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Präsenzgottesdienste - "Dürfen kein zusätzliches Risiko eingehen"

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Der Ärzteverband fordert ein bundesweites Verbot von Präsenzgottesdiensten an Weihnachten. Die Kirchen wehren sich - und verweisen auf Hygiene-Konzepte.

Sängerinnen und Sänger des Kammerchors der Frauenkirche stehen während einer Fernsehaufzeichnung für die Weihnachtliche Vesper im Kirchenschiff der Frauenkirche. Am 22.12.2020 in Sachsen, Dresden
Gottesdienst in der Kirche? Ärzte fordern ein Verbot an Weihnachten.
Quelle: dpa

Der Ärzteverband appelliert an Bund und Länder, Präsenzgottesdienste an Weihnachten zu verbieten. "In diesem Jahr sollte das bundesweit untersagt werden", sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, der Funke Mediengruppe.

"Weil wir wissen, wie leicht sich das Coronavirus gerade bei Gottesdiensten übertragen kann, dürfen wir zu Weihnachten angesichts der hohen Infektionszahlen kein zusätzliches Risiko eingehen." Es müsse deshalb eine einheitliche Vorgabe geben.

Kirche verweist auf strenge Hygiene-Konzepte

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, verwies auf strenge Hygiene-Konzepte und Besucherbegrenzungen in den Gottesdiensten. "Es wird keine überfüllten Gottesdienste geben", sagte er der "Passauer Neuen Presse".

Zudem böten die Kirchen digitale und Fernseh-Gottesdienste an. "Es gibt aber auch Menschen, die allein sind und für die der Gottesdienst in der Kirche ein Ort des Trostes ist, den sie gerade jetzt brauchen." Beide Kirchen stimmten sich eng ab, fügte Bedford-Strohm hinzu.

Heiligabend vor der Kirche statt in der Kirche; das Krippenspiel als Fotoreportage; die Christmette per Videostream. In diesem Jahr lassen sich viele Gemeinden etwas Besonderes einfallen.

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Gottesdienst an Weihnachten: Entscheidung muss vor Ort fallen

Kritik an Last-Minute-Forderungen nach pauschalen Absagen von Weihnachtsgottesdiensten kam von Caritas-Präsident Peter Neher. "Jetzt noch bis kurz vor Heiligabend die Debatte zu schüren, wonach Gottesdienste unsicher seien, das ist einfach unredlich", sagte Neher.

Grafik: Weihnachtsgottestdienste im TV

Ihm gehe es keineswegs um ein Sonderrecht der Kirchen, sondern darum, "dass Menschen gerade in dieser schwierigen Zeit in den Gottesdiensten Trost und Kraft finden". Bei regional extrem hohen Neuansteckungsraten sollten Präsenzgottesdienste abgesagt werden.

Am Montag hatte das Bundesinnenministerium erklärt, dass über Gottesdienst an Weihnachten vor Ort zu entscheiden sei. Den Absprachen zwischen Bund und Ländern gemäß müssen Gottesdienstbesucher Abstand halten, Maske tragen und sich anmelden. Zudem ist Gemeindegesang untersagt.

Eine goldene Kugel hängt an einem Weihnachtsbaum. Archivbild

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Shutdown auch zu Weihnachten und Silvester. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt. Diese Einschränkungen müssen Sie in diesem Jahr beim Feiern beachten.

von Julia Klaus

Umfrage: Jeder Zweite für Gottesdienst-Verbot

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab, dass jeder zweite Bundesbürger angesichts der hohen Infektionszahlen für ein Verbot der Weihnachtsgottesdienste eintritt.

Ob man selbst gläubig ist oder nicht, spielt dabei kaum eine Rolle. Die Bereitschaft zum Besuch von Weihnachtsgottesdiensten ist der Umfrage zufolge sehr gering: Nicht mehr als sechs Prozent wollen dorthin gehen.

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