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Welt-Zoonosen-Tag - Welches Corona-Risiko geht von Tieren aus?

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Stärker als andere Krankheiten ist das Coronavirus auf Tiere übertragbar. Das hat Folgen - für Tier und Mensch. Fragen und Antworten zum Welt-Zoonosen-Tag.

Katzen in den USA sind Corona-positiv getestet worden. Archivbild
Der Welt-Zoonose-Tag am 6. Juli macht laut WHO auf Krankheiten aufmerksam, die zwischen Wirbeltieren und Menschen übertragen werden können. Archivbild
Quelle: Franziska Gabbert/dpa-tmn/dpa

Seit einigen Wochen sinken die Corona-Zahlen in Deutschland. Doch die Sorge der Wissenschaft gilt nicht nur menschlichen Patienten, sondern auch solchen aus dem Tierreich. Besteht die Gefahr einer unbemerkten Verbreitung?

Covid überspringt Barrieren zwischen Arten stärker

Spätestens nach der Tötung von Millionen Nerzen aus der dänischen Pelztierzucht 2020 ist klar: Abwegig ist ein solches Szenario nicht.

Leider respektiert dieses Virus Barrieren zwischen Arten nicht so gut wie die meisten anderen Krankheitserreger.
Mikrobiologe und Veterinärmediziner Fabian Leendertz vom Robert Koch-Institut

Während sich bei klassischen Atemwegserkrankungen nur engste Verwandte des Menschen im Tierreich, etwa Schimpansen anstecken, ist die Übertragbarkeit bei Sars-CoV-2 größer. Laut Wissenschaftler Leendertz seien bereits Ansteckungen auf Nerze, Katzen und weitere Tierarten nachgewiesen.

WHO: Virusursprung im Tierreich wahrscheinlich

Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht laut einem Bericht gar den Ursprung des Virus im Tierreich: Durch Fledermäuse soll das Virus laut einer Theorie auf den Menschen übertragen worden sein.

Ein Forschungsteam der WHO ist in China, um nach der Ursache der Pandemie zu suchen. Das Team wird etwa Proben des Wildtiermarktes in Wuhan analysieren. In der Stadt brach das Virus vor rund einem aus, was die chinesische Regierung zunächst verschwieg.

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Zoonosen-Experte: Corona als Gefahr für Wildtiere

Zoonosen-Experte Leendertz sieht momentan noch keine Gefahr für Mensch und Tier in Deutschland. Seine Befürchtungen beziehen sich stärker auf tropische Regionen. Dort sei die Gefahr der Entstehung neuer Reservoire wesentlich wahrscheinlicher, weil es mehr und engere Mensch-Tier-Kontakte gebe.  

Leendertz warnt vor den Folgen für Tiere:

Wir Menschen müssen auch bedenken, dass wir eine Gefahr für ein bedrohtes Wildtier darstellen können.

Die Sorge gilt zum Beispiel den Menschenaffen. Sie könnten für das Virus eine "Eintrittspforte in den Urwald" darstellen. 

Hygieneregeln - auch in deutschen Zoos

Auch Zoos in Deutschland sind wachsam. Im Berliner Zoo zum Beispiel gelten seit 2020 insbesondere Hygiene- und Verhaltensregeln. Wenn möglich komme es nicht zu direktem Kontakt zwischen Pflegern und Tieren, zudem herrsche Maskenpflicht in Anlagen und bei der Futter-Zubereitung, hieß es . 

Entwarnung bei Haustieren

Entwarnung geben Fachleute in Hinblick auf Haustiere. Zwar können sich vor allem Katzen bei ihren Haltern mit Corona anstecken, sie erkrankten jedoch nicht schwer und verbreiteten das Virus mangels Kontakten nicht stark.

Es ist eindeutig, dass diese Tiere den Erreger vom Menschen aufschnappen und weiter offenbar epidemiologisch keine Bedeutung haben.
Thomas Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI)

Pelzzucht ist besonders anfällig

Die größte Zahl an bislang nachgewiesenen Fällen bei Tieren in Europa dürfte es auf Pelzzucht-Farmen gegeben haben: Laut Deutschem Tierschutzbund sind in EU-Staaten bis Mitte Mai Ausbrüche auf mehr als 400 Nerzfarmen bekannt geworden, mit Millionen betroffenen Tieren.

Nerze sind laut Experten sehr anfällig für eine Infektion. Während mehrere Länder bereits das Ende der Nerzhaltung angekündigt hätten, setzten andere auf Impfungen des betreuenden Personals, teils seien auch schon Tier-Impfstoffe im Einsatz. 

Mutierte Corona-Viren, die von Nerzen auf den Menschen übergingen, sorgten für drastische Maßnahmen der dänischen Regierung. Die Tötung aller Tiere aber ist umstritten.

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EU: Bislang kein Impfstoff für Tiere

Im Frühjahr hatte Russland nach eigenen Angaben als erstes Land weltweit einen Corona-Impfstoff für Tiere zugelassen. In Europa sind solche Impfungen bislang aber kein Thema. Für hierzulande gehaltene Nutztiere sind sie nach bisherigen Erkenntnissen auch nicht erforderlich: Bei Rindern und Schweinen etwa gilt das Corona-Risiko als sehr gering.

WHO-Mission in China - Auf den Spuren des Coronavirus 

Wie das Coronavirus von Tieren auf den Menschen übersprang, wollen Experten der WHO in China erforschen. Zoonose-Experte Fabian Leendertz über die Mission.

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