Sie sind hier:

Übersterblichkeit durch Corona - WHO: Sechs bis acht Millionen Pandemie-Tote

Datum:

Mindestens drei Millionen Menschen starben direkt oder indirekt durch das Coronavirus, so die offiziellen Fallzahlen. WHO-Experten gehen aber von bis zu acht Millionen Toten aus.

Zwei Krankenschwestern behandeln einen Covid-19-Patienten am 29.04.2020 in Mühldorf am Inn
Die Corona-Pandemie hat nach einer WHO-Schätzung mindestens zwei bis drei Mal so viele Leben gekostet wie offiziell gemeldet.
Quelle: AP

Die Corona-Pandemie hat laut einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) deutlich mehr Menschen das Leben gekostet, als aus offiziellen Statistiken hervorgeht. WHO-Vertreterin Samira Asma erklärte anlässlich der Vorstellung des Jahresberichtes 2020 der UN-Organisation:

Die Zahl der Gesamt-Todesfälle liegt mindestens zwei bis drei Mal höher als offiziell gemeldet.
Samira Asma, WHO

Bisher sind offiziell 3,4 Millionen Menschen im mit oder an Corona gestorben, seit das Virus Ende 2019 erstmals in China auftrat. Asma zufolge hat die Pandemie jedoch "schätzungsweise sechs bis acht Millionen" direkte und indirekte Todesfälle verursacht.

Laut WHO wurden viele Corona-Tote gerade zu Beginn der Pandemie nicht offiziell registriert, da sie vor ihrem Tod nicht getestet wurden. Hinzu kämen "die Todesfälle, die auf die schwierigen Bedingungen zurückzuführen sind, unter denen viele Menschen auf der Welt wegen der Pandemie leben", sagte der WHO-Datenanalyst William Msemburi.

Viele Menschen nicht angemessen behandelt

So hätten viele Menschen, die an chronischen oder akuten Krankheiten leiden, wegen der Lockdowns und der Belastung der Gesundheitssysteme keine angemessene Behandlung erhalten. Zudem gibt es in einigen Teilen der Welt nach Angaben der WHO Hinweise auf steigende Selbstmordraten infolge der psychischen Belastungen der Pandemie.

In der Corona-Krise ist die Zahl der psychischen Erkrankungen massiv gestiegen.

Beitragslänge:
4 min
Datum:

Allein im Jahr 2020 lag die Übersterblichkeit dem WHO-Bericht zufolge bei mindestens drei Millionen. Als Übersterblichkeit wird die erhöhte Sterberate im Vergleich zu den unter normalen Umständen erwarteten Werten bezeichnet. Drei Millionen Menschen starben also direkt oder indirekt durch das Coronavirus - dies sind 1,2 Millionen mehr, als offiziell Corona-Todesfälle registriert wurden.

Auf dem amerikanischen Kontinent lag die geschätzte Übersterblichkeit demnach bei bis zu 1,46 Millionen, in Europa bei bis zu 1,21 Millionen. Wie viele Todesfälle tatsächlich direkt auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sind, lässt sich schwer sagen. Die Zahl der offiziell registrierten Corona-Toten wird von Experten seit Langem angezweifelt.

Geringe Testquote in vielen Ländern

Das Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) in Seattle geht sogar davon aus, dass seit März 6,9 Millionen Todesfälle direkt durch die Pandemie verursacht wurden. In einigen Ländern wie Mexiko oder Indien sei "ein erheblicher Teil" der zu niedrigen Zahlen auf eine geringe Testquote zurückzuführen, sagte Institutsleiter Chris Murray.

In Afrika ist das Sterberisiko für schwer erkrankte Covid-19-Patienten einer Studie der Universität Kapstadt zufolge besonders hoch. In den untersuchten Krankenhäusern seien auf Intensivstationen nach 30 Tagen 48 Prozent der Patienten gestorben. Außerhalb Afrikas starben nur durchschnittlich 31,5 Prozent der schwer erkrankten Corona-Patienten binnen 30 Tagen.

Das Verteilen von Impfstoffen an ärmere Länder ist ein wichtiges Thema - auch beim Weltgesundheitsgipfel der G20-Staaten. Außerdem geht es um den Kampf gegen Gesundheitsrisiken.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.