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FAQ

Neue Mutante aus Südafrika : Was wir über die Virusvariante C.1.2 wissen

Datum:

Eine weitere Corona-Virusvariante mit besonders vielen Mutationen breitet sich aus Südafrika aus. C.1.2 könnte eine "sehr unangenehme Variante" sein, meint ein Virologe.

Archiv: Positive Coronavirus-Proben werden in einem Eiskübel vorbereitet, um sequenziert und auf die mutierten Versionen des Coronavirus analysiert zu werden im Bioscientia-Labor in Ingelheim am 27.01.2021
Positive Coronavirus-Proben werden in einem Eiskübel vorbereitet, um sequenziert und auf die mutierten Versionen des Coronavirus analysiert zu werden.
Quelle: Reuters

Alpha, Beta, Gamma und Delta - das sind die Varianten des Coronavirus, die bei uns das Infektionsgeschehen und auch die Berichterstattung dominieren. Es gibt aber noch viele weitere Varianten - aktuell 1.546 (Stand 28.9.2021) - mit unterschiedlichen Mutationen und bei jeder neuen Infektion besteht die Chance, dass sich das Coronavirus weiter verändert oder anpasst.

Eine relativ neue Variante, die Wissenschaftler beschäftigt, ist C.1.2, die in Südafrika entstanden ist. Sie wurde erstmal im Mai 2021 nachgewiesen und hat sich schnell in alle Landesteile Südafrikas ausgebreitet.

Wie weit verbreitet ist C.1.2?

Die meisten Infektionen mit der Virusvariante C.1.2 - etwa 85 Prozent - wurden in Südafrika entdeckt: Dort macht das Virus mittlerweile etwa zwei Prozent aller Corona-Infektionen aus. Es ist also aktuell noch nicht weit verbreitet. Weitere Fälle gab es bisher in Mauritius, Zimbabwe, Botswana, China und Neuseeland. In Europa wurde die Variante bisher in Portugal, der Schweiz und Großbritannien nachgewiesen.

In all diesen Ländern liegt der Anteil am Infektionsgeschehen aber bislang unter einem Prozent. Überwacht wird die Ausbreitung der verschiedenen Corona-Varianten von verschiedenen wissenschaftlichen Instituten weltweit, die ihre gesammelten Daten miteinander teilen und auswerten. In Deutschland hat das RKI bisher keine Fälle registriert.

Was ist besonders an der neuen Corona-Variante?

Das besondere an C.1.2 ist, dass die Variante besonders viele Mutationen aufweist, viele davon am für die Infektion wichtigen Spike-Protein. Die Mutationsrate, also die Häufigkeit, mit der eine Mutation spontan auftritt oder erzeugt werden, liegt bei 41,8 Mutationen pro Jahr und damit doppelt so hoch wie bei den bisher bekannten Varianten.

Das südafrikanische Nationale Institut für übertragbare Krankheiten erklärte am Montag, dass die C.1.2-Variante einige Mutationen beinhaltet, die auch in anderen Varianten von Interesse (VOI) oder besorgniserregenden Varianten (VOC) bekannt seien. Darunter sind Mutationen, die zu einer höheren Übertragbarkeit führen und solche, die den Immunschutz von Genesenen und Geimpften zu umgehen versuchen. Manche Mutationen seien aber auch völlig neu.

Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer erklärt auf Anfrage von ZDFheute, dass die Einschätzung der neuen Variante noch sehr vorläufig sei und auf Vergleichen mit anderen Varianten anhand der detektierten Mutationen beruhe. Nicht jede Variante, die sich in einer Region ausbreitet, sei auch in der Lage. die aktuell dominante Delta-Variante zu verdrängen, so Stürmer.

Es ist aber durchaus möglich, dass sich C.1.2 als eine sehr unangenehme Variante herausstellt.
Martin Stürmer, Virologe

Wirken Impfstoffe gegen die C.1.2-Variante?

Diese Frage ist aktuell noch schwer zu beantworten, da es zur Untersuchung noch zu wenige Fälle gibt und erst noch mehr Daten dazu gesammelt werden müssen. Die Wissenschaftler aus Südafrika halten einen "Immun-Escape", also die Möglichkeit des Virus, einen Menschen trotz Immunschutz zu infizieren, für möglich. Sie weisen aber ausdrücklich darauf hin, das die Impfung bei einer Infektion trotzdem ein hohes Level an Schutz bietet und die Gefahr für einen schweren Verlauf oder den Tod durch Covid-19 stark verringert.

Wie lassen sich derartige Mutationen verhindern?

Verhindern lassen sich derartige Mutationen nur, wenn es möglichst wenige Neuinfektionen gibt, da jede Übertragung des Coronavirus eine neue Mutante hervorbringen kann.

Dieses Beispiel zeigt uns wieder, wie wichtig es ist, das Infektionsgeschehen so gering wie möglich zu halten, um die Wahrscheinlichkeit der Entstehung und Selektion von besorgnis-erregenden Varianten so weit wie möglich zu reduzieren.
Martin Stürmer, Virologe

Auch eine hohe Impfquote kann die Mutationsrate des Coronavirus senken, wie eine Studie von Forschern des Institute of Marine and Environmental Technology in Baltimore, USA, zeigt. Diese Studie muss aber noch von anderen Wissenschaftlern überprüft werden.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert in diesem Zusammenhang erneut dazu auf, afrikanische Länder mit Impfstoffen gegen Corona zu versorgen:

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Südafrika ist das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land auf dem afrikanischen Kontinent. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Land mehr als 2,7 Millionen Corona-Infektionsfälle registriert. Mindestens 81.830 Menschen starben im Zusammenhang mit Covid-19.

Südafrika, Soweto: Polizeikräfte werden gege Corona geimpft.

Virus-Variante auf Vormarsch - Delta in Südafrika: Impfstoff Mangelware 

In Südafrika breitet sich die Delta-Variante rasant aus - schneller als alle übrigen. Das lässt die Infektionszahlen steigen - drängt aber auch die gefürchtete Beta-Mutante zurück.

von Sandra Theiß

Welche neuen Varianten werden aktuell noch beobachtet?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am Mittwoch eine weitere Corona-Variante als "Variante von Interesse" eingestuft. Die auch als "Mu" bezeichnete Variante B.1.621 weise Mutationen auf, die auf eine mögliche Resistenz gegen Impfstoffe hindeuten könnten, teilte die Organisation mit. Diese Variante des Coronavirus war erstmals im Januar in Kolumbien aufgetreten.

Die Mu-Variante verfügt über eine Konstellation aus Mutationen, die das Risiko einer immunevasiven Eigenschaft erkennen lassen.
Erklärung der WHOI

Inzwischen sei die Variante außer in Kolumbien auch in weiteren südamerikanischen Ländern sowie in Europa aufgetreten. Während in Kolumbien 39 Prozent der Corona-Infektionsfälle auf die Mu-Variante zurückgehen, liege die globale Verbreitung der Variante jedoch bei unter 0,1 Prozent.

Auf der Illustratioin ist eine Person zu sehen, die ein Schutzschild hält. Das Schutzschild ist zum Teil gerisssen, Coronaviren dringen durch das Schild.

Nachrichten | Politik - Infiziert trotz Corona-Impfung - Warum? 

Je mehr Menschen geimpft, desto mehr wird es auch zu Impfdurchbrüchen kommen. Hinzu kommen eine steigende Inzidenz und nachlassender Impfschutz.

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