Sie sind hier:

Studie aus San Francisco - Kalifornische Mutante besonders ansteckend

Datum:

Eine Studie in den USA hat festgestellt, dass sich die Kalifornischen Corona-Varianten schnell verbreiten. Sie scheinen auch deutlich ansteckender zu sein - und aggressiver.

Covid-19-Patienten am 05.02.2021 in einem Krankenhaus in San Diego, Kalifornien.
Behandlung von Covid-19-Patienten
Quelle: epa

Die gute Nachricht zuerst: Die Zahl der neu registrierten Corona-Fälle sinkt in den USA weiter. Rund 74.000 sind es laut Johns-Hopkins-Universität am Donnerstag. Zum Vergleich: Anfang Januar waren es noch 300.000 - an einem einzigen Tag.

Auch in Kalifornien geht die Kurve weiter nach unten. Rund 5.800 neu festgestellte Infektionen waren es zuletzt, weit entfernt von den täglichen Spitzen, die im Dezember und Januar noch jenseits der 40.000 gelegen haben. Und doch betrachten Mediziner und Forscher mit Sorge, dass sich permanent neue Virus-Varianten ausbreiten.

Kalifornische Mutationen sind ansteckender

B 1.427 und B 1.429 lauten die etwas ungelenk anmutenden, wissenschaftlichen Bezeichnungen zweier Virustypen, die ihren Weg von Kalifornien aus nicht nur innerhalb der USA, sondern offenbar auch nach Mexiko, Dänemark und bis nach Australien gefunden haben.

Forscher*innen der University of San Francisco haben die Varianten in einer Studie genauer untersucht.  Dabei kommen die Wissenschaftler*innen nicht nur zu dem Schluss, dass die Mutanten ansteckender seien als andere Varianten. In den Nasenabstrichen der Infizierten fanden sich doppelt so viele Viruspartikel wie bei Infektionen mit anderen Virustypen. Die Befürchtung ist auch, dass B 1.427 und B.1429 sich nicht nur dem Immunsystem, sondern auch dem Impfstoff entziehen und diesen damit wirkungslos machen könnten.

Der Anteil der Menschen, die an einer mutierten Form des Corona-Virus erkrankt sind, steigt deutlich, fast schon jeder Vierte ist betroffen.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Die L.A.-Times zitiert den Autor der Studie der University of San Francisco, den Virologen Charles Chiu, mit den Worten:

Ich wünschte, es wäre anders. Aber Wissenschaft ist Wissenschaft.
Dr. Charles Chiu

50 Prozent der Infektionen sind Virus-Variante

2.174 Proben aus 44 Bezirken Kaliforniens haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler analysiert. Die Proben stammen aus dem Zeitraum von Anfang September vergangenen Jahres bis Ende Januar dieses Jahres. Dabei wurde auch der Krankheitsverlauf von 324 Erkrankten unter die Lupe genommen, die in der Universitätsklinik behandelt wurden.

Mehr als 50 Prozent der untersuchten Proben wiesen Ende vergangenen Monats die kalifornische Virusvariante auf, nach Angaben von Chiu könnten es in weiteren Proben bis Ende März sogar 90 Prozent sein. Laut Wissenschaftsmagazin "Science" fanden die Forscher heraus, dass Patienten mit der neuen kalifornischen Variante 4,8 Mal häufiger auf die Intensivatstation mussten und elf mal häufiger starben als Infizierte mit einem der anderen Virentypen.

Variante ist nicht zweifelsfrei gefährlicher

Kritiker bemängeln allerdings, dass die Anzahl der gewonnen Daten nicht ausreiche, um daraus gesicherte Schlussfolgerungen zu ziehen. Sie fordern mehr Daten von noch mehr Infizierten. Dass die ansteckendere kalifornische Variante auch grundsätzlich gefährlicher ist, lässt sich anhand der Ergebnisse aus einem eher kleinen Sample nicht zweifelsfrei belegen. Ebenso wenig, dass die Typen B 1.427 und B 1.429 allein für die hohen Infektionszahlen während der vergangenen Monate in Kalifornien verantwortlich gewesen sind, auch wenn sie daran ihren Anteil hatten.

Noch wird die Studie der Universität in Fan Francisco von den lokalen Gesundheitsbehörden geprüft. Wenn die Zulassung Erfolg hat, kann die Studie in Kürze veröffentlicht werden. 

Die Mitarbeiterin einer Klinik bereitet einen Impfstoff vor.

Corona-Mutationen - Im Wettlauf mit dem Virus 

Mit dem Ausbreiten der neuen Coronavirus-Mutationen stellt sich die Frage: Wie gut wirken die Impfstoffe gegen diese Varianten? ZDFheute mit einem Überblick.

von Marcel Burkhardt

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.