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Corona-Hotspot Zittau - Sonderschichten für die Toten

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Seit Wochen ist Sachsen der Corona-Hotspot in Deutschland, die Zahl der Toten stieg deutlich. In Zittau ist jetzt das Krematorium überfüllt.

Das Tor zum Krematorium der Städtischen Dienstleistungs-GmbH Zittau Bestattungswesen auf dem Friedhof ist verschlossen.
Die Zahl der notwendigen Einäscherungen übersteigt "mitunter die Kapazitäten des Zittauer Krematoriums", heißt es aus der Stadt.
Quelle: dpa

Im Corona-Hotspot Sachsen spitzt sich die Situation weiter zu. Wegen der dramatisch hohen Todeszahlen im ostsächsischen Zittau müssen dort Leichen außerhalb des Krematoriums zwischengelagert werden.

Die Toten sollen "im Bereich des Hochwasserstützpunkts" gelagert und "bei Freigabe zur Einäscherung" ins Krematorium gefahren werden, teilte die Stadt Zittau am Dienstagabend mit. Darauf habe sich die Geschäftsführung des Krematoriums mit Oberbürgermeister Thomas Zenker kurzfristig geeinigt. Am Hochwasserstützpunkt befindet sich eine große Halle, in der Materialien gelagert werden, die im Fall eines Hochwassers gebraucht würden.

Zittau: Zahl der Toten bringt Krematorium an "Belastungsgrenze"

Besonders im Dezember stieg nach Angaben der Stadt die Zahl der Toten dramatisch. Während im vergangenen Jahr im Dezember 45 Menschen starben, waren es in diesem Monat bislang schon 115. Im November verdoppelte sich die Zahl der Toten von 52 im vergangenen Jahr auf 110 in diesem Jahr. Im Oktober 2019 starben 45 Menschen, in diesem Jahr 73.

Die Zahl der notwendigen Einäscherungen übersteige derzeit "mitunter die Kapazitäten des Zittauer Krematoriums", hieß es. Es gebe deutlich höhere Sterbefallzahlen, mehr Aufnahmegespräche, Leichenschauen und Beurkundungen in den Standesämtern. Alle Beteiligten seien an den "Belastungsgrenzen".

Auch die Krankenhäuser arbeiten in den Corona-Hotspots am Limit.

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Die Stadt forderte beim Landkreis Görlitz und der Landesregierung Sachsen Hilfe für den Fall einer weiteren Verschlechterung der Lage an. Das Standesamt der Stadt Zittau werde wegen des dringenden Bedarfs am 24. und 26. Dezember jeweils von 9-12 Uhr arbeiten und ausschließlich Sterbefälle beurkunden, hieß es.

Soldaten der Bundeswehr sollen in Zittau helfen

Oberbürgermeister Thomas Zenker erklärte: "Die Kolleginnen in unserem Standesamt haben inzwischen Sonderschichten übernommen, um die anfallenden Sterbefälle ordnungsgemäß zu beurkunden. Wir sind organisatorisch an unseren Leistungsgrenzen angekommen und bitten alle Betroffenen um Verständnis."

Soldaten der Bundeswehr sollen nun auch über den Jahreswechsel in Zittau aushelfen. Weitere Bettenkapazitäten in Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen wurden nach Angaben der Stadt organisiert.

Corona-Hotspot Sachsen

Sachsen ist seit Wochen mit großem Abstand der Corona-Hotspot in Deutschland. Sechs der zehn Landkreise haben einen Inzidenzwert von mehr als 500. Der Wert gibt an, wie viele Menschen sich je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen mit dem Virus infiziert haben. Im Landkreis Görlitz, in dem Zittau liegt, liegt der Wert bei 645.

Vor einer Woche hatte ein Arzt aus der Stadt mit Äußerungen über eine sogenannte Triage eine breite Diskussion ausgelöst. Der Begriff bedeutet, dass Mediziner aufgrund knapper Ressourcen entscheiden müssen, wem sie zuerst helfen.

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