ZDFheute

Wie sicher ist Bahnfahren?

Sie sind hier:

In Zeiten von Corona - Wie sicher ist Bahnfahren?

Datum:

Die Bahn steckt in der Krise - Homeoffice, Kontaktbeschränkungen und Corona-Angst ließen die Zahl der Fahrgäste um fast 40 Prozent einbrechen. Wie sicher ist nun das Reisen im Zug?

Archiv, Hessen: Nach Ankunft eines ICE im Frankfurter Hauptbahnhof gehen die Reisenden mit Mundschutz an Zug entlang.
Reisen in Zeiten von Corona: Die Zahl der Bahn-Fahrgäste ist drastisch gesunken.
Quelle: dpa

Die Corona-Krise hat die Deutsche Bahn tief in die roten Zahlen fahren lassen. 3,7 Milliarden Euro Minus allein im ersten Halbjahr 2020 zeugen von der "schlimmsten finanziellen Krise" seit Bestehen der Bahn, so Bahnchef Richard Lutz.

Die Angst vor Corona-Infektionen im Zug, weniger Fahrten zur Arbeit durch Homeoffice und weniger Reisen durch die Kontaktbeschränkungen im Frühjahr haben die Zahl der Fahrgäste um 37 Prozent einbrechen lassen. Doch wie sicher oder gefährlich ist das Bahnfahren tatsächlich?

Züge nur halb so voll wie vor Corona

Obwohl wieder mehr Menschen reisen, liegen die Buchungen im Nahvervehr immer noch bei nur 60 Prozent des Vorjahresniveaus, im Fernverkehr sind es sogar nur rund 50 Prozent, wie eine Bahnsprecherin auf Anfrage mitteilt: "Aktuell sind unsere ICE- und IC-Züge durchschnittlich rund 20 bis 30 Prozent ausgelastet."

Leere Züge und fehlende Einnahmen führen bei der Bahn zu Rekordverlusten. Durch die Corona-Beschränkungen stellt sich nun die Frage, wie die 86 Milliarden investiert werden sollte.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Häufig lassen sich in wenig ausgelasteten Zügen eineinhalb Meter Abstand zu Mitreisenden problemos einhalten. Eine Zugfahrt ist dann nicht gefährlicher als der Besuch in einem Restaurant, zumal Fahrgäste während der gesamten Fahrtzeit eine Maske tragen müssen.

Abstand halten nicht immer möglich

Doch in einem volleren Zug ist Abstand oft nicht machbar, Fahrgäste müssen dicht an dicht nebeneinander sitzen. Die Bahn begrenzt zwar die Zahl der Reservierungen und teilt ZDFheute mit, dass bei Zügen mit sehr hoher Auslastung der Ticketverkauf ausgesetzt werden könne. Doch Fahrgäste können natürlich jederzeit spontan in einen Zug einsteigen.

"An dem offenen System, das Bahnkunden in Deutschland sehr schätzen, halten wir fest", heißt es. Stattdessen sehen Bahnkunden jetzt bei der Buchung über die App oder die Webseite, ob ein Zug voraussichtlich zu mehr als 50 Prozent ausgelastet sein wird und können im Idealfall einen weniger vollen Zug wählen.

Politik | Frontal 21 -
Abgefahren
 

Die Bahn zwischen Corona und Masterplan

von Felix Klauser und Andreas Wiemers
Videolänge:
9 min

Bahn hat keine Hepa-Filter

Die Bahn verweist darauf, dass die Züge ausreichend belüftet werden: In einem ICE beispielsweise werde die Luft alle siebeneinhalb Minuten vollständig ausgetauscht. Die Luftwechselrate im Flug- und Bahnverkehr pro Passagier sei vergleichbar und liege deutlich über jener in Gebäuden.

Die Klimaanlagen haben jedoch keine sogenannten Hepa-Filter. Diese Hochleistungsfilter, die in Flugzeugen Standard sind, können auch Coronaviren zurückhalten. Dennoch sei eine Übertragung ansteckender Partikel über die Klimaanlagen eines Zuges "aufgrund der sehr langen Lüftungswege, der Trocknung der Luft und der vorhandenen Filter (Klasse G4) äußerst unwahrscheinlich", heißt es in der Mitteilung der Bahn.

Studien mit unterschiedlichen Ergebnissen

Eine im Mai veröffentlichte Studie aus Österreich gibt für Bus und Bahn Entwarnung. Die Forscher untersuchten Cluster, also Häufungen von Corona-Infektionen, und stellten fest: "Unter den abgeklärten Clustern lassen sich keine Fallhäufungen zurückführen auf den Besuch von Geschäftslokalen oder die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln."

Ein Computermodell des Coronavirus

Nachrichten | In eigener Sache -
Jetzt das ZDFheute Update abonnieren
 

Sie wollen morgens und abends ein praktisches Update zur aktuellen Lage? Dann abonnieren Sie unser ZDFheute Update.

Dagegen kommen mehrere Studien aus China von Beginn des Jahres zu dem Schluss, dass öffentliche Verkehrsmittel durchaus ein Ansteckungsrisiko bergen können: Chinesische Forscher untersuchten bei über 1.200 Fällen, wo sich die Patienten angesteckt hatten. Die meisten wurden von Freunden oder Familie infiziert, gefolgt von Ansteckungen in der Kategorie "Transport" - die sowohl öffentliche Verkehrsmitteln als auch private Autos beinhaltete. Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen Forscher, die Infektionswege in der chinesischen Stadt Ningbo untersuchten.

Fazit: ICE- und IC-Züge sind derzeit durchschnittlich nur zu rund 20 bis 30 Prozent ausgelastet. Entscheidend für das Ansteckungsrisiko bei einer Bahnfahrt ist vor allem die Frage, ob es möglich ist, Abstand zu anderen Fahrgästen zu halten. In Zügen mit höherer Auslastung ist das häufig nur schwer möglich.

Das Virus als Modell

Nachrichten | Politik -
Corona in 3D: Wie ist das Virus aufgebaut?
 

Corona bestimmt seit Monaten weltweit den Alltag der Menschen. Doch wie ist das Virus aufgebaut, was passiert im Körper und wie kann es bekämpft werden? Ein Überblick in 3D.

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

Innsbruck, Hauptstadt des Bundeslandes Tirol im Westen Österreichs

Überblick über Lage in Europa -
Tirol und Tschechien nun Corona-Risikogebiete
 

Tirol, Tschechien, Luxemburg: Die Bundesregierung hat weitere Regionen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Wie die Lage in Europa ist und was Urlauber wissen müssen - ein …

Menschen demonstrieren in Marseille gegen die Corona-Politik

Alarmstimmung in Frankreich -
Corona-Chaos: Wirte protestieren
 

Die Corona-Zahlen sind auf Rekord-Niveau, Paris reagiert panisch. Unterdessen protestieren Wirte und …

Videolänge:
1 min
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.