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Mehr als 36.000 Infizierte - Europa schottet sich in Corona-Krise weiter ab

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Zahlreiche EU-Staaten machen die Grenzen dicht. Spanien und Italien erklären Ausgangssperren. In Deutschland sind Schulen geschlossen. Die aktuellen Zahlen im Überblick.

Wegen der Corona-Pandemie kommt das öffentliche Leben in Europa nach und nach zum Erliegen. Von Schulschließungen über Einschränkungen für Geschäfte und Restaurants bis hin zur Abschottung der Grenzen - im Kampf gegen das grassierende Coronavirus greifen die europäischen Länder zu immer rigoroseren Maßnahmen.

Bis zum Samstagmittag wurden in Europa rund 36.400 Infizierte gezählt, 1.514 Menschen starben. Europa sei "zum Epizentrum der Pandemie geworden", sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Freitag. Nach WHO-Angaben ist noch nicht absehbar, wann die Pandemie ihren Höhepunkt erreicht und wann mit einer Abschwächung zu rechnen ist.

Italien, Spanien und Frankreich besonders stark betroffen

Italien ist von den europäischen Ländern nach wie vor am stärksten betroffen: Dort wurden bis Samstag mehr als 21.000 Fälle registriert, mehr als 1.400 Menschen erlagen der durch das Virus verursachten Lungenkrankheit Covid-19. Spanien steht mit mehr als 6.200 Fällen und fast 200 Toten an zweiter Stelle, gefolgt von Frankreich mit knapp 4.500 Fällen und mehr als 90 Toten.

Die spanische Regierung hat am Samstag eine weitgehende Ausgangssperre für das gesamte Land angekündigt. Die Regierung weist die Bevölkerung für zwei Wochen an, zu Hause zu bleiben. Das geht aus einem Dekretentwurf hervor, den die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. Ausnahmen gelten für Fahrten auf die Arbeit, zum Einkaufen, oder in Notfällen. Zuvor hatte Italien bereits eine Ausgangssperre erlassen.

In Deutschland gibt es nach Angaben der in Baltimore ansässigen Johns-Hopkins-Universität derzeit mehr als 4.000 Corona-Infektionen. Mindestens acht Menschen starben bislang infolge des Virus.

Straße, Schiene, Luftraum: Reisefreiheit wird eingeschränkt

Zahlreiche Verordnungen für den Grenzverkehr schränken die Bewegungsfreiheit der Europäer zunehmend ein. Tschechien verhängte einen ab Montag geltenden kompletten Reisebann.

Ähnlich verhält sich die Slowakei, die nur für polnische Staatsbürger eine Ausnahme macht. Polen schließt seine Grenzen ab Sonntag. Dänemark schloss seine Grenzen am Samstagmittag. Die Ukraine will ihre Grenzen für mindestens zwei Wochen für Ausländer schließen.

Österreich stellte den Bahnverkehr nach Italien ein und schloss seine Grenzen zum Nachbarland fast vollständig. Auch der Flugverkehr mit Frankreich, Spanien und der Schweiz wurde eingestellt. Slowenien nimmt an der Grenze zu Italien Gesundheitschecks vor.

Deutschland verschärfte die Kontrollen an der französischen Grenze. Litauen kündigte an, Grenzschließungen seien geplant, eine endgültige Entscheidung stand zunächst aber noch aus. Russland kündigte an, seine Landgrenze mit Polen und Norwegen für Ausländer zu schließen.

Weitere Regionen zu Risikogebieten erklärt

Das Robert-Koch-Institut nahm mit der spanischen Hauptstadt Madrid und dem österreichischen Bundesland Tirol weitere europäische Gebiete in seine Liste der Risikogebiete auf. Zuvor waren in Europa bereits Italien und die Region Grand Est in Frankreich als Risikogebiete eingestuft worden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) empfahl allen Reisenden, die in den vergangenen zwei Wochen in Italien, in Österreich oder in der Schweiz waren, zwei Wochen zu Hause zu bleiben. In Österreich wurde am Samstag ein dritter Ort unter Quarantäne gestellt. Bis zum 29. März darf Heiligenblut in Kärnten nahe der Grenze zu Italien nicht mehr betreten oder verlassen werden - Touristen dürfen aber abreisen.

Großbritannien fährt Maßnahmen hoch

Nach Kritik an ihrem Umgang mit der Coronakrise wird nun auch die Regierung in Großbritannien aktiv. Geplant ist nach Angaben aus Regierungskreisen ein Verbot von Großveranstaltungen.

Bisher hatte London darauf gehofft, den Höhepunkt der Pandemie bis zum Sommer hinauszögern zu können. In Großbritannien wurden bislang offiziell knapp 800 Infektionsfälle bestätigt, zehn Menschen starben. Experten gehen aber von höheren Infektionszahlen aus.

EU-Staaten schließen Geschäfte und Restaurants

In weiten Teilen Europas bleiben überdies die Schulen vorerst zu. In Deutschland schließen in der kommenden Woche alle Schulen und Kitas.

Andere EU-Länder wie Österreich, Belgien, Griechenland und Bulgarien gingen noch einen Schritt weiter und kündigten am Freitag an, die meisten Geschäfte zu schließen, teils auch Cafés oder Restaurants. Ausgenommen davon sind Lebensmittel-Supermärkte, Tankstellen, Banken und Apotheken.

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Ein Zettel, der an einem Geschäft klebt, weist auf den Mindestabstand von 1,5 Meter hin, der einzuhalten ist.
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