze ereignete sich im Wentworth Hospital in Durban. Die Behörden erklären später, das Krankenhaus sei zu dem Zeitpunkt unterbesetzt gewesen. Elf Ärzte seien positiv auf Covid getestet worden und befanden sich in Isolation, außerdem hätten zusätzlich 17 Krankenschwestern und -pfleger aufgrund von Covid gefehlt.

Das Video steht für einen Fall von vielen - das südafrikanische Gesundheitssystem stand im Januar teilweise vor dem Kollaps.

Grund dafür ist offenbar die neue südafrikanische Virusvariante, die sich Forschern zufolge - genau wie die britische - viel schneller ausbreitet. Die Infektionszahlen stiegen zeitweise auf über zwanzigtausend Fälle täglich.

In Südafrika haben sich Tausende Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, mit Covid-19 infiziert. Viele von ihnen sind gestorben.

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Ende des Jahres reagierte die Regierung und verschärfte die Lockdown-Regeln. Mit Erfolg: Seit Mitte Januar sind die Zahlen der Infektionen deutlich gesunken. Anfang der Woche wurden deshalb auch die Restriktionen wieder gelockert. Doch der Druck auf das Gesundheitswesen ist noch immer massiv, sagt Lerato Mthunzi, Präsidentin der Gewerkschaft "Young Nurses Indaba Trade Union":

Die Kapazitäten sind so angespannt, dass wir an einem Punkt sind, dass wir nicht einmal die unterbringen können, die in einem kritischen Zustand sind.
Lerato Mthunzi

Sie erklärt weiter: "Das heißt, im Grunde müssen Sie sich hinten anstellen und hoffen, dass ein anderer Patient stirbt, damit Ihr Leben gerettet werden kann."

Südafrika ist besonders von der hochansteckenden Virus-Mutation betroffen. Aufgrund der hohen Infektionszahlen wurde jetzt eine Reisebeschränkung für das Land verhängt.

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Viele Ärzte und Pfleger haben sich infiziert und sind gestorben

Manche Krankenhäuser haben draußen Zelte aufgebaut, um mehr Patienten versorgen zu können. Es fehlt an Intensivbetten und Beatmungsgeräten.

Das medizinische Personal traue sich oft nicht, über die Missstände im Krankenhaus zu sprechen, zu groß sei die Angst, den Job zu verlieren, sagt Mthunzi. "Die Krankenschwestern sagen uns, dass sie extrem ausgebrannt sind. Sie fühlen sich von der Regierung im Stich gelassen, weil die von Anfang an nicht für ihre Sicherheit gesorgt hat." Vorhandene Vorräte an Schutzausrüstung seien noch immer nicht adäquat.

Viele Krankenschwestern haben uns erzählt, dass sie nur eine OP-Maske bekommen, die man eigentlich nur vier Stunden trägt. Und sie sollen sie tagelang tragen, bevor sie eine neue bekommen.
Lerato Mthunzi

Das hat fatale Folgen: Allein im vergangenen Jahr haben sich mehr als 41.000 Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen - Professoren, Ärzte, Pflegepersonal, Labormitarbeiter und andere mehr - angesteckt und fielen zeitweise aus, Hunderte von ihnen sind gestorben. Das erhöht den Druck auf das System.

Hoffnung kam am Montag aus der Luft: Ein Flieger brachte die erste Ladung an Impfstoff, eine Million Dosen des Impfstoffherstellers Astrazeneca. Zunächst soll die Qualität des Impfstoffs geprüft werden, das könne zwei Wochen dauern, erklärte das Ministerium. Danach sollen die ersten Impfungen beginnen. Als erstes kommen die Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen dran.

Zu sehen ist ein Corona-Virus mit den erkennbaren Spike-Proteinen.

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