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Grünen erstatten Strafanzeige - Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Tönnies

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Nach den Corona-Infektionen im ostwestfälischen Tönnies-Schlachtbetrieb ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Bielefeld. Auch die Grüne Britta Haßelmann hat Anzeige erstattet.

Nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies gibt es massive Vorwürfe gegen Deutschlands größten Schlachtbetrieb. Die Ursache des Ausbruches ist noch ungeklärt.

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In dem Verfahren zunächst gegen Unbekannt bestehe ein Anfangsverdacht der fahrlässigen Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz, sagte Oberstaatsanwalt Martin Temmen dem Bielefelder "Westfalen-Blatt".

Politik will Arbeitsschutz verbessern

Mit Stand Freitagmittag lägen fünf Strafanzeigen gegen Tönnies vor, darunter auch die von Britta Haßelmann, der Parlamentarischen Geschäftsführerin der Grünen im Bundestag. In der Politik mehrten sich die Forderungen nach einem besseren Arbeitsschutz in der Fleischindustrie. Die nordrhein-westfälische Landesregierung kündigte eine Bundesratsinitiative an, um zu niedrige Preise für Fleisch zu unterbinden.

Haßelmann sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Berlin, der große Ausbruch lasse "sich nur durch eine massive Nicht-Einhaltung von Arbeitsschutzstandards, Arbeitsbedingungen sowie einer unverantwortlichen Wohn-, Unterbringungs- und Transportsituation" erklären.

Grünen-Politikerin:" Tönnies-Werke kein Einzelfall"

Ihre Anzeige wegen Körperverletzung und weiterer in Betracht kommender Delikte ging an die Staatsanwaltschaft Bielefeld. Haßelmann hat dort und im benachbarten Kreis Gütersloh ihren Wahlkreis. "Die Zustände in den Schlachtfabriken sind unhaltbar", sagte Haßelmann. Die Tönnies-Werke in Rheda-Wiedenbrück seien kein Einzelfall. Die Grünen-Politikerin kritisierte:

Die miserable Unterbringung der Beschäftigten und schlechte hygienische Bedingungen sind ein enormes Infektionsrisiko.
Britta Haßelmann, die Grünen

An den Folgen des Ausbruchs litten die infizierten Beschäftigten und die Menschen im Kreis Gütersloh. Die Firma Tönnies müsse dafür die Verantwortung übernehmen.

Bei dem Schlachtbetrieb Tönnies haben sich mindestens 730 Mitarbeiter, offenbar aufgrund mangelnder Arbeits- und Hygienemaßnahmen mit dem Coronavirus infiziert. Ab heute soll die Bundeswehr bei weiteren Testes helfen.

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Greenpeace fordert Nachbesserungen beim Tierschutz

Greenpeace begrüßte den nordrhein-westfälischen Vorstoß nach einer Bundesratsinitiative, forderte aber weitere Nachbesserungen beim Tierschutz. Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter sagte:

"Das kranke System Billigfleisch funktioniert nur, wenn Tiere weiter gequält werden. Damit muss endlich Schluss sein."
Martin Hofstetter, Greenpeace

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck bemängelte strukturelle Probleme in der Fleischindustrie. Das Eckpunktepapier von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sei nur ein erster Schritt, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Und fügte hinzu:

Das System des 'immer mehr und immer billiger' muss beendet werden.
Robert Habeck, Grünen-Chef

Eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums bekräftigte am Freitag in Berlin, es werde mit Hochdruck an einem Gesetzentwurf gearbeitet, um den Arbeitsschutz zu verbessern. Kern ist ein Verbot von Werksverträgen, damit Betriebe wie Tönnies die Verantwortung für die Arbeitsbedingungen und Unterbringung von Arbeitern nicht länger auf Subunternehmer abwälzen können.

Wegen des Infektionsausbruchs bei Tönnies wurden Kitas und Schulen im Kreis Gütersloh geschlossen und 7.000 Menschen unter Quarantäne gestellt.

Zustände im Schlachthof - Arbeiter: So ist es bei Tönnies 

Bei Tönnies wurden bisher mehr als 730 Beschäftigte positiv auf Corona getestet. Nicolas Calmatui arbeitet in dem Schlachthof und erzählt von den Zuständen dort.

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Diesen Regionen droht erneut der Lockdown

Inzidenzen der Landkreise - Wo die Corona-Notbremse gelöst wird 

Ob Corona-Maßnahmen gelockert oder verschärft werden, hängt auch von der sogenannten 7-Tage-Inzidenz ab. Unsere Karte zeigt, ob die Obergrenzen in Ihrer Region eingehalten wird.

von M. Hörz, R. Meyer, M. Zajonz

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