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Intensivstationen am Limit - Weihnachten im Krankenhaus

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Hier möchte niemand gern Weihnachten verbringen: Zwischen vollen Intensivbetten und übermanntem Personal geht der Kampf ums Überleben auch an den Feiertagen weiter.

Den Krankenhäusern stehen extreme Weihnachtstage bevor. Schon seit Jahren werde die Arbeit anstrengender, sagen Pflegekräfte, und Corona spitze die Situation noch einmal zu.

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Es braucht gar keine Pandemie für das Gefühl, dass man an einem Ort sicher an Weihnachten nicht sein möchte - in einem Krankenhaus. Weder als Patient noch als Ärztin, Arzt oder Pflegekraft ist die Vorstellung, an den Festtagen in einer Klinik, statt mit Familie und Freunden zusammen zu sein, eine sehr erbauliche. Doch mitten in der Pandemie ist das Gefühl wohl gleich noch mal stärker.

Kliniken in der Vorweihnachtszeit an der Belastungsgrenze

Viele Kliniken sind am Limit, so wie das Klinikum Niederlausitz in Senftenberg, Südbrandenburg. Die Inzidenz im Landkreis liegt seit Wochen zwischen 500 und 600.

Täglich kommen neue Corona-Patienten in die Klinik, täglich müssen andere ausgeflogen werden und in anderen Krankenhäusern in Brandenburg oder Berlin weiterbehandelt werden, weil die Kapazitäten in Senftenberg nicht mehr reichen. Zudem macht das Virus auch vor dem Personal nicht halt. Viele Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger haben sich angesteckt, trotz Schutzmaßnahmen. [Alle Zahlen und Grafiken zum Coronavirus auf einen Blick.]

Die Tagesklinik, in der normalerweise Eltern-Kind-Therapien stattfinden, wurde geschlossen, stattdessen werden die Kinder des Personals von den Therapeuten und Therapeutinnen hier not-betreut, auch an Weihnachten. Und das unter strengen Hygienevorschriften: Jedes Kind muss vorher einen Corona-Test machen. Erst wenn der negativ ist, heißt es Plätzchen backen, basteln oder Weihnachtsfilme schauen, bis die Eltern mit ihrem Dienst fertig sind und sie wieder abholen.

Im Elbe-Elster Kreis in Brandenburg wird die Ausrufung des Katastrophenfalls erwogen. Der Grund: Die Intensivstationen sind völlig überlastet.

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Oberarzt: "Manchmal nennen wir es wahnsinnig"

Auf der Intensivstation erinnert ein wenig Weihnachtsdekoration an die Festtage, doch Zeit für besinnliche Stunden gibt es hier nicht. Der leitende Oberarzt nimmt sich routiniert und professionell der neuen Patienten an, sie sollen nicht spüren, dass hier eigentlich Ausnahmezustand herrscht.

"Wir erleben etwas nie Dagewesenes. Manchmal nennen wir es wahnsinnig, weil die Situation selbst die erfahrensten Kollegen vollkommen übermannt und vor Aufgaben stellt, die wir so noch nicht erlebt haben", erzählt er uns.

Und: Sie können trotz Hightech-Medizin nicht jeden retten. Auch an Weihnachten nicht. Die Begleitung der Sterbenden auf der Isolierstation ist für die Pflegerinnen und Pfleger, neben der Angst vor Ansteckung, die größte Belastung, erzählt uns Intensivpflegerin Celine Pinkau: "Die Patienten sterben quasi allein, da sind wir als Fremde, die den Patienten in seinen letzten Atemzügen begleiten und nicht die geliebten Angehörigen, dass ist das, was uns auch ziemlich doll an die Nieren geht."

Weihnachtsmusik auf dem Klinikgängen

Die Klinik gibt allen Patienten gratis Telefonkarten aus, versucht Videocalls zu ermöglichen, denn Besucher und Angehörige dürfen ja nicht kommen. Einige Angestellte bringen ihre Musikinstrumente mit, spielen ein paar Weihnachtslieder auf den Gängen der Klinik. Schöne Klänge in einer verzweifelten Situation.

Ein Rettungswagen verlässt das Gelände vom Klinikum Niederlausitz in Senftenberg
Das Klinikum Niederlausitz in Senftenberg muss Corona-Patienten auch ausfliegen, um Kapzitäten zu schaffen.
Quelle: dpa

Alles wirkt, als wäre es nur ein inszenierter, gruseliger Film, den wir da drehen. Doch wenn unsere Kamera ausgeht, kämpfen sie auf der Intensivstation weiter um Menschenleben, wird wieder ein Patient ausgeflogen und es holt wieder ein Klinikmitarbeiter sein Kind aus der Notbetreuung, weil sein Dienst an diesem Tag zu Ende ist. Der Film ist die Realität. Er wird weiter laufen, auch ohne unsere Kamera und auch an Weihnachten.

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