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Projekte in 20 Regionen : Die Corona-Inzidenz im Abwasser ablesen?

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In 20 Städten und Gemeinden wird künftig das Abwasser auf Spuren des Coronavirus untersucht. Ausscheidungen sollen Anhaltspunkte auf die Entwicklung der Pandemie geben.

Klärbecken reihen sich auf dem Gelände des Zentralklärwerks in Mainz aneinander.
Zentralklärwerk in Mainz - könnte hier künftig die Inzidenz der Region abgelesen werden?
Quelle: dpa

Deutschlandweit sind Pilotprojekte zur Überwachung des Abwassers auf das Coronavirus gestartet. Wie die drei an der Koordination beteiligten Bundesministerien für Umwelt, Gesundheit und Forschung am Mittwoch mitteilten, haben an 20 Standorten in ganz Deutschland systematische Untersuchungen des Abwassers auf Sars-CoV-2 begonnen.

Grundlage ist die Analyse von Stuhl-Ausscheidungen, in denen sich den Angaben zufolge das Coronavirus nachweisen lässt - darüber lässt sich demnach die Verbreitung des Virus in einer bestimmten Region nachvollziehen.

Beteiligt sind mehrere Landeshauptstädte wie Stuttgart, Saarbrücken, Bremen und Hamburg, aber auch kleinere Gemeinden wie Bramsche in Niedersachsen. Sie erhalten eine Förderung der EU-Kommission in Höhe von 3,7 Millionen Euro. Ziel ist es, unter anderem herauszufinden, ob ein flächendeckender Einsatz der Methode sinnvoll wäre.

Frühwarnsystem: Schweizer Forscher*innen können inzwischen aus den Fragmenten der Viren-RNA, die sich im Abwasser befinden, auf verschiedene Corona-Varianten schließen.

Beitragslänge:
6 min
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Ministerien setzen "große Hoffnungen" in die Methode

Die Untersuchung von Abwasser auf Coronaviren ist an sich nicht neu.
Neben den nun vorgestellten, von der EU finanzierten Projekten, die bis zum Frühjahr 2023 angesetzt sind, gibt es derzeit noch weitere Untersuchungen an mehr als 20 Standorten. Die Förderung übernimmt hier das Forschungsministerium.

Aus gesundheitspolitischer Sicht hat das Monitoring das Potenzial, sich zu einem zentralen Baustein der Früherkennung und Überwachung von pandemischen Erregern weiterzuentwickeln.
Sabine Dittmar, Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium

Auf die ergänzende Überwachung des Abwassers setzten die beteiligten Ministerien "große Hoffnungen", sagte die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium Sabine Dittmar. "Eine Toilette benutzen wir alle, und zwar mehrmals am Tag. Viren und RNA-Schnipsel werden ausgeschieden und können durch die moderne Diagnostik detektiert werden", sagte die SPD-Politikerin weiter. Die Stuhl-Ausscheidungen würden recht zuverlässige Anhaltspunkte auf die Entwicklung der Inzidenz, also der Neuinfektionen mit dem Coronavirus, liefern.

Sachsen-Anhalt, Halle (Saale): In einem Labor des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt in Halle/Saale bereitet Swetlana Rot Wasserproben auf.
Abwasseruntersuchung in einem Labor des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt in Halle/Saale.
Quelle: dpa

Projekte auch in Kanada, Australien und den Niederlanden

Das Abwassermonitoring wird den Angaben zufolge bislang nur in sehr wenigen Ländern flächendeckend eingesetzt, um Sars-CoV-2 oder auch andere Viren nachzuweisen. Beispiele sind Kanada, die Niederlande und Australien. Viele Länder innerhalb und außerhalb der EU bauen ihre Kapazitäten für den Einsatz der Methode aktuell aus.

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