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AstraZeneca unterbricht Impfstoff-Studie

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Proband wohl schwerer erkrankt - AstraZeneca unterbricht Impfstoff-Studie

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Der Pharmahersteller AstraZeneca hat nach einer Erkrankung eines Probanden seine Studie zu einem Corona-Impfstoff unterbrochen. Vorsicht sei sinnvoll, betont ein Infektiologe.

Das Logo der Firma AstraZeneca, aufgenommen am 19.082020 in Sydney (Australien)
Der britische Pharmahersteller will erste Untersuchungen des Probanden abwarten.
Quelle: dpa

Nachdem ein Proband nach einer Corona-Impfung mit dem Impfstoff des Pharmaherstellers AstraZeneca erkrankt ist, hat das Unternehmen global Impfungen im Rahmen seiner klinischen Studien zur Überprüfung des Impfstoffs gegen das Coronavirus pausiert.

"Die Studie wurde nicht abgebrochen, sondern es werden als Standard zunächst neue Impfungen ausgesetzt, um die mögliche Nebenwirkung genauer untersuchen zu können", ordnet Bernd Salzberger, Bereichsleiter der Infektiologie des Universitätsklinikums Regensburg, die Entscheidung ein.

"Ernste Sicherheitssignale, vor allem solche, die im zeitlichen Zusammenhang mit Impfungen entweder auftreten oder diskutiert werden, werden sicherlich mit hoher Aufmerksamkeit bedacht", so Salzberger. Das sei auch sinnvoll bei einer Impfung, die wahrscheinlich in vielen Millionen Dosen angewandt wird.

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Infektiologe: "Transverse Myelitis" ernstzunehmende Krankheit

Nach Recherchen der New York Times soll es sich bei der Erkrankung des Probanden um "Transverse Myelitis" handeln, was das Unternehmen zunächst nicht bestätigte. Die mögliche Erkrankung hat laut Salzberger häufig schwerwiegende neurologische Symptome wie akute Lähmungserscheinungen oder Gefühlsstörungen.

Auch wenn in vielen Fällen eine solche Myelitis sich vollständig zurückbildet, ist das ein sehr ernstzunehmendes Syndrom.
Bernd Salzberger, Infektiologe

Solche Signale müssten aufgeklärt werden. "Im besten Fall hatte der Proband eine parallele Virusinfektion, die das Krankheitsbild verursacht hat und nicht die Impfung."

WHO mahnt zur Sicherheit bei Impfstoff-Entwicklung

Auch die WHO unterstreicht nach der Unterbrechung der Corona-Impfstoffstudie des Pharmakonzerns AstraZeneca die Sicherheit bei der Entwicklung. Diese stehe an erster Stelle, sagte die leitende Wissenschaftlerin der WHO, Soumya Swaminathan, am Mittwoch.

"Nur weil wir über Geschwindigkeit sprechen ... heißt das nicht, dass wir anfangen, Kompromisse einzugehen oder Abkürzungen zu nehmen." Die Entwicklung eines Impfstoffes müsse weiterhin nach den geltenden Regeln erfolgen. Dabei müsste an erster Stelle dessen Sicherheit geprüft werden.

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17.000 Probanden bereits mit Impfstoff von AstraZeneca geimpft

Dieser Fall der möglichen Erkrankung könnte in der seit Ende Mai laufenden kombinierten Phase II/III-Studie des Unternehmens aufgetreten sein, die derzeit im Vereinigten Königreich, in Brasilien und Südafrika läuft. Insgesamt sollen bereits 17.000 Probanden geimpft und eingeschlossen worden sein. Erst Ende August startete das Unternehmen eine Phase-III-Studie in den USA.

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Der britische Pharmakonzern gehört zu den führenden Unternehmen im Rennen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus; die Europäische Union, die USA, Großbritannien und weitere Länder haben sich bereits Hunderte Millionen von Dosen des Impfstoffes vorab gesichert.

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