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‎"Die AHA-Regeln sind das A und O"

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Corona-Infektionsgeschehen - ‎"Die AHA-Regeln sind das A und O"

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Das die Infektionszahlen mit Corona in Deutschland wieder steigen, wundert Lungenforscherin Herold nicht. Was wir jetzt tun können, um gegenzusteuern, erklärt sie im Interview.‎

Corona in Deutschland, Menschen mit Mundschutz in einer Fussgängerzone
Mundschutz auf öffentlichen Plätzen: Beim Eindämmen der jetzt gestiegenen Infektionszahlen könnten solche Regeln helfen, sagt die Expertin.
Quelle: dpa

ZDFheute: Wie stark überrascht Sie der aktuelle sprunghafte Anstieg der Covid-19-Neuinfektionen in Deutschland?

Susanne Herold: Wenn wir sehen, dass viele Menschen die Gefahr noch immer nicht ernstnehmen, so ist es gar nicht so verwunderlich. Aber es ist besorgniserregend: Wenn wir nicht aufpassen, dann gehen die Zahlen exponentiell nach oben. Das hätte schwerwiegende Folgen. Wir müssen deshalb gegensteuern und die Kurve wieder abflachen.

ZDFheute: Wie kommen wir also gut durch Herbst und Winter?

Herold: Das Allerwichtigste ist nach wie vor, dass jeder Einzelne Verantwortung übernimmt - für sich und sein Umfeld. Die sogenannten "AHA"-Regeln sind sozusagen das A und O. Das heißt, dass wir uns alle an die Abstands- und Hygieneregeln halten und wo nötig auch eine Alltagsmaske tragen. Nun kommt noch das "L" hinzu, also das verstärkte Lüften von Innenräumen, weil wir wissen, dass das Virus über die Aerosole über längere Zeit in der Luft bleiben kann.

Immer mehr Neuinfektionen und Grenzwert-Überschreitungen vor allem in deutschen Großstädten. Politik und Gesundheitsexperten fordern von den Bürgern, die Corona-Regeln einzuhalten.

Beitragslänge:
2 min
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ZDFheute: Wählt die Politik aus Ihrer Sicht gerade die richtigen Mittel im Kampf gegen das Coronavirus?

Herold: Die Landes- und Bundespolitik bewertet das Infektionsgeschehen fortwährend und versucht, Herr der Lage zu bleiben. Aber noch mal:

Nur wenn wir Bürger verantwortlich handeln, können wir das Virus erfolgreich eindämmen.

ZDFheute: Angesichts der vielen Neuinfektionen rechnen Sie mit einer neuen Welle schwer erkrankter Patienten. Wie bereiten Sie sich in der Klinik darauf vor?

Herold: Wir haben aktuell ausreichend Kapazitäten, aber bei steigenden Fallzahlen müssen wir vorsorglich Platz schaffen für weitere Patienten. Betten und Beatmungsgeräte haben wir. Der eigentliche Knackpunkt ist ein anderer: Die intensivmedizinischen Covid-19-Patienten müssen von hoch qualifiziertem Personal versorgt werden und genügend besonders geschulte Pflegekräfte zusammenzubekommen ist gar nicht so einfach. Generell ist die Betreuung von Covid-Patienten sehr personalintensiv.

Frau trägt Mundschutz: "Gemeinsam gegen Corona"

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RKI meldet 4.500 Neuinfektionen
 

Immer mehr Menschen infizieren sich in Deutschland wieder mit dem Coronavirus. Zur Lage der Pandemie will sich Kanzlerin Merkel mit den elf größten deutschen Städten abstimmen.

ZDFheute: Müssen sich Patienten bald wieder auf ein pandemiebedingtes Verschieben von Operationsterminen einstellen?

Herold: Alle wirklich wichtigen, lebensnotwendigen OPs werden nicht verschoben; das ist auch im Frühling nicht passiert. Da muss niemand Angst haben. Anders kann es aber etwa bei einer lange geplanten Hüftoperation aussehen. Da könnte es zu Verschiebungen kommen. Von einer solchen Lage sind wir aber zum Glück noch ein ganzes Stück entfernt.

ZDFheute: Sie haben eingangs gesagt, dass ein exponentielles Wachstum der Covid-19-Fallzahlen verhindert werden müsse. Das Nachverfolgen der Infektionsketten ist häufig schwierig. Wie hoch ist inzwischen die Gefahr, dass sich das Virus unkontrolliert ausbreitet?

Herold: Natürlich stoßen die Behörden bei der Rückverfolgung bestimmter Fälle - etwa bei privaten Großveranstaltungen - an die Grenzen des Machbaren. Aber die Gesundheitsämter arbeiten seit einem halben Jahr auf Hochtouren und leisten extrem viel. Natürlich gibt es immer mal wieder Probleme, aber im Großen und Ganzen haben wir es immer noch gut unter Kontrolle.

Das Interview führte Marcel Burkhardt.

Ein Modell eines Körpers mit Organen.

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