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Intensivstationen - Belgien: Angst vor Überlastung steigt

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In Belgien steigt die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen - und mit ihr die Angst vor einer Überlastung des Gesundheitssystems.

Nach zwei Wochen starker Alltagsbeschränkungen wird in Belgien nun Fazit gezogen. Ist die Zweite Welle überstanden? Laut Epidemologen könnte der 3.11. der Höhepunkt gewesen sein.

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Belgien steht auf dem Scheitelpunkt der zweiten Welle: Schlimmer kommt’s nicht mehr, besser wird‘s noch nicht. Abzulesen ist das zum einen an den Zahlen: In den Krankenhäusern des Elf-Millionen-Einwohner-Landes liegen etwas weniger COVID-19-Patienten als noch Anfang des Monats.

Fast 1.500 Intensivpatienten

Am 4. November waren es noch 7.407 belegte Betten, am 11. November 6.876. Das ist ein Rückgang von sieben Prozent. Aber zugleich steigt die Zahl der Patienten, die auf Intensivstationen liegen um vier Prozent, von 1.412 auf 1.463.

Ablesen kann man das auch an den Gesichtern von Ärzten und Krankenschwestern. Zum Beispiel bei einer Nachtschicht in der Klinik Jolimont in La Louvière, eine Stunde südlich von Brüssel.

Nur noch ein freies Bett

Sie habe Angst vor der Überlastung, sagt Laetitia Degl’Innocenti, Krankenschwester auf der Intensivstation. "Wir müssten dann den Menschen sagen, dass wir ihnen nicht helfen können. Das ist sehr schwer." Ihre Tränen kann auch ihre Maske nicht verstecken.  

Auf Eins, Zwei, Drei wuchtet die Schwester den nächsten Patienten in ein Bett der Intensivstation. Pierre Henin, der Leiter, packt mit an. "Nachdem wir diese Person aufgenommen haben, bleibt uns ein freies Bett. Ich komme gerade zurück von einem Rundgang durchs Haus. Da sind vier schwache Patienten, die eigentlich hierhergehören."

Diese "Nachrücker" sind eine Erklärung für die weiterhin hohe Auslastung der Krankenhäuser.

In Belgien gibt es pro Tag durchschnittlich 13858 Neuinfektionen bei einer Einwohnerzahl von nur 11,5 Millionen. Erste Patient*innen wurden nach Deutschland verlegt und dort behandelt. Nun sicherte der deutsche Botschafter im Fernsehen Unterstützung zu.

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Seit zwei Wochen auch die meisten Geschäfte zu

Die andere ist die Politik der Alltagsbeschränkungen. Vor fast vier Wochen mussten Restaurants und Cafés schließen. Vor fast zwei auch alle Geschäfte, die nicht Waren des täglichen Bedarfs verkaufen. Es gilt eine nächtliche Ausgangssperre.

Um die zweite Welle zu vermeiden, hätten diese Regeln schon Mitte September verschärft werden müssen, analysiert die Tageszeitung Le Soir - im Rückblick.

Erst schlimmer, bevor es besser wird

Nachher kann man vieles besser wissen, meint Marie-Elisabeth Faymonville, Anästhesistin in der Uni-Klinik Lüttich. Strenge bräuchten Akzeptanz in der Bevölkerung.

"Man hat es oft genug gesagt, aber die Leute wollten es nicht hören. Es ist schwierig aufzunehmen, was einen einschränkt in seinen Freiheiten." In Belgien musste es erst schlimmer kommen, bevor es besser wird.

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