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Sorge vor Coronavirus wächst - Mehr Tote

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Krisensitzung der WHO - Sorge vor Coronavirus wächst - Mehr Tote

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Mindestens 17 Tote, Hunderte Kranke und viel Vorsicht: China schränkt wegen des Coronavirus Versammlungen und Reisen ein. Auch in anderen Ländern wächst die Sorge.

Das Corona-Virus hat bereits Menschenleben in China gekostet und mehrere Hundert sind damit infiziert. Das Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

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Angesichts zunehmender Todesfälle durch das neuartige Coronavirus verschärfen chinesische Behörden ihre Sicherheitsvorkehrungen. Bis Mittwoch wurden 17 Tote gemeldet, zudem wurden 473 Erkrankungen bestätigt. Der Vizeminister der Nationalen Gesundheitskommission, Li Bin, warnte, es gebe Hinweise auf eine grippeähnliche Übertragung des Virus über die Luft durch Tröpfcheninfektion.

In China ist die Zahl der Toten durch das Corona-Virus auf 17 gestiegen. Auch außerhalb Chinas sind Infektionen bekannt. Die Weltgesundheitsorganisation berät darüber, ob ein Gesundheitsnotstand ausgerufen wird.

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In der Provinz Hubei, in deren Hauptstadt Wuhan der Ursprung des Virus vermutet wird, sollen öffentliche Versammlungen eingeschränkt werden. Unternehmen in China statteten ihre Mitarbeiter mit Mundschutz-Masken aus und warnten sie vor Reisen in die Millionenmetropole Wuhan. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berief ein Krisentreffen ein.

Mehr als 2.000 Menschen in China isoliert

Am Dienstag war die erste Infektion mit dem neuen Coronavirus in den USA bekanntgeworden. Die chinesische Regierung informiert täglich über die Anzahl der bekannten Fälle, um Panik in der Öffentlichkeit zu vermeiden. Ab Freitag treten viele der 1,4 Milliarden Chinesen wegen Feierlichkeiten rund um das chinesische Neujahrsfest Reisen im In- und Ausland an. Das Risiko einer weiteren Ausbreitung der Epidemie erhöhe sich dadurch, die Prävention würde erschwert, sagte Li.

Man müsse sich in Deutschland oder auch als Reisender keine großen Sorgen machen, sagt Virologe Christian Drosten. Es könnte aber auch hierzulande "eingeschleppte Einzelfälle" geben.

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Knapp 2.200 Menschen, die mit infizierten Personen in Kontakt kamen, wurden isoliert. Die Regierung rief die Bevölkerung dazu auf, besonders vorsichtig beim Auftreten von Fieber und Erkältungssymptomen zu sein.

Viele Chinesen sagten Reisen ab und mieden öffentliche Plätze wie Kinos und Einkaufszentren. Manche suchten Zerstreuung in Katastrophenfilmen wie "The Flu" ("Die Grippe"), der am Mittwoch der am meisten gesuchte Film auf dem chinesischen sozialen Netzwerk Douban war.

Ursprung auf Tiermarkt vermutet

Der taiwanesische Apple-Zulieferer Foxconn riet Mitarbeitern, während der Neujahrsfeierlichkeiten nicht das chinesische Festland zu bereisen. Die Großbank HSBC riet ihren Angestellten zwar nicht von Reisen nach Wuhan ab, mahnte aber zu besonderer Vorsicht.

Hinter dem Ausbruch der neuartigen Lungenerkrankung steht ein neuer Stamm des Coronavirus, dessen Ursprünge auf einen Fischmarkt in Wuhan zurückgeführt werden. Auf ihm sollen Tiere auch illegal verkauft worden sein.

WHO prüft "Gesundheitsnotstand"

Die WHO prüfte am Mittwoch auf einer Krisensitzung, ob der Ausbruch einen internationalen Gesundheitsnotstand darstellt. Damit verbinden sich schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung einer Krankheit. Das Virus hat sich auch auf Städte wie Peking, Shanghai, Macau und Hongkong ausgebreitet. Zudem wurden neben den USA auch Erkrankungen in Thailand, Südkorea, Japan und Taiwan gemeldet.

Der internationale Gesundheitsnotstand wurde in Folge der Sars-Epidemie entwickelt und bislang erst fünf Mal ausgerufen - 2009 wegen Schweinegrippe, 2014 wegen Polio und Ebola, 2016 wegen des Zika-Virus und 2019 erneut wegen der Ebola-Epidemie in Afrika. Die Angst vor einer Pandemie ähnlich dem Ausbruch des schweren akuten Atemwegssyndroms (SARS), der in China begann und in den Jahren 2002 bis 2003 fast 800 Menschen tötete, hatte zu Wochenbeginn die globalen Märkte erschüttert.

Singapur rät von unnötigen Reisen nach Wuhan ab

Besonders hart wurden dabei die Aktien von Luxusgüter- und Luftfahrtunternehmen getroffen. Die Fluggesellschaft Cathay Pacific erlaubt ihren Flugbegleitern, zum Schutz vor einer Infektion Gesichtsmasken zu tragen. Passagiere mit Ziel Wuhan können ihre Flüge bis zum 15. Februar kostenfrei umbuchen oder stornieren.

Singapur ordnete eine Überprüfung aller Passagiere mit Flügen aus China an und riet von unnötigen Reisen nach Wuhan ab. Am Londoner Flughafen Heathrow sollen separate Bereiche für Passagiere geschaffen werden, die aus Regionen kommen, die von dem Virus betroffen sind.

Bisher kein Impfstoff

Die deutschen Flughäfen sehen sich für den Umgang mit Verdachtsfällen des Coronavirus gut gerüstet. Man habe im Ernstfall detaillierte Notfallpläne mit klaren Abläufen und stehe in engem Kontakt mit den Behörden, erklärte der Branchenverband ADV.

Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen forderte China unterdessen auf, die "wahren" Informationen über den Coronavirus preiszugeben. Die Regierung habe Reisegruppen aus Wuhan angewiesen, vorerst nicht nach Taiwan zu kommen, sagte Tsai vor Reportern. Sie forderte die WHO auf, Taiwan nicht aus politischen Gründen von einer Zusammenarbeit bei dem Ausbruch des Virus auszuschließen.

Medizinjournalist Dr. Christoph Specht ordnet die aktuelle Lage ein.

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Taiwan ist wegen des Einspruchs Chinas, das die Insel als chinesische Provinz ansieht, kein Mitglied der WHO. Die in Genf ansässige UN-Organisation rechnet mit weiteren neuen Fällen des Virus. Gegenwärtig gibt es keinen Impfstoff gegen das Virus. Die Aktien von Moderna legten an der Wall Street vorbörslich um sechs Prozent zu, nachdem das US-Biotechunternehmens mitgeteilt hatte, mit nationalen Gesundheitsbehörden an einem Impfstoff gegen den neuen Coronavirus zu arbeiten.

Auch Russland entwickelt nach Angaben der Aufsichtsbehörde für Konsumentenschutz und Gesundheitsschutz einen Impfstoff. Die russischen Behörden verstärkten außerdem die Kontrollen an der chinesischen Grenze, um eine Ausbreitung zu verhindern.

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