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Hersteller aus aller Welt : Wie wirksam sind die Corona-Impfstoffe?

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Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna haben eine hohe Wirksamkeit. Wie sieht es mit anderen Vakzinen aus - etwa denen, die in der EU noch nicht zugelassen sind?

Die europäische Impfstrategie gegen das Coronavirus und der bisher zögerliche Impfstart stehen in der Kritik, der Wunsch nach mehr Impfdosen ist groß. Daher werden Fragen nach Vakzinen, die außerhalb der westlichen Welt produziert werden, immer lauter.

Doch wie steht es um deren Wirksamkeit - auch im Vergleich zu Impfstoff-Kandidaten aus den USA oder Europa?

Wie steht es um die Impfstoff-Hersteller aus China und Russland?

Gamaleya-Institut (Russland): Das russische Gesundheitsministerium hat den Impfstoff Sputnik V am 11. August freigegeben - noch bevor die Ergebnisse der Phase-III-Studien vorlagen. Nach anfänglicher Kritik an fehlenden belastbaren Studien haben russische Forscher weitere Details zu dem Corona-Impfstoff Sputnik V veröffentlicht.

Demnach schützte das Vakzin in der dritten und letzten Phase der klinischen Studien 91,6 Prozent der Probanden vor einer symptomatischen Covid-19-Erkrankung. Die Ergebnisse wurden am Dienstag im medizinischen Fachblatt "Lancet" publiziert und von unabhängigen Experten überprüft.

Als erstes EU-Land kaufte Ungarn den russischen Impfstoff. In der EU wurde die Zulassung nach Angaben Russlands bei der europäischen Arzneimittelbehörde Ema beantragt. Beim Vakzin handelt es sich im einen Vektorimpfstoff.

Sinovac (China): Der Impfstoff "Coronavac" der chinesischen Biotechfirma Sinovac befindet sich in der klinischen Entwicklungsphase III. Studien mit Tausenden Freiwilligen laufen in Indonesien, der Türkei und in Brasilien. Indonesien hat dem Impfstoff am 11. Januar als erstes Land außerhalb Chinas eine Notfallgenehmigung erteilt.

Der Impfstoff hatte mit unterschiedlichen Daten zur Wirksamkeit Schlagzeilen gemacht. Daten aus der späten klinischen Studie in Brasilien zeigten, dass der Impfstoff bei der Verhinderung symptomatischer Infektionen, einschließlich "sehr leichter" Fälle, nur zu 50,4 Prozent wirksam war. Zuvor veröffentlichte Daten besagten, dass Coronavac eine 78-prozentige Wirksamkeit gegen "leichte bis schwere" Fälle zeigte. Türkische Forscher sprachen wiederum von einer Wirksamkeit von knapp 91 Prozent.

Coronavac gehört zu jenen Impfstoffen, die im Notfallprogramm der chinesischen Regierung bereits Zehntausenden Menschen vor Abschluss der klinischen Studien verabreicht wurden. Das Vakzin ist ein Impfstoff mit inaktiviertem Virus.

Sinopharm (China): Der staatliche chinesische Biotechkonzern hat am 31. Dezember die Zulassung für seinen Impfstoff-Kandidaten BBIBP-CorV in China erhalten. Er hat nach Angaben des Unternehmens eine Wirksamkeit von knapp über 79 Prozent, frühe Daten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten sprachen sogar von einer 86-prozentigen Wirksamkeit. Dieser sowie ein weiterer Impfstoff von Sinopharm werden in Phase-III-Studien in verschiedenen Ländern getestet.

Die beiden Sinopharm-Kandidaten sind ebenfalls Teil des Notfallprogramms in China. Ungarn hat als erstes EU-Land eine Notfallzulassung für den Impfstoff BBIBP-CorV erteilt. BBIBP-CorV ist ein Impfstoff mit inaktiviertem Virus.

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Wie steht es um die Impfstoffe anderer westlicher Hersteller?

Johnson & Johnson (USA): Der US-Pharmakonzern hatte seine Phase-III-Wirksamkeitsstudie Ende September gestartet und veröffentlichte am 29. Januar Ergebnisse. Anfang Februar will das Unternehmen in den USA eine Notfallgenehmigung beantragen.

Konzernangaben zufolge zeigte der Impfstoff in einer weltweiten Studie mit rund 44.000 Teilnehmern eine Wirksamkeit von 66 Prozent. Eine höhere Wirksamkeit von 72 Prozent zeigte das Vakzin in einer Untersuchung in den USA.

Die unterschiedlichen Studienergebnisse hängen offenbar auch mit den ansteckenderen Virus-Mutanten zusammen. In Südafrika, wo eine solche festgestellt wurde, zeigte der Impfstoff nur eine Wirksamkeit von 57 Prozent. Es handelt sich um einen Vektorimpfstoff.

Novavax (USA): Das US-Biotechunternehmen veröffentlichte am 28. Januar erste Zwischenergebnisse aus der entscheidenden Phase-III-Studie mit seinem Impfstoff im Vereinigten Königreich. Demnach zeigte das Vakzin eine Wirksamkeit von gut 89 Prozent.

Die Studie, an der 15.000 Menschen zwischen 18 und 84 Jahren teilnahmen, solle Grundlage für das Zulassungsverfahren in Großbritannien, der EU und anderen Staaten werden. Da es sich aber um Zwischenergebnisse handelt, wird es nach Angaben von Novavax noch zwei bis drei Monate dauern, bis Zulassungsanträge gestellt werden können. Es handelt sich um einen Totimpfstoff mit gentechnisch hergestelltem Virusantigen.

Curevac (Deutschland): Der Tübinger Impfstoffentwickler hat im Juni mit der klinischen Erprobung seines Vakzins begonnen und startete vor Weihnachten die zulassungsrelevante Studie mit mehr als 35.000 Teilnehmern. Erste Ergebnisse werden im ersten Quartal 2021 erwartet. In der Phase-I-Studie, an der mehr als 250 Probanden teilnahmen, wurde der Impfstoff in verschiedenen Dosierungen getestet. Er zeigte eine gute Verträglichkeit und eine ausgewogene Immunantwort.

Curevac teilte am 7. Januar mit, Unterstützung vom Leverkusener Bayer-Konzern bei der Entwicklung und Lieferung des Impfstoffs zu erhalten. Das Vakzin ist ein mRNA-basierter Impfstoff.

Und wie ist die Wirksamkeit bei den zugelassenen Impfstoffen?

Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca sind in der EU bereits zugelassen.

  • Biontech/Pfizer: Studien zufolge hat der Impfstoff eine Wirksamkeit von 95 Prozent.
  • Moderna: Der US-Biotechkonzern hatte im November Ergebnisse aus seiner zulassungsrelevanten Studie veröffentlicht. Demnach zeigt der Impfstoff eine Wirksamkeit von gut 94 Prozent.
  • Astrazeneca:Astrazeneca hat bislang nur Ergebnisse der Phase-III-Studien im Vereinigten Königreich und Brasilien veröffentlicht. Die durchschnittliche Wirksamkeit: gut 70 Prozent.
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