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Familienministerin Giffey - An Weihnachten droht mehr Gewalt gegen Frauen

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Wegen der Corona-Maßnahmen drohe an Weihnachten eine Zunahme häuslicher Gewalt gegen Frauen, so Familienministerin Giffey. An Ostern habe es bereits einen solchen Anstieg gegeben.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey spricht in ein Mikrofon, während einem SPD-Parteitag. Giffey warnt vor der Vereinsamung der Menschen im Lockdown.
Familienministerin Giffey warnt vor einer Vereinsamung der Menschen durch Kontakt-Beschränkungen.
Quelle: epa (Archivbild)

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) befürchtet wegen der Corona-Beschränkungen mehr häusliche Gewalt an Frauen um die Weihnachtstage. Außerdem warnt sie davor, Pflegeheime in der Pandemie für Besucher zu schließen.

In der Zeit der Kontaktbeschränkungen im Frühjahr seien die Anrufe beim Hilfetelefon gegen Gewalt an Frauen "hochgegangen um etwa 25 Prozent gegenüber 2019, auffällig war es an den Osterfeiertagen", sagte Giffey den Zeitungen der "Funke-Mediengruppe".

Giffey: Hohe Dunkelziffer bei häuslicher Gewalt

Derzeit gebe es bis zu 480 Telefonberatungen in der Woche zu häuslicher Gewalt. Giffey geht dabei von einer großen Dunkelziffer aus.

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Unter der Telefonnummer 0 80 00 / 11 60 16 und via Online-Beratung werden Betroffene unterstützt - anonym und kostenfrei.

Giffey warnt vor Vereinsamung durch Corona-Maßnahmen

Giffey warnt außerdem davor, Pflegeheime in der Pandemie für Besucher zu schließen. Man dürfe nicht noch einmal in eine Situation kommen wie im Frühling, sagte die Familienministerin den Zeitungen der "Funke Mediengruppe":

Menschen, die sozial isoliert sind, die alleine sterben, weil sie nicht besucht werden dürfen.
Franziska Giffey (SPD), Bundesfamilienministerin 

"Wir müssen verhindern, dass Menschen vereinsamen", sagt Giffey. Als "große Erleichterung" bezeichnete Giffey die Corona-Schnelltests. "Sie ermöglichen, dass Besucher zu ihren Verwandten kommen können, ohne sie in Gefahr zu bringen. Wir können sehr dankbar sein, dass es dieses Mittel jetzt gibt."

Corona-Tests: Zeitaufwand lohnt

Der Zeitaufwand für das Testen zahle sich am Ende aus. Die Ministerin bekräftigte:

Es muss alles unternommen werden, damit Besuche in Pflegeheimen möglich bleiben.
Franziska Giffey (SPD), Bundesfamilienministerin 

Für Menschen mit Demenz sei es besonders wichtig, einen regelmäßigen Kontakt zu haben und nicht zu vereinsamen. Allerdings gebe es Situationen, in denen Besuche nicht möglich seien.

Wann sind Besuche im Pflegeheim nicht möglich?

"Wenn es ein akutes Ausbruchsgeschehen in einer Einrichtung gibt, kann man nicht noch Besucher reinlassen." In jedem Fall solle es aber ermöglicht werden, dass "Menschen, die im Sterben liegen, nicht alleine sind und dass Angehörige Abschied nehmen können".

Vor den Weihnachtstagen appellierte Giffey zudem an die Eigenverantwortung der Bürger. "Wer Oma und Opa besuchen will, sollte sich gut überlegen, was er in der Woche davor macht."

Familienministerin appelliert an Eigenverantwortung

Jeder solle daran denken, dass es sehr viele Menschen gibt, die Weihnachten gar nicht mehr erleben, sagt sie. "Wir nehmen das immer so hin, diese Meldungen von Corona-Toten. Aber es muss auch darüber gesprochen werden, welches Leid das für diese Familien bedeutet."

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