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Immunologe mit Risikoabschätzung : Was für die Impfung von Kindern spricht

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Soll man Fünf- bis Elfjährige gegen Corona impfen lassen? Möglich ist es, wenn auch nicht pauschal von der Stiko empfohlen. Immunologe Watzl nennt drei Argumente dafür.

Kind wird mit Biontech geimpft
Seit einigen Wochen können Kinder ab fünf Jahren gegen Corona geimpft werden.
Quelle: dpa

Mehr als 650.000 Kinder zwischen fünf und elf Jahren haben mindestens ihre erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten - das entspricht 12,8 Prozent in der Altersgruppe. Dabei hat die Impfkampagne für jüngere Kinder erst vor Weihnachten richtig begonnen.

Viele Eltern hatten die Impfung lange erwartet, manche gar Off-Label vorziehen lassen. Andere überlegen noch, wie sie für ihre Kinder verfahren sollen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung nur für Kinder mit Vorerkrankungen oder schutzbedürftigen Angehörigen ausdrücklich. Sie betont aber, dass die Impfung bei "individuellem Wunsch" für alle Kinder zwischen fünf und elf möglich ist.

Wie also entscheiden? Immunologe Carsten Watzl von der TU Dortmund hat auf Twitter eine Risikoabschätzung vorgenommen und zählt die Argumente für eine Impfung auf:

1. Schutz vor der Infektion

Von 10.000 infizierten Kindern müssten 1,6 aufgrund von Covid im Krankenhaus behandelt werden, argumentiert Watzl, der auch Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie ist. Davor schütze die Impfung. 2 von 100.000 infizierten Kindern seien gestorben.

Die Infektion stellt relativ geringes Risiko für die Fünf-bis Elfjährigen dar, sie ist aber nicht ungefährlich.
Carsten Watzl

ZDFheute Infografik

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2. Schutz vor Spätfolgen

Einige Kinder entwickeln Wochen nach der Corona-Infektion das Entzündungssyndrom PIMS. Es gilt zwar als gut behandelbar, die kleinen Patienten müssen jedoch ins Krankenhaus. Laut Watzl betrifft PIMS 3 von 10.000 infizierten Kindern, von denen 1,6 auf der Intensivstation behandelt werden müssten. Bisher sei kein PIMS-Todesfall bekannt.

Während bei der Stiko-Bewertung noch unklar gewesen sei, ob die Corona-Impfung auch vor PIMS schütze, zeige nun eine Studie aus Frankreich: "Impfung schützt auch davor. Kein PIMS-Fall nach vollständiger Impfung", schreibt Watzl.

Die noch relativ unbekannte Erkrankung "PIMS" tritt nach einer Corona-Infektion auf.

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Inwiefern Long-Covid Kinder betrifft, ist noch unklar. Das solle aber nicht heißen, dass es Long-Covid bei Kindern nicht gebe, betont Watzl. Und: "Zumindest bei Erwachsenen schützt die Impfung auch vor Long-Covid."

Der Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hatte in einer Pressekonferenz am Freitag ebenfalls auf die Vorteile von Kinderimpfungen zum Schutz vor Spätfolgen hingewiesen. Studien in den USA hätten jetzt Risiken für Folgekrankheiten erkannt. "Da bitte ich, dass nie vergessen wird, dass es Post-Covid oder vor allem Long-Covid gibt", sagte Wieler. Das müsse bedacht werden, bei der Frage, warum Kinder geschützt werden sollten.

Fünf- bis Elfjährige können sich jetzt gegen das Coronavirus impfen lassen.

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3. Impfstoff sehr gut verträglich

Eine wichtige Frage bei der Abwägung ist auch, wie hoch das Risiko für Kinder durch die Impfung ist. Immunologe Watzl betont eine "sehr gute Verträglichkeit" der Kinderimpfung und dass sich "keine schweren Nebenwirkungen" aus der Zulassungsstudie ergeben hätten. Da eine solche Studie seltene Nebenwirkungen nicht zeigen könne, beruft sich Watzl zudem auf neuere Daten aus den USA, die bereits mehrere Millionen Impfungen bei Fünf- bis Elfjährigen durchgeführt hätten. Auch hier zeige sich eine "sehr gute Verträglichkeit".

Nur zwölf Fälle von Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) seien bekannt, sie seien alle mild verlaufen. Das Risiko einer Herzmuskelentzündung durch die Impfung sei zehnmal geringer als bei den 12- bis 15-jährigen. Für Mädchen gebe es gar kein erhöhtes Risiko.

Das Risiko der Impfung ist circa 100-fach geringer als das der Infektion mit vier Fällen von Myokarditis bei einer Million Impfungen und ansonsten sehr guter Verträglichkeit.
Carsten Watzl, Immunologe

Watzl resümiert: Die Impfentscheidung müssten die Eltern anhand dieser Daten selber treffen.

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Interview

Corona-Impfschäden - Laschet: "Es gibt auch Nebenwirkungen" 

Die Politik habe zu wenig über Nebenwirkungen der Corona-Impfung geredet, sagt Ex-NRW-Ministerpräsident Laschet: "Man hat's nicht kommuniziert." Corona müsse aufgearbeitet werden.

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