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Corona-Krise macht Antisemitismus sichtbar

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Studie zu Judenfeindlichkeit - Corona-Krise macht Antisemitismus sichtbar

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Antisemitismus bleibt ein Problem in Deutschland. Eine Meldestelle für antisemitische Vorfälle blickt besorgt auf Relativierungen des Holocausts - etwa bei Corona-Demonstrationen.

Durch die Corona-Krise erhalten antisemitische Verschwörungstheorien zunehmend Auftrieb. Das geht aus einem Bericht der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) hervor.

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Durch die Corona-Krise erhalten antisemitische Verschwörungstheorien und Stereotype nach Einschätzung einer Meldestelle zunehmend Auftrieb. Das berichtete die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) am Mittwoch.

So würden Vorurteile und Anfeindungen inzwischen nicht nur im Internet verbreitet, sondern sichtbar in der Öffentlichkeit etwa bei Anti-Corona-Demonstrationen verkündet.

1.253 antisemitische Vorfälle in nur vier Bundesländern

Die Recherchestelle erfasste im vergangenen Jahr 2019 1.253 antisemitische Vorfälle wie Beleidigungen, Bedrohungen und Angriffe in Berlin (881), Brandenburg (138), Bayern (178) und Schleswig-Holstein (56). Die jeweiligen Zahlen aus den vier Bundesländern hatten die Rias-Regionalgruppen bereits vorgestellt. In den restlichen Bundesländern ohne eigene Meldeinfrastruktur seien laut Bundesverband 200 Vorfälle gezählt worden.

Für das aktuelle Jahr liegen noch keine Zahlen vor. In Berlin ist RIAS schon länger aktiv und bekannt, daher gehen deutlich mehr Meldungen von Betroffenen ein als in den anderen Ländern, wo erst seit kurzem Meldestellen aktiv sind. Der Aufbau von Registrierungsstellen in ganz Deutschland erfolgt derzeit nach und nach.

Es ist klar, dass wir von einem sehr großen Dunkelfeld nicht angezeigter Vorfälle ausgehen müssen.
RIAS-Geschäftsführer Benjamin Steinitz

"Wir brauchen Lehrer, die junge Menschen aufklären", so der deutsch-israelische Psychologe Ahmad Mansour über Antisemitismus. Radikale hätten in den sozialen Medien die Überhand.

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Holocaust-Vergleiche bei Corona-Demonstrationen

Die Meldestelle in Bayern berichtete, bei Demonstrationen gegen Corona würden zunehmend Schilder gezeigt mit der Aufschrift: "Ausgangsbeschränkungen sind sozialer Holocaust" oder Menschen würden einen gelben Stern ähnlich dem Judenstern aus der Nazizeit mit der Aufschrift "ungeimpft" tragen.

"Einiges verlagert sich sehr aus dem Internet auf die Straße", sagte Annette Seidel-Arpaci, RIAS-Leiterin in Bayern. Ihre Kollegen aus den anderen drei Bundesländern sprachen von ähnlichen Erfahrungen.

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