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Das sagen die Studien - Wie gut wirken Corona-Impfstoffe gegen Delta?

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Die Delta-Variante des Coronavirus könnte auch in Deutschland zunehmend zu mehr Infektionen führen. Wie gut ist der Schutz der bisher zugelassenen Impfstoffe? Ein Überblick.

Corona-Impfstoff von Biontech.
Corona-Impfstoff von Biontech.
Quelle: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich weltweit zunehmend aus, auch in Deutschland: Mittlerweile geht nach Schätzungen des Robert-Koch-Insituts (RKI) über die Hälfte der Neuinfektionen auf diese Mutante zurück, wie es in seinem aktuellen Variantenbericht schreibt.

Das Problem: Sie gilt als infektiöser, ein Infizierter steckt im Schnitt mehr weitere Menschen an als bei früheren Varianten. Und mehrere Laboruntersuchungen zeigen, dass sie offenbar resistenter gegen Impfstoffe ist als andere Varianten. Wie gut wirken die verschiedenen Impfstoffe gegen Delta? Ein Überblick:

Gute Schutzwirkung nur bei vollständiger Impfung

Eine einzelne Dosis der Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Astrazeneca bietet offenbar nur begrenzt Schutz vor einer Infektion durch die Delta-Variante. So ergab eine in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichte Studie, dass fast 80 Prozent der Geimpften nach einer ersten Dosis von Biontech/Pfizer "eine quantifizierbare neutralisierende Antikörperreaktion" gegen den ursprünglichen Virusstamm hatten - bei der Delta-Variante hingegen nur etwa ein Drittel.

Die Inzidenzwerte in Deutschland sind weiterhin sehr niedrig, für die vergangene Woche lagen sie bei fünf. Doch die Zahlen sinken nicht mehr weiter. Kann die neue Delta-Variante auch in Deutschland wieder zu vermehrten Infektionen führen?

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Auch das französische Institut Pasteur erklärte, eine einzelne Astrazeneca-Dosis habe "wenig bis gar keine Wirksamkeit" gegen die Delta-Variante. Daten der britischen Regierung weisen in dieselbe Richtung - darum verringerte sie unlängst den Abstand zwischen der ersten und der zweiten Impfung für Menschen über 40 Jahren von zwölf auf acht Wochen.

Biontech/Pfizer: Verhindert fast alle schweren Verläufe

Mit einer vollständigen Corona-Impfung lassen sich laut einer Mitte Juni vorgestellten Studie der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) schwere Krankheitsverläufe bei der Delta-Variante ebenso wirksam vermeiden wie bei der Alpha-Variante. Zwei Dosen des Wirkstoffs von Biontech/Pfizer verhinderten demnach in 96 Prozent der Fälle eine stationäre Behandlung.

Eine Ende Mai von den britischen Gesundheitsbehörden veröffentlichte Studie kommt zu ähnlichen Ergebnissen auch für weniger schwere Formen der Krankheit. Demnach ist der Biontech-Impfstoff zwei Wochen nach der zweiten Dosis zu 88 Prozent wirksam gegen eine durch die Delta-Variante ausgelöste symptomatische Covid-19-Erkrankung.

Auch Daten aus Israel vom Juli zeigen, dass eine vollständige Impfung mit Biontech/Pfizer zu 93 Prozent eine schwere Erkrankung und Krankenhausaufenthalte verhindere. Allerdings schütze der Impfstoff nur zu 64 Prozent vor einer Infektion oder eine Erkrankung mit leichteren Symptomen. Im Februar hatte das Gesundheitsministerium noch höhere Werte ausgewiesen. 

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Neue Ergebnisse einer britischen Studie bestätigen hohe Wirksamkeit

Eine andere Studie aus Großbritannien, die Ende Juli im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, bestätigt die starke Wirksamkeit. Untersucht wurde die Schutzwirkung durch die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Astrazeneca gegen die Delta-Variante des Coronavirus. Die Ergebnisse machen Hoffnung.

