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Coronavirus nun in elf Staaten Europas - Zwei neue Fälle in NRW und Baden-Württemberg

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Das Coronavirus ist in Europa weiter auf dem Vormarsch. In Deutschland wurden zwei neue Fälle gemeldet. Die Angst vor dem Virus beeinträchtigt auch die Finanzmärkte weltweit.

Das Coronavirus breitet sich weiter in Deutschland aus: In Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg wurde jeweils ein erster Fall bestätigt. Ein Mann aus dem Nordrhein-Westfälischen Landkreis Heinsberg wurde mit Symptomen einer schweren Lungenentzündung in einem Erkelenzer Krankenhaus aufgenommen. Er befinde sich in kritischem Zustand und werde auf der Intensivstation isoliert. Der Mann soll Mitte 40 sein und an einer Vorerkrankung leiden.

Die Ehefrau des Mannes wird laut Gesundheitsministerium ebenfalls mit Symptomen einer Viruserkrankung stationär behandelt. Ihr Zustand sei stabil. Die Diagnose, ob sie sich ebenfalls mit dem Virus infiziert hat, stehe noch aus. Das Gesundheitsamt ermittele zurzeit intensiv alle potenziellen Kontaktpersonen.

Weitere Fälle sind nicht auszuschließen

Der Gesundheitsminister in Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann, sagte:

Die zuständigen Behörden gehen den Fällen nun mit Hochdruck nach, um eine weitere Verbreitung des Coronavirus so gut es geht zu verhindern.
Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister in Nordrhein-Westfalen

Es sei nicht auszuschließen, dass es weitere Fälle im Land geben könne. "Aber unser Gesundheitswesen ist für solche Erkrankungen gut vorbereitet und aufgestellt."

Bei dem in Baden-Württemberg Infizierten soll es sich um einen 25-Jährigen aus dem Landkreis Göppingen handeln. Er habe sich vermutlich in Mailand angesteckt und befindet sich nun auf einer Isolierstation im Krankenhaus. Zurzeit würden seine Kontaktpersonen ermittelt und entsprechende Schutzmaßnahmen eingeleitet.

Mehr als 2.600 Tote infolge der Erkrankung

Mit den beiden Neuerkrankungen sind insgesamt 18 Infektionsfälle in Deutschland bekannt. Weltweit hat sich die Corona-Epidemie inzwischen in fast 30 Ländern ausgebreitet, 80.000 Infektionen sind bekannt. Mehr als 2.600 Menschen sind daran gestorben - die meisten von ihnen in China, dem Ursprungsland der Epidemie. Brasilien meldet nun offenbar den ersten Infektionsfall Südamerikas.

Nach einem Krisentreffen der EU-Gesundheitsminister in Rom sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn:

Wir nehmen die Situation sehr, sehr ernst
Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Bei den nun in Europa aufgetretenen Fällen sei "nicht mehr jede Infektionskette nachvollziehbar." "Das heißt, wir haben eine neue Lage, mit der wir umgehen müssen."

Neue Fälle in weiteren Ländern Europas

Die Zahl der Infektionen mit dem neuen Coronavirus in Italien ist indes wieder nach oben geschnellt. Mit Stand Dienstag gab es 322 Infizierte, wie der italienische Zivilschutz mitteilte. Elf Menschen seien an der Lungenkrankheit Covid-19 mittlerweile gestorben.

Auch sechs weitere europäische Länder berichten von neuen Fällen - alle Patienten waren kürzlich in Norditalien gewesen. Für die Schweiz, Österreich und Kroatien sind es die ersten Fälle. Frankreich und Spanien haben schon zuvor Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet.

Sehen Sie hier, wie sich die Lage derzeit in Italien entwickelt:

In den USA sind bisher 53 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen. Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, bemüht sich, Zuversicht zu verbreiten. Dem Sender CNBC sagte er, die USA hätten das Virus eingedämmt. "Ich will nicht sagen luftdicht, aber ziemlich nah an luftdicht."

Dax auf dem tiefsten Stand seit Monaten

Die Epidemie hat auch weitreichende Folgen für die Handelsmärkte. Die wachsende Furcht der Anleger hat den Dax auf das tiefste Niveau seit Oktober 2019 gedrückt. Der deutsche Leitindex schloss nach einem nervösen Handel 1,88 Prozent tiefer bei 12.790,49 Punkten.

Zu den großen Verlierern an den Börsen zählen: American Express (minus 5,7 Prozent), Visa (minus 5,2 Prozent), Master Card (6,7 Prozent), Macy's (5,5 Prozent). Zu den ganz wenigen Börsengewinnern gehört das Biotech-Unternehmen Regeneron (plus 4 Prozent). Nach eigenen Angaben arbeitet es gemeinsam mit dem US-Gesundheitsministerium an einer Antikörperbehandlung.

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