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Virusvariantengebiete - Das sollten Reisende jetzt wissen

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Wegen der Delta-Variante des Coronavirus gelten Portugal und Russland jetzt als Virusvariantengebiete. Was heißt das für Urlauber? Rechtsexperte Karimi beantwortet wichtige Fragen.

"Wer jetzt noch in Risikogebiete reist, dem kann arbeitsrechtlich Ärger drohen", so Rossbeh Karimi, Fachanwalt für Reiserecht.

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Wegen der starken Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hat das Robert-Koch-Institut (RKI) Portugal und Russland ab heute als Virusvariantengebiete eingestuft. Damit steigt die Zahl der weltweiten Virusvariantengebiete von 14 auf 16 - in Europa ist sonst nur noch Großbritannien betroffen.

Welche Folgen diese Einstufung für Reisende hat - das erläutert Rossbeh Karimi, Fachanwalt für Reiserecht, im ZDF:

Was bedeutet die Einstufung als Virusvariantengebiet für Urlauber?

Wer sich in einem Virusvariantengebiet aufhält oder jetzt in ein solches Gebiet reist, muss bei der Rückkehr nach Deutschland 14 Tage in Quarantäne, so Reiserecht-Experte Karimi. Das gelte unabhängig davon, ob jemand schon vollständig geimpft oder genesen ist.

Was folgt aus der Quarantänepflicht für Arbeitnehmer?

"Das bedeutet, dass man sich als Arbeitnehmer darum kümmern muss, entweder den Urlaub zu verlängern, oder jetzt schon das Homeoffice vorbereitet oder sich darauf einstellt, seine Arbeitsleistung dann nach Rückkehr nicht mehr anbieten zu können", so Karimi.

Der Reiserecht-Experte rät, möglichst frühzeitig mit dem Arbeitegeber zu besprechen, ob Homeoffice nach dem Urlaub prinzipiell möglich sei. Die Homeoffice-Pflicht für Arbeitgeber, die die Bundesregierung im Kampf gegen die Pandemie eingeführt hatte, entfällt zum 1. Juli. Hier könnte "arbeitsrechtlich in bisschen Ärger drohen".

Was ist mit Urlaubern, die während der Einstufung im betroffenen Reiseland sind?

"Wer noch in dem Land ist und zurückreist, dem bleibt auch nichts anderes übrig, als in die Quarantäne zu kommen", so Karimi. In diesem Fall sei dem Betroffenen jedoch kein eigenes Verschulden vorzuwerfen.

Die Bundesregierung hat Portugal, Großbritannien, Russland und Indien zum Virusvariantengebiet erklärt, Urlauber müssen bei der Heimkehr 14 Tage in Quarantäne.

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Das werde rechtlich dann so behandelt, als hätte er sich in Deutschland angesteckt und müsste in Quarantäne. "Das wiederum bedeutet, dass ich in normale Lohnfortzahlung komme als Arbeitnehmer und da keine Konsequenzen zu befürchten habe beziehungsweise, wenn Homeoffice möglich ist, so auch weiter arbeiten kann", erläutert der Fachanwalt.

Kann man die Urlaubsreise verschieben?

"Eine reiserechtliche Möglichkeit wäre, den Urlaub in irgendeiner Weise zu verschieben", sagt Karimi dazu. Es komme darauf an, was tatsächlich gebucht worden sei. "Wer eine Individualleistung gebucht hat, der muss ganz genau in seinen Vertrag schauen, was geregelt ist: Habe ich ein kostenloses Umbuchungsrecht? Kann ich flexibel stornieren? Kann ich die Reisebestandteile verschieben? Zu welchem Preis kann ich einen Reisebestandteil stornieren, was bekomme ich tatsächlich wieder?".

Wer bei einer Individualreise Flüge einzeln gebucht haben sollte, "der muss sich direkt an die Fluggesellschaften wenden und muss schauen, ob er diese noch flexibel umbuchen oder stornieren kann", sagte Karimi. Wenn der bereits gebuchte Flug nicht in Anspruch genommen werde, dann werde dieser verfallen.

In Portugal macht die Delta-Variante schon 50 Prozent der Neuinfektionen aus. Seit dem Wochenende verlassen deutsche Urlauber eilig das Land, bevor das RKI ab Dienstagmorgen das gesamte Land wieder als Virusvariantengebiet eingestuft.

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Wie sehen die Rechte bei Pauschalreisen aus?

"Wer eine Pauschalreise gebucht hat, der kann sich ganz getrost zurücklehnen", erläutert Karimi. Denn der Pauschalreise-Anbieter habe eine Rundum-Versorgungspflicht. "Und wenn der Anbieter dem nicht nachkommt, dann kann ich diesen Reisevertrag auch kündigen und kann mir selber auch rechtzeitig noch einen Rückflug buchen."

Das Schöne bei der Pauschalreise ist, dass etwaige Mehrkosten dann dem Veranstalter in Rechnung gestellt werden können.  
Rossbeh Karimi, Fachanwalt für Reiserecht,

Was passiert, wenn der Veranstalter die Reise storniert?

Der Reiseveranstalter könne auch vor Reisebeginn den Rücktritt erklären, erläutert Experte Karimi. Er müsse dann den vollen Reisepreis mit allen Bestandteilen innerhalb von 14 Tagen erstatten. Sei das Geld binnen dieser Frist nicht auf dem Konto, "kann ich als Urlauber direkt Maßnahmen ergreifen". Allerdings hätten die meisten Reiseveranstalter "im letzten Jahr auch dazugelernt und werden hoffentlich darauf verzichten, hier irgendwelche Tricks anzuwenden", so Karimi.

"Wenn ich selbst umbuchen möchte, dann kann ich das auch tun, beziehungsweise kann ich beim Reiseveranstalter natürlich anfragen." Allerdings sei es jetzt auch wieder möglich, Portugal-Reisen und Russland-Reisen kostenfrei zu stornieren.

Der Fachanwalt betont: "Und hier ist ganz wichtig: Der ein oder andere Reiseveranstalter vertritt nämlich die Rechtsauffassung - die irrige Rechtsauffassung -, dass es einen außergewöhnlichen Umstand im Jahr 2021 nicht mehr geben kann. Dem ist aber nicht so. Das zeigt sich ja gerade wieder mit Portugal - da hat vor zwei, drei Wochen wirklich niemand mit gerechnet."

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