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Verschärfte Corona-Beschlüsse - Der Blick geht in Richtung neue Virusvariante

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Die verschärften Beschlüsse entstanden auch vor dem Hintergrund der neuen, wohl übertragbareren Virusvariante. Hier offenbaren die Regeln Aktionismus - und eine Schwachstelle.

Archiv: Corona-Test am Flughafen Hamburg am 20.12.2020
Wie kann man die neue Corona-Variante aufhalten? Auch vor diesem Hintergrund wurden die neuen Corona-Regeln beschlossen.
Quelle: Imago

"Mit Besorgnis betrachten Bund und Länder die Entwicklung von Mutationen des Sars-Cov2-Virus": So steht es im gemeinsamen Beschluss der Kanzlerin und der Ministerpräsident*innen. Die neuen, wohlmöglich ansteckenderen Corona-Varianten aus Großbritannien und Südafrika spielten eine entscheidende Rolle bei den Beratungen am Dienstag - und bei den daraus resultierenden Corona-Beschränkungen.

Dabei ist vieles noch unklar, wenn es um die neuen Corona-Varianten geht. "Ich gehe davon aus, dass wir, sagen wir, vielleicht bis Ostern oder bis Mai ganz klare experimentelle Evidenz haben, ob jetzt dieses Virus übertragbarer und gefährlicher ist oder nicht. Aber das wird einfach dauern", sagte Virologe Christian Drosten im "Coronavirus-Update" des NDR vom Dienstag.

Die Bundesregierung hat den Shutdown bis zum 31. Januar verlängert. Die neuen Corona-Regeln, etwa die begrenzte Bewegungsfreiheit in Hotspots, sind derweil umstritten.

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Drosten zu Corona-Variante: "Da muss ich schon schlucken"

Und doch: Immer mehr verdichten sich die Anzeichen darauf, dass die britische und südafrikanische Variante durch eine Mutation übertragbarer ist als bisher vorherrschende Varianten:

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Sollte sich bald zweifelsfrei herausstellen, dass die britische Virusvariante sich auch gegen die in Dänemark vorherrschende Variante durchsetzt, weil es eine schnellere Verbreitungsgeschwindigkeit hat, wäre das laut Drosten ein sehr bemerkenswerter Befund.

Das ist etwas, da muss ich als experimenteller Virologe schon schlucken. Da muss ich schon sagen, sowas passiert nicht einfach so.
Christian Drosten

Forderung nach mehr Sequenzierung des Coronavirus

Im Kampf gegen die neuen Varianten will die Bundesregierung daher auch auf eine "verstärkte Sequenzierung" des Virus setzen.

"In Deutschland sind die Bemühungen bei den Sars-CoV-2-Sequenzierungen in meinen Augen nicht ausreichend. Großbritannien hat vorgemacht, wie man entsprechende Strukturen aufbauen kann“, kritisiert etwa Jörg Timm, Leiter des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Düsseldorf.

"Es ist so, dass alle Länder in Europa wenig sequenzieren", erklärt Drosten im NDR-Podcast - mit Ausnahme von Dänemark und Großbritannien. Unter normalen Umständen, etwa bei der Grippe sei es nicht notwendig, jedes Virus zu sequenzieren.

Einem Mann in Köln am 31.03.2020 mit einem Stäbchen ein Abstrich für einen Test auf den Coronavirus entnommen.

RNA-Veränderungen von Sars-Cov-2 - Auf der Suche nach Corona-Mutationen 

Das Coronavirus mutiert, was zunächst ganz normal ist. Eine Variante breitet sich gerade in Großbritannien aus. Wie man Mutationen trackt und was Deutschland besser machen könnte.

von Julia Klaus

Virus-Variante fiel Briten durch PCR-Testung auf

Aufgrund der Forschungstradition und der Strukturierung der Forschungsgemeinschaft liefe das bei den Briten und Dänen schon seit Jahren anders. In Deutschland habe man sich - in der Tradition Robert Kochs - hingegen auf das Studium des Krankheitserregers selbst spezialisiert, so Drosten.

Das Lamento, dass man da zum Teil in der Öffentlichkeit hört, das teile ich so in dieser Intensität nicht.
Christian Drosten

Auch in Deutschland sei man nun dabei, Strukturen für eine bessere Sequenzierung aufzubauen. Außerdem: Die neue Variante war in Großbritannien nicht durch das Sequenzieren aufgefallen, sondern durch einen Zufall bei der PCR-Testung.

Was bringen verschärfte Regeln gegen neuen Corona-Varianten?

Die Forderung der Politik nach mehr Sequenzierung wirkt vor diesem Hintergrund aktionistisch. Und was ist mit den neuen, zum Teil verschärften Corona-Regeln? Reichen sie aus, um die neue Variante einzudämmen?

Die Münchner Virologin Ulrike Protzer hält die Beschränkung der Personenzahl auf eine Kontaktperson außerhalb des eigenen Haushalts für sehr sinnvoll. "Der nächste Schritt müsste jetzt sein, dass man sich nur noch mit einem anderen - festen - Haushalt treffen darf“, sagt sie ZDFheute.

Kritischer sieht sie den Bewegungsradius von 15 Kilometern. "Das birgt die Gefahr, dass Menschen vor allem in Ballungsräumen in ihrer Freizeit noch enger zusammenrücken - und die neuen Varianten sich dann doch besser ausbreiten“, befürchtet die Leiterein der Virologie am Münchener Helmholtz-Zentrum.

In Landkreisen mit hohen Corona-Infektionszahlen soll der Bewegungsradius der Einwohner auf 15 Kilometer um den Wohnort begrenzt werden.

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Auswirkungen der Corona-Regeln erst in Wochen abzulesen

"Je schneller die Corona-Zahlen runterkommen, desto besser ist es, gerade auch in Anbetracht der neuen Varianten", fasst ihre Kollegin, die Virologin Melanie Brinkmann, gegenüber ZDFheute zusammen.

An dieser Formel werden sich die neuen Corona-Regeln messen lassen müssen. Aktuell sind die Zahlen der Neuinfektionen noch nicht belastbar. Das RKI geht davon aus, dass die Daten frühestens Ende nächster Woche, Anfang übernächster Woche wieder aussagekräftig sind.

Und bis sich die Auswirkungen der neuen Corona-Regeln in den Zahlen niederschlagen, kann es wiederrum einige Wochen dauern. Erst dann wird sich wirklich entscheiden, wie sinnvoll die Einschränkungen waren. Oder wie Christian Drosten es wohl ausdrücken würde: "Das wird einfach dauern."

Kontaktbeschränkungen werden verschärft und die Bewegungsfreiheit in Corona-Hotspots eingeschränkt. Günther Neufeldt ordnet die Maßnahmen rechtlich ein.

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Aktuelles zur Coronavirus-Krise

Die ersten Dosen des Pfizer-Biontech Covid-19 Impfstoffs werden in einer Box im Impfzentrum in Magdeburg gelagert

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Die Booster-Impfungen laufen, doch in vielen Praxen mangelt es an Impfstoff. Noch-Gesundheitsminister Spahn kündigt an, bis Weihnachten werde genug Impfstoff zur Verfügung stehen.

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Zum voraussichtlich letzten Mal nimmt Jens Spahn als noch amtierender Gesundheitsminister mit dem RKI Stellung zur Corona-Lage. Der Appell: Es muss noch mehr geimpft werden.

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von Britta Buchholz
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