Zwei Dosen des Impfstoffs Covid-19 von Biontech/Pfizer oder Astrazeneca seien gegen die hochgradig übertragbare Delta-Variante des Coronavirus fast genauso wirksam wie gegen die bisher dominierende Alpha-Variante, heißt es in der im New England Journal of Medicine veröffentlichten Untersuchung. Eine Doppelimpfung mit Biontech/Pfizer oder Astrazeneca ist somit hochwirksam gegen die Deltavariante des Corona-Virus, das bestätigt die Studie.

Demnach sind zwei Impfungen mit Biontech/Pfizer 88 Prozent wirksam, um eine symptomatische Erkrankung durch die Delta-Variante zu verhindern, verglichen mit 93,7 Prozent gegen die Alpha-Variante. Die Zweifachimpfung mit Astrazeneca schützt zu 67 Prozent wirksam gegen die Delta-Variante, verglichen mit 74,5 Prozent gegen die Alpha-Variante.

Grafik: Impschutz gegen Delta-Variante
Grafik: Impschutz gegen Delta-Variante
Quelle: ZDF

Astrazeneca: 92-prozentiger Schutz gegen Delta

Ein ähnliches Bild ergibt sich für das Vakzin von Astrazeneca: Eine Antikörper-Studie der Oxford University bestätigt den Schutz gegen die Virusvariante Delta. Auch die PHE sagt: Schwere Verläufe werden zu 92 Prozent verhindert, für weniger schwere Verläufe hat Astrazeneca demnach eine 60-prozentige Wirksamkeit gegen die Delta-Variante. Eine dritte Impfung mit Astrazeneca soll laut einer Studie den Schutz deutlich erhöhen.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre Corona-Impfempfehlung inzwischen modifiziert: So sollen Menschen, die eine erste Dosis Astrazeneca erhalten haben, künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff wie den von Biontech oder Moderna erhalten. Der Grund: Die Immunantwort nach dem Verabreichen von zwei verschiedenen Präparaten sei deutlich besser, als wenn man zwei Dosen Astrazeneca spritzt.

Moderna: Neue Daten sind "ermutigend"

Der Impfstoff von Moderna zeigt nach Angaben des US-Pharmakonzerns eine vielversprechende Wirkung auch gegen Varianten des Coronavirus. Eine Laborstudie ergebe, dass neutralisierende Antikörper gegen Mutanten gebildet würden - auch gegen die erstmals in Indien festgestellte Delta-Variante und die zuerst in Südafrika nachgewiesene Beta-Variante. Die neuen Daten seien "ermutigend" und bestärkten die Überzeugung, dass der Impfstoff weiterhin vor neu entdeckten Varianten schütze, sagt Moderna-Chef Stephane Bancel.

Der Virologe Klaus Stöhr kritisiert, dass die Anzahl der Hospitalisierungen nicht unbedingt mit der Ausbreitung der Delta-Variante zu begründen sei.

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Johnson & Johnson: "Dauerhafter Schutz gegen Covid"

"Stark und anhaltend" sei die Immunantwort, die der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson gegen die Delta-Variante anregt – das gehe aus Labor-Untersuchungen mit Blut von Geimpften hervor, teilte der Hersteller vergangene Woche mit. Eine weitere Untersuchung habe gezeigt, dass die Immunantwort mindestens acht Monate anhalte, hieß es weiter. Beim Mittel von Johnson & Johnson ist nur eine Spritze für den vollen Impfschutz nötig.

Wir glauben, dass unser Impfstoff einen dauerhaften Schutz gegen Covid-19 bietet und eine neutralisierende Aktivität gegen die Delta-Variante auslöst.
Paul Stoffels, Chef-Wissenschaftler bei Johnson & Johnson

Die Daten basieren auf zwei bislang noch unveröffentlichten Studien mit Blutproben von acht sowie 20 Teilnehmern. Eine nachweisbare Immunantwort bei einem Geimpften ist nicht zwingend gleichbedeutend mit einem tatsächlichen Schutz vor einer Infektion.

Bei Experten steige jedoch die Sorge, dass der Impfstoff von Johnson & Johnson für die Delta-Variante nicht ausreiche, twitterte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach:

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