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Die Bedeutung von Antikörpern für Impfstoffe

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Studien mit Covid-19-Patienten - Die Bedeutung von Antikörpern für Impfstoffe

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Nach einer Erkrankung mit Covid-19 sinkt die Zahl der Antikörper bei den Patienten schneller als gedacht. Ist das ein Problem bei der Entwicklung eines Impfstoffs?

Archiv: Tübingen: Ein Mann demonstriert im Institut für Tropenmedizin an der Uniklinik Tübingen, wie eine Frau geimpft wird.
Wie häufig müssen wir uns gegen Corona impfen lassen? Neue Antikörper-Studien dämpfen Hoffnungen.
Quelle: dpa

Neue Untersuchungen von genesenen Covid-19-Patienten zeigen, dass der Antikörperspiegel, der vor einer erneuten Infektion schützen soll, schnell wieder absinkt. Gerade Menschen, die nur einen leichten Verlauf der Krankheit hatten, bilden teilweise nur eine geringe Zahl von Antikörpern.

Die Deutsche-Presse-Agentur schrieb daraufhin von einer "gedämpften Hoffnung" für mögliche Impfstoffe gegen das Coronavirus, die hauptsächlich auf Antikörpern basieren.

Sind die neuen Erkenntnisse ein großer Rückschlag im Kampf gegen Corona?

"Es ist tatsächlich so, das die Antikörperspiegel wieder absinken. Das ist nicht ungewöhnlich, aber die Geschwindigkeit ist erstaunlich", so der stellvertretender Direktor des Instituts für Virologie an der Uni Mainz, Bodo Plachter, gegenüber ZDFheute.

Gleichzeitig müssten die Impfstoffhersteller aber auch "auf Sicht" entwickeln. Gerne würde man mehr wissen über das genaue Verhalten der Antikörper, doch diese Zeit habe man in einer globalen Pandemie eben nicht.

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Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer meint aber, "es ist noch nicht der Zeitpunkt Trübsal zu blasen". Natürlich seien die neuen Informationen ein Rückschlag, kämen aber auch nicht ganz überraschend. Auch bei anderen Coronaviren sei bekannt, dass der Antikörperspiegel nach einer Infektion recht schnell wieder absinke. "Das hat aber bisher niemanden gestört, da die Krankheiten nicht besonders schlimm waren. Sars-Cov-2 ist da ein anders Kaliber."

Für den Infektionsmediziner Thomas Jacobs vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin sind die neuen Erkenntnisse erstmal eine schlechte Nachricht:

Einmal Erkrankte haben keinen lebenslangen Schutz vor einer weiteren Infektion, was ja eine große Hoffnung war.
Thomas Jacobs

Es gebe jedoch auch Lichtblicke: So habe man zum Beispiel auch Abwehrzellen gegen das Coronavirus bei Nicht-Infizierten nachgewiesen. Diese hätten im Falle einer Erkrankung gute Chancen einen milderen Verlauf der Krankheit zu durchleben.

Eine großangelegten Studie soll klären, wie viele Menschen sich in Deutschland tatsächlich schon mit dem Coronavirus angesteckt haben.

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Welche Rolle spielen Antikörper bei der Immunabwehr von Covid-19?

"Im Grunde wissen wir aktuell noch gar nicht genau, was vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützt", so Plachter. "Das Immunsystem hat verschiedene Wege, gegen Viren vorzugehen: Antikörper und T-Zellen".

Antikörper werden von sogenannten B-Lymphozyten oder B-Zellen gebildet. Sie heften sich an ins Immunsystem eingedrungene Erreger oder Viren um diese für die Immunabwehr kenntlich zu machen.

Das Coronavirus sei erfunden worden, und Bill Gates plane eine weltweite Impfpflicht. Im Internet und auf der Straße machen derzeit zahlreiche Verschwörungstheorien die Runde.

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T-Lymphozyten bzw. T-Zellen sind besser bekannt als weiße Blutkörperchen und können Erreger oder Viren direkt angreifen und unschädlich machen.

Die meisten der mehr als 160 Hersteller von Corona-Impfstoffen setzen aktuell stärker auf Antikörper. Auch weil diese leichter und günstiger nachzuweisen sind.

Wie häufig muss künftig gegen das Coronavirus geimpft werden?

Das ist eine Frage, bei der alle von ZDFheute angefragten Experten sehr deutlich betonen, dass es noch zu wenige Informationen gibt um eine gesicherte Antwort geben zu können und es sich um Spekulationen handelt.

Jacobs geht davon aus, das sich die Corona-Impfung zu einer jährlichen Impfung entwickeln könnte, ähnlich die die Impfung gegen die Grippe. Das müssten Studien allerdings erst noch belegen.

Neurologen erforschen Langzeitfolgen bei Corona-Patienten, die die Infektion überstanden haben. Erste Computertomografie-Ergebnisse zeigen, das neue Corona-Virus auch Gehirnbereiche befallen kann: Es könnte dort das Atem-Steuerungszentrum lahmlegen.

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Was ist das Ziel eines Corona-Impfstoffs?

Virologe Stürmer kann sich sogar vorstellen, dass mehrfach im Jahr geimpft werden müsste, wobei man dann eben abwägen müsse, ob eine Impfung ein sinnvolles Mittel im Kampf gegen die Corona-Pandemie sei.

Für Professor Plachter spielt auch das Ziel der Impfung eine Rolle bei der Frage: Eventuell könne es gar nicht der Anspruch sein, eine Infektion mit dem Coronavirus gänzlich zu vermeiden. Dass schaffen auch andere Impfstoffe bei anderen Erregern nicht zu 100 Prozent. Es könne auch der Weg sein, dass man durch die Impfung nur schwere Verläufe der Covid-19-Erkrankung verhindert.

Einen Impfstoff, der lebenslang schützt, erwartet keiner der Experten.

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