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RKI-Chef Wieler - "Krise hat unvorstellbares Ausmaß"

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Panikmache? Für RKI-Chef Wieler auf keinen Fall. Er betont, dass die Corona-Krise ein für ihn "unvorstellbares Ausmaß" habe. Die Menschen sollten die Regeln unbedingt einhalten.

RKI-Chef Lothar Wieler.
RKI-Chef Lothar Wieler mahnt: Unbedingt "Abstand halten."
Quelle: Jörg Carstensen/dpa

Angesichts der weiter rapide steigenden Zahl der Virus-Kranken zeigt sich auch der Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI) schockiert. "Wir sind alle in einer Krise, die ein Ausmaß hat, das ich mir selber habe nie vorstellen können", sagte Lothar Wieler bei der Pressekonferenz des Instituts in Berlin. "Ich erwarte jetzt, dass die Krankenhäuser vorbereitet sind. Jetzt muss es so weit sein."

Die Zahl der vom RKI in Deutschland registrierten Coronavirus-Fälle kletterte innerhalb eines Tages von 11.000 auf rund 14.000. "Wir sind in einem exponentiellen Wachstum." Die Zahl der Toten lag demnach bei 31, werde aber schnell steigen.

Bundesweit gebe es weiter große Unterschiede, sagte Wieler. So seien in Hamburg aktuell etwa 32 Fälle pro 100.000 Einwohner gemeldet, in Thüringen nur sieben. Deswegen könnten verschiedene Regionen auch unterschiedliche Maßnahmen fahren. Nach RKI-Schätzungen haben mehr als 1.000 Menschen die Infektion schon überstanden. "Es wird aber weiter Schwerkranke geben", betonte Wieler. Er machte noch einmal deutlich:

Wir können diese Epidemie nur verlangsamen, wenn wir uns an die Spielregeln halten. Abstand halten!
RKI-Chef Lothar Wieler

Vor allem die Jüngeren verhielten sich am unvernünftigsten, sagte der Wissenschaftler. Doch nun brauche es deutlich mehr Rücksichtnahme.

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Ein Zettel, der an einem Geschäft klebt, weist auf den Mindestabstand von 1,5 Meter hin, der einzuhalten ist.
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Zur Frage nach einer Ausgangssperre hielt er sich ebenso bedeckt wie zur Dauer der Einschränkungen. Diese müssten immer wieder überprüft und angepasst werden.

Viele halten Maßnahmen für übertrieben - RKI erschüttert

Entsetzt zeigte sich Wieler, dass in Umfragen immer noch jeder Vierte die Reaktionen von Politik und Wissenschaft für übertrieben halte. Das Gesundheitssystem könne bei weiter schnell steigenden Zahlen überfordert sein.

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Auf Skepsis bei Wieler stieß die Idee, nur Risikogruppen wie Ältere zu schützen und das Virus unter anderen ausbreiten zu lassen. Dafür verbreite es sich zu schnell von Mensch zu Mensch, sagte er.

Vergleiche mit einer schweren Grippe, die in Deutschland jährlich auch Tausende Menschenleben koste, wies Wieler zurück. Gegen Grippe gebe es eine kostenlose Impfung für Risikogruppen und wirksame Medikamente. Das Coronavirus verbreitet sich zudem deutlich schneller und in allen Bevölkerungsgruppen, die schweren Fällen seien zudem weit häufiger.

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