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Infizierte Ärzte arbeiten weiter : Wie Corona-Schnelltests versagen

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In mehreren Fällen wurde medizinisches Personal bei vorsorglichen Schnelltests falsch negativ auf Corona getestet. Nun warnen Forscher vor einem "Freiscreenen für die Feiertage".

Antigen-Schnelltest mit negativem Ergebnis
Schneller, aber auch weniger zuverlässig: Antigen-Schnelltests.
Quelle: Imago

In zwei Arztpraxen im Rheinland ist die Covid-19-Infektion von zwei Medizinern trotz regelmäßiger Kontrollen mit Antigen-Schnelltests nicht erkannt worden.

Auch in einer Zahnarztpraxis in Brandenburg ist eine Corona-Erkrankung bei behandelndem Personal nicht aufgefallen, trotz regelmäßiger Schnelltests, wie das ZDF-Magazin Frontal 21 erfuhr.

"Kratzen im Hals"

In einer Kölner Arztpraxis hat ein hochinfektiöser Arzt über vier Tage hinweg mindestens 150 Patienten behandelt. "Das Gesundheitsamt muss nun nachverfolgen und klären, ob Patienten angesteckt wurden", sagt der Inhaber der beiden Arztpraxen, der darauf hinweist, dass sein Praxispersonal alle zwei Tage mit Schnelltests untersucht werde.

Einer seiner angestellten Ärzte habe sich über Tage hinweg zunehmend unwohl gefühlt mit "Kratzen im Hals". Als auch der dritte Antigen-Schnelltest bei ihm negativ war, hat der Arzt zur Sicherheit einen PCR-Test gemacht.

Nur drei Stunden nach dem negativen Antigen-Schnelltest ergab die PCR-Kontrolle eine hohe Viruslast, der Arzt war also hochansteckend.

Weiterer Arzt mit Covid-19 infiziert

"Selbstverständlich können wir Fehler beim Nasen-Rachen-Abstrich im Zuge des Schnelltests ausschließen. Umso überraschter sind wir alle über das positive PCR-Ergebnis", sagt der infizierte Arzt.

Der Praxischef ließ nach der positiven Diagnose sein gesamtes Personal nochmals mit einem PCR-Test untersuchen. Das Ergebnis: Ein weiterer Arzt ist infiziert, was ebenfalls bei den regelmäßigen Schnelltest-Kontrollen nicht auffiel.

Die PCR-Tests der infizierten Mediziner sind im Kölner Labor von Dr. Fabian Wisplinghoff vorgenommen worden. Der Leiter eines der größten Labore Deutschlands, in dem pro Tag bis zu 20.000 PCR-Tests ausgewertet werden, warnt vor der Ungenauigkeit von Schnelltests.

"Die uns bekannten Antigen-Tests wurden seitens der Hersteller für die Anwendung am hochsymptomatischen Patienten konzipiert", sagt Wisplinghoff.

Den ungezielten Einsatz, insbesondere bei nicht-symptomatischen Personen, halten wir für problematisch. Es wird eine trügerische Sicherheit suggeriert.
Dr. Fabian Wisplinghoff, Laborleiter in Köln

Zwar werden Antigen-Schnelltests in der Apotheke nur an medizinisch-geschultes Personal verkauft, dennoch werden diese Schnelltests inzwischen auch über das Internet aus dem Ausland frei angeboten.

Experte rät vom "Freiscreenen" für die Feiertage ab

So warnt Wisplinghoff nachdrücklich vor einer Selbstdiagnostik mit Antigen-Schnelltests wegen der hohen Fehler-Anfälligkeit bei der Abstrichnahme: "Unerfahrene bohren ein bisschen mit dem Tupfer in der Nase. Man muss beim Abstrich aber bis in den Rachen durchstecken, bis zum Anschlag."

Wegen der großen Unsicherheit von Antigen-Schnelltest rät der Experte auch davon ab, sich in einem der zahlreichen Antigen-Schnelltestzentren "für die Feiertage freiscreenen zu lassen".

Antigen-Schnelltests sind für das Screening von asymptomatischen Testpersonen auch gar nicht zugelassen.
Dr. Fabian Wisplinghoff, Laborleiter in Köln

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) warnt vor dem Einsatz der Antigen-Schnelltests: "Aufgrund der geringen Sensitivität von Antigen-Tests ist der Einsatz nur eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Maßnahmen."

Diese Tests sollten nur bei Personen angewendet werden, bei denen ein falsch negatives Ergebnis nicht zu schwerwiegenden Konsequenzen führt.
Robert-Koch-Institut

Andreas Halbach ist Autor in der ZDF-Redaktion Frontal 21.

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