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Experten zu Corona-Zahlen - Daten bis Januar wohl wenig aussagekräftig

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Alle warten auf die Omikron-Welle. Doch der Blick auf Infektionszahlen könnte in den nächsten Tagen trügen, befürchten Fachleute. Verlässlich soll es erst im Januar wieder werden.

Ein Schild weist auf eine Corona-Teststation hin. Symbolbild
Wird es zwischen den Jahren genug Testmöglichkeiten geben?
Quelle: Christoph Schmidt/dpa

Bei der Beurteilung der Corona-Lage droht Deutschland Ungewissheit bis ins neue Jahr hinein. Die Verbandschefin der Amtsärzte, Ute Teichert, geht davon aus, dass es über die Feiertage und zwischen den Jahren bei den offiziell gemeldeten Corona-Zahlen zu einer Untererfassung kommen könnte.

Verlässlich dürften die Zahlen erst wieder Anfang Januar sein.
Ute Teichert, Verband der Amtsärzte

Das erschwere die Beurteilung der Corona-Lage in Deutschland, sagte Teichert, die Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) ist.

Die Stimmen für eine allgemeine Impfpflicht werden lauter: Der Deutsche Ethikrat hat sich mehrheitlich für eine Ausweitung der gesetzlichen Corona-Impfpflicht auf "wesentliche Teile der Bevölkerung" ausgesprochen.

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RKI warnt bei Corona-Zahlen

Momentan sinken die Infektionszahlen in Deutschland. Experten gehen aber davon aus, dass die neue Virusvariante Omikron die Lage wieder verschärfen könnte. Die Befürchtung ist nun, dass dieser Effekt in den Meldezahlen nicht zeitnah sichtbar wird.

Der Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hatte am Mittwoch in Berlin auf ein zu erwartendes unvollständiges Bild hingewiesen. In einem Hinweis zu den täglichen Fallzahlen heißt es seit Donnerstagmorgen beim RKI: 

Während der Feiertage und zum Jahreswechsel ist bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten, dass mit einer geringeren Test- und Meldeaktivität zu rechnen ist.
Robert-Koch-Institut

Weniger Testzentren geöffnet über Weihnachten?

Für die unzureichende Datenlage zwischen den Jahren sind, laut Teichert, nicht nur die Gesundheitsämter verantwortlich, die mit dem Melden positiver Corona-Nachweise nicht so hinterherkommen dürften wie sonst. Es gehen ihrer Einschätzung nach auch schlicht weniger Menschen zum Testen.

Gesundheitsminister Lauterbach und RKI-Chef Wieler sind sich in Bezug auf das weitere Vorgehen mit den Corona-Maßnahmen offenbar uneinig. ZDF-Korrespondent Theo Koll mit einer Einschätzung.

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Zudem sei davon auszugehen, dass auch weniger Testzentren offen seien. Teichert forderte erneut grundsätzlich mehr Personal für die Gesundheitsämter, damit dort keine Lücken beispielsweise an Feiertagen entstehen.

Patientenschützer warnen - Labore sind bereit für PCR-Tests

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, warnte:

An Wochenenden und Feiertagen geht die Datenerfassung des öffentlichen Gesundheitswesen in den Ruhemodus. Doch das Virus schläft nicht.
Eugen Brysch, oberster Patientenschützer

"So hinken die politischen Maßnahmen dem Infektionsgeschehen hinterher." Der rückläufige Trend bei der gemeldeten Sieben-Tage-Inzidenz dürfte sich nach Bryschs Einschätzung auch über Weihnachten fortsetzen. "Doch es kann bezweifelt werden, ob dieser Effekt vor allem den Corona-Regelungen zuzuschreiben ist." Schließlich sei die breite Testpflicht gekippt worden und Deutschland verharre "immer noch im Papierzeitalter".

"Die fachärztlichen Labore hielten selbstverständlich auch über Weihnachten die Versorgung aufrecht und stellten ausreichend Sars-CoV-2-PCR-Testkapazitäten zur Verfügung", hatte der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin mitgeteilt.

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

Corona-Test und Grafik der Entwicklung der Inzidenzen in den Landkreisen
Grafiken

Corona-Tracker für Landkreise - Wie sich die Inzidenzen entwickeln 

Wo steigt die Corona-Inzidenz in Deutschland, wo sinkt sie? In unserem tagesaktuellen Tracker sehen Sie, wie sich die Inzidenz in Ihrem Landkreis entwickelt.

von M. Hörz, R. Meyer, M. Zajonz
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