Sie sind hier:

Corona-Ausbruch in Frankfurt - Gemeinde trug offenbar keine Maske

Datum:

Nach einem Gottesdienst in Frankfurt haben sich mehr als 100 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nun gibt es Anhaltspunkte, dass die Gemeinde auf Schutzmasken verzichtet hat.

Bethaus einer Baptisten-Gemeinde in Frankfurt.
Bei einem Gottesdienst in einer Baptisten-Gemeinde in Frankfurt am Main haben sich mehr als 100 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt.
Quelle: Boris Roessler/dpa

Infolge der mehr als 100 Covid-19-Infektionen in einer Frankfurter Baptisten-Gemeinde gibt es nun weitere Anhaltspunkte dafür, unter welchen Bedingungen sich das Virus ausbreiten konnte. Bei der Versammlung am 10. Mai seien zwar separate Ein- und Ausgänge benutzt und der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten worden, doch habe man auf das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verzichtet, heißt es in einer am Montag auf der Homepage der Frankfurter Evangeliums-Christen-Baptisten-Gemeinde veröffentlichten Erklärung.

Außerdem wurde nach Angaben der Gemeinde während des Gottesdienstes gesungen. Singen gilt nach Ansicht von Wissenschaftlern wegen des vermehrten Ausstoßes von Aerosolen als Infektionsrisiko.

Welche Rolle spielen Aerosole bei der Ansteckung mit Corona-Viren? Bei normaler Konversation, beim Singen, beim Lachen – Aerosole entstehen beim Ein- und Ausatmen. Ob und wie sie Corona-Viren übertragen, ist allerdings noch nicht eindeutig erforscht.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Gemeinde "tief bestürzt und traurig"

Die Baptisten-Gemeinde zeigte sich "tief bestürzt und traurig" über den Corona-Ausbruch. "Unser Trost ist, dass sich viele Erkrankte auf einem guten Weg der Genesung befinden und einige bereits gesund geworden sind", heißt es in der Erklärung. Da es in der Gemeinde viele Familien mit fünf und mehr Kindern gebe, nehme die Zahl der Ansteckungen zu Hause weiter zu. Auch der Vereinsvorsitzende und sein Stellvertreter seien infiziert. Die Gottesdienste der Gemeinde fänden nun nur noch im Internet statt.

Am Wochenende war der Corona-Ausbruch in der baptistischen Gemeinde öffentlich geworden. Der hessische Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) hatte mitgeteilt, dass im Umfeld der Gemeinde bereits 107 Menschen mit Wohnsitzen in Frankfurt und drei weiteren hessischen Landkreisen positiv auf das Coronavirus getestet worden seien.

Diese Situation zeigt, wie wichtig es ist, dass wir alle - gerade während der Lockerungen, die jetzt wieder möglich gemacht werden - wachsam bleiben und nicht leichtsinnig werden.
Kai Klose, hessischer Gesundheitsminister

Religiöse Versammlungen sind in Hessen seit dem 1. Mai unter Auflagen wieder erlaubt. So muss in evangelischen und katholischen Kirchen sowie in Synagogen und Moscheen der Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen den Teilnehmern eingehalten werden, nötig sind zudem weitere Hygienemaßnahmen wie das Aufstellen von Desinfektionsspendern. Die betroffene Gemeinde ist ein privater Verein und gehört auch nicht zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland.

Regierungssprecher Seibert: "Das ist vermeidbar"

Die Bundesregierung hält indes an verbindlichen Regeln zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie fest. Bei zentralen Verhaltensregeln wie der Abstandsregel, Kontakteinschränkungen und Hygienemaßnahmen sollte es weiter verbindliche Anordnungen und Allgemeinverfügungen geben und nicht reine Gebote, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

Die Fälle in Frankfurt und auch in Ostfriesland zeigten, "was ganz schnell geschehen kann, wenn ganz offensichtlich Grundregeln außer Acht gelassen worden sind. Und das ist vermeidbar", so Seibert.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.