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Variante aus Großbritannien - Corona-Mutanten: Was man weiß und was hilft

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Die Datenlage zur neuen Corona-Variante aus Großbritannien wird immer klarer und zeigt: Die Mutante verbreitet sich schneller. Was gegen ihre Ausbreitung hilft.

Portugal, Lissabon: Menschen mit Mundschutz warten vor einem Wahllokal.
In Portugal steigen die Corona-Neuinfektionen wieder an. Der Anstieg wird mit der Ausbreitung der britischen Corona-Variante begründet.
Quelle: epa

Jetzt also auch Portugal: Die britische Corona-Variante breitet sich weiter in Europa aus. In dem südeuropäischen Land ist die Zahl der Covid-19-Infektionen zuletzt wieder rasant angestiegen. Dies wird weitgehend auf die sich schneller ausbreitende Corona-Mutante B.1.1.7 zurückgeführt, die zunächst in Großbritannien festgestellt worden war.

Auch in Deutschland häufen sich Berichte über die Variante. Erst am Samstag wurde ein Ausbruch in einem Krankenhaus im Berliner Stadtteil Reinickendorf bekannt. 14 Patient*innen und sechs Mitarbeiter*innen waren betroffen, das Krankenhaus stoppte daraufhin die Aufnahme neuer Patient*innen.

In Berlin steht wegen der britischen Corona-Variante das Humboldt-Klinikum unter Quarantäne. Die mutmaßlich ansteckendere Mutante war bei einem Routine-Screening entdeckt worden.

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Auch in München gibt es einem Labor-Betreiber zufolge Hinweise darauf, dass sich die britische und südafrikanische Variante innerhalb von drei Wochen stark ausgebreitet haben. "Innerhalb von nicht einmal drei Wochen ist der Anteil der Varianten an den Infektionen von weniger als ein Prozent auf einen hohen einstelligen Prozentbereich geschnellt", sagte Labormediziner Jürgen Durner.

Drosten: Corona-Mutante, die sich schneller verbreitet

"Wir haben es mit einer Mutante zu tun, die sich schneller verbreitet", erklärte Virologe Christian Drosten im jüngsten Coronavirus-Podcast des NDR mit Blick auf aktuelle Studienergebnisse.

Jetzt mit den sehr viel besseren Daten ist es eindeutig eine Vermehrung.
Christian Drosten

Er betonte: "Wir müssen jetzt etwas machen, wenn wir speziell das Aufkeimen der Mutante in Deutschland noch beeinflussen wollen."

Das erscheint angesichts zunehmender Berichte über ihre Ausbreitung besonders wichtig. Neuen Erkenntnissen zufolge könnte sich auch die südafrikanische Coronavirus-Variante 501Y.V2 womöglich stärker ausbreiten als die in Deutschland bisher hauptsächlich verbreitete Sars-CoV-2-Variante.

Der Blick auf die Corona-Zahlen stimmt vorsichtig hoffnungsvoll: weniger Neuinfektionen, weniger Intensivfälle. Aber: kein Grund zur Entwarnung, sagen Experten.

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Die Coronavirus-Variante 501Y.V2 - auch als B.1.351 bekannt - wurde in Südafrika zuerst entdeckt und ist mittlerweile in zahlreichen Ländern, auch in Deutschland, nachgewiesen.

Corona-Mutation soll Übertragbarkeit erhöhen

Ein Grund für die schnellere Ausbreitung der britischen aber auch südafrikanischen Virus-Variante sollen Mutationen sein, die das sogenannte "Spike-Protein" betreffen und dafür sorgen, dass das Virus besser an Zielzellen andocken kann. Eine dieser Mutationen heißt N501Y.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass N501Y die Rezeptorbindungsaffinität des Spike-Proteins beeinflusst und es ist möglich, dass diese Mutation allein oder in Kombination (…) die Übertragbarkeit des Virus erhöht.
Public Health England

Drosten hat zudem eine weitere Vermutung zur höheren Ausbreitung der britischen Variante: "Es gibt andere Erklärungsmöglichkeiten. Dazu zählt auch die Möglichkeit, dass es vielleicht mit der Mutante weniger Symptomatische oder weniger schwer Symptomatische gibt, vor allem in der Frühphase der Erkrankung."

Weil Menschen mit wenig oder keinen Symptomen sich eher fit fühlen, bleiben sie nicht so schnell zu Hause wie Leute mit starken Symptomen - und können so unentdeckt mehr Menschen anstecken.

Bundesregierung kauft Antikörper-Mittel gegen Corona: Diese Form der Antikörper soll wie eine passive Impfung wirken, so der Bundesgesundheitsminister.

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Welche Methoden helfen gegen neue Corona-Variante?

"Für Virologen sind Mutationen nicht erstaunlich", sagte der Gießener Virologe Friedemann Weber ZDFheute. Um erfolgreich zu sein, müsse ein Virus eben mutieren.

Damit wir wiederum erfolgreich gegen die Mutanten sind, braucht es Abstands-, Hygiene- und Lüftungsregeln. Diese gängigen Standards seien im Kampf gegen die neuen Varianten ebenso effektiv wie gegen die anderen Varianten, so Weber. Im NDR-Podcast nannte sein Kollege Drosten eine weitere hilfreiche Methode: den Lockdown.

"Wir sehen eindeutig, dass die Lockdown-Maßnahmen, die jetzt in Großbritannien ergriffen wurden, dazu führen, dass selbst in den Gebieten, wo die Inzidenz sehr hoch ist, wo man davon gesprochen hat, dass die Situation außer Kontrolle geraten ist, wie zum Beispiel in London, dass auch dort jetzt die Inzidenz ganz klar absinkt", erklärte der Virologe.

Wenn man mit ganz normalen Maßnahmen der Kontaktbeschränkung da reingeht, dann hat das auch einen Effekt.
Christian Drosten

Forscher: Wenig Anhaltspunkte für tödlicheren Verlauf durch Corona-Variante

Und was ist mit den Meldungen - und der Warnung des britischen Premierministers Boris Johnson -, wonach die britische Variante tödlicher sein könnte als ihre Vorgänger? Dafür sehen Wissenschaftler*innen bisher nicht genug Anhaltspunkte.

"Der Bericht, der die erhöhte Sterblichkeitsrate, die der Variante B1.1.7 zugeschrieben wird, unterstützt, ist bemüht zu betonen, dass die Daten begrenzt und die Schlussfolgerungen vorläufig sind", erklärte der britische Virologe Ian Jones.

Auch der britische Gesundheitsminister bemühte sich nach dem Vorpreschen seines Premiers um so etwas wie Schadensbegrenzung.

Es sei "nicht wirklich sicher, wie tödlich" B.1.1.7 ist, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Sonntag dem Sender Sky News. Zumindest das klingt nach einer der positiveren Nachrichten der vergangenen Tagen.

Zu sehen ist ein Corona-Virus mit den erkennbaren Spike-Proteinen.

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Corona-Mutante: Was sie so gefährlich macht
 

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