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So zuverlässig sind Antigen-Schnelltests

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Neue Charité-Studie - So zuverlässig sind Antigen-Schnelltests

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Antigentests sind ungenauer als PCR-Tests, dafür liefern sie schnellere Ergebnisse. Eine Studie hat untersucht, ob Antigentests künftig das Ansteckungsrisiko besser klären können.

SARS-CoV-2 Rapid Antigen Test
Mit Antigentests könnten Tests von daheim alltäglicher werden.
Quelle: Reuters

Ein Forscherteam um den Virologen Christian Drosten von der Berliner Charité hat eine neue Studie vorgelegt. Sie haben insgesamt sieben kommerziell verfügbare Antigentests für das Coronavirus untersucht, um festzustellen, wie zuverlässig deren Antigentests funktionieren.

So funktionieren Antigentests

Im Unterschied zu PCR- oder Antikörper-Tests weisen Antigentests Proteinfragmente des neuartigen Coronavirus nach, nicht das Virus-Erbmaterial. Sie sind günstig herzustellen und liefern ein Testergebnis oft schneller als andere Verfahren – rund 30 Minuten Wartezeit können ausreichen.

Antigentests diverser Hersteller sind in Deutschland inzwischen zugelassen und können mit geringem Aufwand ohne Notwendigkeit eines Labors durchgeführt werden. So eignen sie sich insbesondere, um bei steigenden Fallzahlen knapp werdende Testkapazitäten zu entlasten.

Engpässe bei Testkapazität

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Das fand die Studie heraus

Bislang galten Antigentests oft nur als Notlösung – weil belastbare, unabhängige Studien zu ihrer Effektivität dünn gesät waren. Dabei geht es vor allem um zwei Messgrößen: Die Sensitivität des Tests, also wie zuverlässig er tatsächlich Erkrankte als solche erkennt. Und die Spezifität des Test, nämlich dass der Test nicht bei tatsächlich Gesunden positiv anschlägt und damit falsch-positive Ergebnisse liefert.

Die Spezifität der untersuchten Tests lag zwischen 88,24 Prozent und 100 Prozent. Wie wahrscheinlich falsch-positive Ergebnisse sind, hängt also zentral vom genutzten Produkt ab, auch wenn die meisten Anbieter schon jetzt sehr zuverlässig sind:

  • Abbott Panbio COVID-19 Ag Rapid Test: 99.26 Prozent
  • RapiGEN 255 BIOCREDIT COVID-19 Ag: 100 Prozent
  • Healgen Coronavirus Ag Rapid Test Cassette 256: 88.24 Prozent
  • Coris Bioconcept Covid.19 Ag Respi-Strip: 100 Prozent
  • R-Biopharm 257 RIDA QUICK SARS-CoV-2 Antigen: 94.85 Prozent
  • NAL von minden NADAL COVID19- 258 Ag Test: 99.26 Prozent
  • Roche/SD Biosensor SARS-CoV Rapid Antigen Test: 98.53 Prozent

Die Frage nach der Sensitivität der Tests ist komplizierter, da das zentral davon abhängt, wann ein Patient getestet wird und wie hoch seine Viruslast ist. Grundsätzlich macht es für den Test keinen Unterschied, ob ein Infizierter symptomatisch oder asymptomatisch ist – die Tests erkennen beides.

PCR-Tests gelten als Goldstandard bei der Erkennung einer Corona-Infektion, doch die Resultate lassen oft auf sich warten. Schneller sollen jetzt Antigen-Tests Sicherheit schaffen.

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So können Antigentests feststellen, ob jemand ansteckend ist

Mit Ausnahme des Produkts des Herstellers RapiGEN schlugen alle Antigentests ab einer ähnlichen Proteinkonzentration an. Das RapiGEN-Produkt sei entschieden weniger sensitiv, so die Autoren. Die restlichen Antigentests seien aber ausreichend genau, um übliche Viruslasten während der ersten Woche mit Krankheitssymptomen zu erkennen.

"Die Sensitivitätsspanne der meisten [Antigentests] überlappt mit den Virenkonzentrationen, die üblicherweise während der ersten Woche mit Symptomen beobachtet werden, was für die meisten Patienten die infektiöse Periode ausmacht", heißt es in der Studie.

Detaillierte Vergleichswerte zu anderen Testverfahren, etwa PCR, erhebt das Team nicht – die Unterschiede zwischen den Testverfahren sind zu groß und ein solcher Vergleich schnell nicht aussagekräftig. Dennoch betonen die Autoren die grundsätzliche Überlegenheit des PCR-Verfahrens:

Wegen seiner besseren Sensitivität und Spezifität ist der RT-PCR-Test der Goldstandard für die SARS-CoV-2-Erkennung.

Das positive Ergebnis eines Antigentests könnte also anschließend durch einen PCR-Test validiert werden. Zur Entlastung der Labore könnte das beitragen.

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Das sagen andere Forscher zur neuen Studie

Ein formelles Peer-Review-Verfahren, also die Bewertung durch andere Forscher, steht bei dieser Studie noch aus. Das ist in der Corona-Krise jedoch häufig der Fall, da Forscherteams ihre Ergebnisse schnellstmöglich veröffentlichen wollen, damit Entscheider nicht Wochen bis Monate auf neue Erkenntnisse warten müssen.

Michael Mina, Epidemiologe an der Harvard Public Health/Medical School, bezeichnete die Studie auf Twitter als "Meisterkurs, wie man Antigen-Schnelltests und ihre Anwendung untersucht und interpretiert". Antigentests funktionierten "sehr gut", manche jedoch besser als andere, so Minas Fazit.

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Die Studie selbst geht davon aus, dass sich die Qualität der Antigentests in Zukunft weiter verbessern wird. Man hätte teils recht neue Produkte untersucht.

Diese Chancen bieten Antigentests für die Zukunft

Das Drosten-Team wirft auch einen Blick in die Zukunft. Denn laut der Studie öffneten Antigentests neue Handlungsoptionen in der Pandemie:

"Die unmittelbare Verfügbarkeit von Testergebnissen könnte neuartige Gesundheitskonzepte ermöglichen, bei denen die Entscheidung über eine Isolation auf dem Testen der Infektiosität und nicht der Infektion basieren.

Antigentests können also klarere Ergebnisse liefern, ab wann eine Person nicht ansteckend ist und etwa eine Quarantäne aufgehoben werden kann. Laut der neuen Studie sei dieser Zeitpunkt häufig noch während der ersten Woche nach Auftreten von Krankheitssymptomen erreicht.

Unklar bleibt jedoch, ob das nur für leichte Krankheitsverläufe zutrifft. Im besten Fall können verpflichtende Quarantänezeiten durch den Einsatz von Antigentests verkürzt werden.

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