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Was gegen Ansteckung in Innenräumen tun?

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Risiko durch Aerosole - Was gegen Ansteckung in Innenräumen tun?

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An der frischen Luft ist Corona fast kein Problem - davon sind die meisten Forscher überzeugt. Gefährlich wird es in geschlossenen Räumen. Der Grund sind umherschwebende Aerosole.

Coronavirus: Arbeiten in Büros
In Innenräumen kann es trotz Einhaltung des Mindestabstands zu einer Ansteckung mit dem Coronavirus kommen.
Quelle: imago

Eines der einfachsten Mittel zum Schutz gegen Corona: Ab an die frische Luft. Im Freien wirbelt - vereinfacht gesagt - der Wind die Viren davon, was eine Ansteckung unwahrscheinlicher macht. Das heißt aber auch: Spätestens im Herbst, wenn wir wieder mehr drinnen sind und Fenster geschlossen bleiben, steigt das Ansteckungsrisiko.

Das Gros der Forschergemeinde ist überzeugt, dass Tröpfchen und die noch kleineren Aerosol-Partikel eine entscheidende Rolle bei der Übertragung von Sars-CoV-2 spielen. Aerosol-Teilchen können Stunden bis Tage in der Luft schweben. Der frühere Präsident der Internationalen Gesellschaft für Aerosole in der Medizin, Gerhard Scheuch, sagt mit Blick auf das Ansteckungsrisiko von Infizierten:

Ich glaube, dass einfaches Atmen schon genügt.
Gerhard Scheuch, Internationale Gesellschaft für Aerosole in der Medizin

Ansteckungsrisiko im Freien viel kleiner

Und genau hier liegt im Grunde das Problem: In einem geschlossenen Raum atmet, hustet, niest ein Erkrankter immer wieder schubweise Virenwolken. Weht kein Wind, verteilen sich die Viren im Raum, die Corona-Konzentration steigt. Daher warnt das Robert Koch-Institut: Bei längerem Aufenthalt in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen könne sich die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole auch über eine größere Distanz als zwei Meter erhöhen.

Wie viel höher ist die Gefahr in Innenräumen als draußen? Darauf gibt es keine konkreten Antworten. Scheuch verweist auf eine Studie aus China: Von 318 untersuchten Ausbrüchen mit drei oder mehr Infektionsfällen fand kein einziger an der frischen Luft statt. Doch Innenraum ist nicht gleich Innenraum, wie Scheuch erklärt:

In Fitnessstudios kann natürlich durch die körperlichen Anstrengungen die Produktion der Aerosole durchs Atmen deutlich erhöht werden.
Gerhard Scheuch, Internationale Gesellschaft für Aerosole in der Medizin

In einem Klassenzimmer mit vielen schreienden, durcheinander laufenden Kindern sei die Gefahr größer als in einem Büro mit wenigen Erwachsenen. Im Wirtshaus wiederum könnten lautes Sprechen, Lärmen und Singen die Ausbreitung verstärken.

Die Lösung lautet: Wind

Die Luft sollte am besten so frisch wie möglich sein. Der Leiter des Hermann-Rietschel-Instituts, dem Institut für Energietechnik an der TU Berlin, Martin Kriegel, hat mit seinem Team untersucht, wie sich die Partikel im Raum verteilen.

Er kommt zu dem Ergebnis, "dass bei typischen Luftwechselraten in Wohn- und Bürogebäuden die Erreger über Stunden im Raum verbleiben." Die Sinkgeschwindigkeit und auch die Lufterneuerung würden sehr lange dauern. "Jede Erhöhung der Außenluftzufuhr ist daher generell sinnvoll", so Kriegel.

Durch reden, singen, husten oder das reine Atmen können Corona-Infizierte Virus-Partikel in die Luft abgeben und über feinste Teilchen – so genannte Aerosole – andere anstecken. Doch wie groß ist die Gefahr wirklich?

Beitragslänge:
2 min
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Messgeräte und Luftreiniger können helfen

Die kalten Jahreszeiten Herbst, Winter und wohl auch noch Frühling bringen dieses Jahr also ein großes Problem mehr mit sich. Was tun?

Ein Team vom Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik an der Universität der Bundeswehr München hat einen Raumluftreiniger untersucht, mit dessen Filterkombination selbst sehr kleine Aerosol-Partikel zu 99,995 Prozent aus der Raumluft abgeschieden werden. Aerosol-Experte Scheuch hält auch CO2-Messgeräte in geschlossenen Räumen für hilfreich:

Der CO2-Gehalt ist ja ein Maß für die Luftqualität in einem Raum mit mehreren Personen. Dann würden sie als Warnanlage helfen.
Gerhard Scheuch, Internationale Gesellschaft für Aerosole in der Medizin

Doch wenn man gleichzeitig Raumluftreiniger einsetze, helfen sie nicht mehr. "Denn dann geht zwar der CO2-Gehalt im Raum hoch, die Luft bleibt aber dennoch ziemlich Viren-Aerosol-frei." Hier könnte dann ein zusätzliches Partikelmessgerät helfen, das die Aerosolkonzentration bestimmt.

Von Marco Krefting, dpa

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