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Vektor, mRNA oder Ganzvirus - Was ist eigentlich ein Totimpfstoff?

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Joshua Kimmich hat die Debatte um Impfstoffarten neu angeregt. Was unterscheidet mRNA- von Vektorimpfstoffen? Und was ist ein Totimpfstoff, auf den manche warten? Ein Überblick.

Impfstoff von Biontech/Pfizer (Symbolbild)
In Deutschland haptsächlich verwndet: Der mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer.
Quelle: Sven Hoppe/dpa

In der Diskussion um den Impfstatus von Fußballer Joshua Kimmich wurde öfter erklärt, der Bayern-Spieler warte noch auf einen sogenannten Totimpfstoff gegen das Coronavirus. Was hat es damit auf sich?

Es gibt verschiedene Impfstoffarten, die dasselbe Ziel haben, aber auf unterschiedliche Weise funktionieren: Lebendimpfstoff und Totimpfstoff gehören zur Gruppe der Ganzvirus-Impfstoffe. Es gibt sogenannte Vektor-Impfstoffe und genbasierte Impfstoffe wie die in Deutschland in der Corona-Pandemie hauptsächlich verwendeten mRNA-Impfstoffe.

Stiko-Mitglied Eva Hummers betont, dass Impf-Nebenwirkungen nach wenigen Tagen oder Wochen erscheinen. Langzeitfolgen seien bisher bei anderen Impfstoffen noch nie aufgetreten.

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In Deutschland sind bisher zwei Impfstofftypen zugelassen

Vektorimpfstoffe wie die von Astrazeneca oder Johnson & Johnson basieren auf Erkältungsviren. Beim Impfstoff von Astrazeneca handelt es sich um ein Adenovirus von Schimpansen, die inaktiv sind, sich also nicht mehr vermehren können. Bei Johnson & Johnson wird ein unschädliches menschliches Adenovirus verwendet.

Die Vektoren sind ausgestattet mit einem kleinen Teil des Coronavirus, dem sogenannten Spike-Protein. Im Körper gibt der Vektor die Informationen an das Immunsystem weiter. In den menschlichen Zellen werden mit den Informationen Teile des Coronavirus nachgebaut, das Immunsystem kann darauf reagieren und Antikörper ausbilden.

IImmunologe Prof. Carsten Watzl erklärt, bei Corona-Impfungen seien sehr schwere Nebenwirkungen seltene Einzelfälle. Ob sogenannte „Langzeitfolgen“ auftreten, sei eine Frage, „die viele Leute umtreibt. So funktionieren Impfungen nicht."

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mRNA-Impfstoffe arbeiten mit Erbinformationen des Coronavirus. Diese sind aber nicht dem Virus entnommen, sondern werden vollständig künstlich hergestellt. Diese Informationen dienen als Bauplan für den Körper, der damit wieder die ungefährliche Spike-Proteine herstellen kann. Wie beim Vektorimpfstoff regen diese das Immunsystem an und es werden Antikörper gebildet. Gegen das Coronavirus gibt es aktuell mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna.

Was ist bei Totimpfstoffen anders?

Totimpfstoffe gegen das Coronavirus sind in Deutschland aktuell noch nicht zugelassen. Entwickelt wird ein solches Mittel aktuell vom französischen Unternehmen Valneva.

Das Prinzip der Totimpfstoffe ist aber seit Jahrzehnten bekannt und wird zum Beispiel bei Impfstoffen gegen Diphtherie, Hepatitis B, Keuchhusten und Tetanus eingesetzt. Auch die Grippe-Impfung ist meistens ein Totimpfstoff.

Totimpfstoffe enthalten entsprechend ihrer Bezeichnung nur abgetötete Krankheitserreger, die sich nicht mehr vermehren können. Teilweise sind auch nur Bestandteile der Erreger in dem Impfstoff. Diese werden vom Körper als fremd erkannt und regen das körpereigene Abwehrsystem zur Antikörperbildung an, ohne das die jeweilige Krankheit ausbricht.

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Der Vorteil der Totimpfstoffe liegt darin, dass sie schnell in großen Mengen herzustellen sind. Auch können sie bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden und bis zu 24 Stunden lang bei Raumtemperatur eingesetzt werden. Das ist ein Grund, warum sie als Große Hoffnung für ärmere Länder und entlegenen Teilen der Erde gelten.

Gegen was wird mit Lebendimpftsoff geimpft?

Es gibt auch zugelassene Lebendimpfstoffe, aber nicht gegen das Coronavirus. Dazu gehören zum Beispiel die Impfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Sie enthalten geringe Mengen vermehrungsfähiger Krankheitserreger, die so abgeschwächt wurden, dass sie die Erkrankung nicht mehr auslösen können.

In seltenen Fällen können sie zu einer leichten "Impfkrankheit" führen - wie bei den sogenannten Impfmasern. Dies ist ein leichter, masernähnlicher Ausschlag, der einige Wochen nach der Impfung auftreten kann und nicht ansteckend ist.

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