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Warum Bill Gates kein Corona-Verschwörer ist

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Coronavirus und Gates-Stiftung - Warum Bill Gates kein Corona-Verschwörer ist

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Bill Gates verdient in der Corona-Krise keine Milliarden mit Impfstoffen. ZDFheuteCheck erklärt, wie seine Stiftung tatsächlich arbeitet.

Bill Gates
Bill Gates hat es zum Ziel, Impfungen zugänglich für Menschen zu machen, die es sich bislang nicht leisten konnten. (Archivbild)
Quelle: imago

Am 12. April gab Bill Gates, Microsoft-Gründer und ehemals reichster Mann der Welt, den "Tagesthemen" ein viel beachtetes Interview. Es ging darin vor allem um die Entwicklung eines Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus: Man sei zuversichtlich, dass in 18 Monaten ein Impfstoff gegen das Coronavirus bereitgestellt werden könne, so Gates.

Ein Softwarepionier, der sich zur Entwicklung eines Impfstoffes äußert - wie passt das zusammen? Tatsächlich investiert die von ihm und seiner Frau aufgebaute Bill und Melinda Gates-Stiftung seit Jahren Milliardensummen, vor allem um Infektionskrankheiten in Schwellen- und Entwicklungsländern zu bekämpfen.

Kritiker werfen Bil Gates wegen der Unterstützung von Impfkampagnen verborgenen Eigennutz für Geschäftsinteressen vor.

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Welche Verschwörungstheorien sind im Umlauf?

Nicht erst seit der Corona-Krise sieht sich Gates persönlich dem Vorwurf ausgesetzt, mit diesem Engagement verborgene niedere Beweggründe zu verfolgen. Impfgegner, aber auch Anhänger diverser Verschwörungstheorien glauben, hinter Gates Aktivismus stünden vor allem Geschäftsinteressen oder sogar der Wille, die Weltbevölkerung mit Mikrochips zu kontrollieren.

Diese Theorien bekommen weltweit Zulauf. Tatsächlich ist an Gates Impf-Aktivismus aber wenig Verwerfliches. Viele Vorwürfe basieren auf Falschinformationen oder dem bewussten Überspitzen von berechtigter Detailkritik.

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Wie arbeitet die Gates-Stiftung?

Mit einem Vermögen von fast 47 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 ist die Gates-Stiftung die größte private Stiftung weltweit. Diese Summe basiert vor allem auf Zuwendungen der Milliardäre Bill Gates und Warren Buffett.

Gewinnorientiert arbeitet sie nicht - ihr erklärtes Ziel ist es, bis 20 Jahre nach dem Tod von Bill und Melinda Gates alle Finanzmittel aufgebraucht zu haben. Ein von der eigentlichen Stiftung getrennter Treuhandfonds finanziert die Stiftung und legt die übrigen Finanzreserven in der Zwischenzeit an - insbesondere bei globalen Mega-Unternehmen, was Aktivisten immer wieder beanstanden.

Häufig heißt es in viralen Nachrichten zur Gates-Stiftung, sie würde am Vertrieb von Impfstoffen selbst verdienen. Tatsächlich sind es aber primär Projekt-basierte finanzielle Zuschüsse, die die Stiftung gewährt.

Ein nachträgliches Einkommen aus diesen Zahlungen generiert sie nicht. Bill Gates selbst verkauft also auch keine Impfstoffe. Die Finanzberichte der Stiftung sind online einsehbar.

Was hat es mit Organisationen wie CEPI oder Gavi auf sich?

Um neue Impfstoffe zu entwickeln oder vorhandene auch in die letzten Winkel eines Entwicklungslandes zu bringen, benötigt es nicht nur Geld, sondern auch politische Unterstützung. In den globalen Impfallianzen CEPI und Gavi versammeln sich private Geldgeber, Unternehmen und Regierungen, um den Kampf gegen Infektionskrankheiten zu koordinieren - beide Organisationen stehen im Zentrum diverser Verschwörungstheorien.

Bill Gates ist ein wichtiger Finanzier dieser Organisationen, aber genauso wie es nicht einzelne Unternehmen sind, die die Geschicke dieser Verbände dominieren, ist es auch nicht Gates als Einzelperson, die bestimmt, was in ihren Gremien entschieden wird.

Wie in anderen internationalen Vereinigungen auch treffen bei CEPI und Gavi Organisationen, Regierungen und Unternehmen mit teils sehr unterschiedlichen Standpunkten und Strategien aufeinander. Ein gemeinsames Vorgehen auszuhandeln ist ein komplexer Prozess, der nicht auf eine Einzelperson wie Bill Gates reduziert werden kann.

Allein Gavi hat nach eigenen Angaben Schutzimpfungen für mehr als 760 Millionen Kinder weltweit ermöglicht und agiert in Koordination mit der Weltgesundheitsorganisation WHO und den Millenniumzielen der Vereinten Nationen.

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Welche Kritik gibt es am Vorgehen der Gates-Stiftung?

Im Gegensatz zu anderen gemeinnützigen Stiftungen, die ihr Geld vor allem Hilfsorganisationen zukommen lassen, kooperiert die Gates-Stiftung sehr offensiv mit gewinnorientierten Unternehmen.

Die Logik dahinter ist, dass diese Unternehmen - insbesondere Pharmaunternehmen - ohne finanzielle Anreize kein Interesse daran hätten, wenig rentable Impfstoffe und Medizin für Krankheiten in Schwellen- und Entwicklungsländern herzustellen. Also subventioniert die Gates-Stiftung etwa die Herstellung solcher Impfdosen.

Damit sichert sie Pharmaunternehmen Umsatz, die teils wegen umstrittener Praktiken wie Medikamententests in eben jenen Schwellen- und Entwicklungsländern in der Kritik stehen. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen kritisiert seit Jahren, dass sich die Gates-Stiftung eher für eine Zusammenarbeit mit großen Pharmakonzernen entschiede, anstatt günstigere, lokale Produzenten aufzubauen.

Fazit

Die Gates-Stiftung ist also eine Organisation, die globale Großkonzerne eher stärkt als deren Einfluss zu untergraben - sie agiert nach den Gesetzen des Marktes. Gleichzeitig schafft sie es so aber auch, moderne Medizin und Entwicklung an Orte zu bringen, die vom Gesundheitssystem bislang weitgehend abgeschnitten waren.

Damit erwirtschaftet sie keinen Gewinn und diese Arbeit vollbringt Bill Gates nicht allein, sondern sie geschieht in Koordination mit Regierungen und Organisationen weltweit.

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