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Ärzte und Wirtschaft: Kritik an Regel-Wust

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Corona-Maßnahmen - Ärzte und Wirtschaft: Kritik an Regel-Wust

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Kassenärzte-Chef Gassen wirft den Ländern beim Beherbergungs- und Reise-Verbot überzogene Corona-Maßnahmen vor. DIHK-Präsident Schweitzer kritisiert "unkoordinierte Regelungen".

Kassenärzte-Chef Andreas Gassen bei einer Pressekonferenz auf einem Podium. Gassen kritisierte die jüngsten Corona-Maßnahmen der Länder scharf.
Kassenärzte-Chef Andreas Gassen bezeichnete innerdeutsche Reisen als "Pseudo-Gefahr".
Quelle: epa

Kassenärzte-Chef Andreas Gassen und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK ) üben harsche Kritik am Vorgehen der Bundesländer in der Corona-Krise. Gassen wirft den Ländern überzogene Maßnahmen vor.

"Diese Regelungswut ist oft eher kontraproduktiv", sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) der "Neuen Osnabrücker Zeitung" mit Blick auf Beherbergungsverbote und Sperrstunden:

Die Reisebeschränkungen sind zur Pandemiebekämpfung überflüssig.
Andreas Gassen, Kassenärzte-Chef

Das Beherbergungsverbot müsse laut Gassen schnellstmöglich zurückgenommen werden. Er bezeichnete innerdeutsche Reisen als "Pseudo-Gefahr".

Einige Bundesländer haben sich auf gemeinsame Regeln im Umgang mit deutschen Corona-Risikogebieten geeinigt. Wie sinnvoll die sind, erklärt der Medizinjournalist Christoph Specht.

Beitragslänge:
22 min
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Gassen: Kritik an Sperrstunden und Alkoholverbot

Masseninfektionen gebe es durch traditionelle Großhochzeiten, in Fleisch verarbeitenden Betrieben und durch unkontrolliertes Feiern. Auch Sperrstunden und Alkoholverbote wie in Berlin seien mehr als fragwürdig. Gassen warnt:

Durch den Wust an (...) Regelungen verlieren wir aber eventuell die Akzeptanz für die Maßnahmen, die etwas bringen.
Andreas Gassen, Kassenärzte-Chef

Kassenärzte-Verbandschef Gassen nahm ferner Anstoß an Warnungen des Robert Koch-Instituts, die Pandemie könnte außer Kontrolle geraten. Man müsse aufhören, auf die Zahl der Neuinfektionen zu starren wie das Kaninchen auf die Schlange.

"Selbst 10.000 Infektionen täglich wären kein Drama, wenn nur einer von 1.000 schwer erkrankt, wie wir es im Moment beobachten." Zuletzt war die Zahl der registrierten Neuinfektionen in Deutschland auf mehr als 4.000 Fälle am Tag deutlich angestiegen.

DIHK: "Unkoordinierte Regelungen"

Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) kritisiert "unkoordinierte Regelungen" bei Beherbergungsverboten. Dies sorge aktuell für große Verunsicherung bei den Unternehmen, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Schließlich hätten gerade die Betriebe in der Tourismuswirtschaft sichere Hygienekonzepte ausgearbeitet, digitale Lösungen entwickelt und sich unter erschwerten Bedingungen weiter engagiert. In der "Bild-Zeitung" warnte Schweitzer:


Gerade auch im Gastgewerbe können weitere Ausfälle die Existenz von Unternehmen gefährden.
Eric Schweitzer, DIHK
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