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Impfstoff gegen Coronavirus - Biontech und Pfizer starten weltweite Studie

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30.000 Teilnehmer weltweit hat die Studie: Sie soll klären, ob der Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und des US-Unternehmens Pfizer gegen das Coronavirus hilft.

Im globalen Rennen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt es Fortschritte: Zwei weitere Impfstoff-Kandidaten starten in die letzte Phase der klinischen Entwicklung und werden nun an Tausenden Menschen getestet.

So begannen die Mainzer Biotech-Firma Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer am Dienstag eine Testreihe mit bis zu 30.000 Teilnehmern, um die Sicherheit und Wirksamkeit ihres Mittels zu untersuchen. Sollte das erfolgreich sein, könne bereits im Oktober eine Zulassung des Impfstoffs bei den Behörden beantragt werden, teilten die Partner mit.

Fünf Impfstoffe in der letzten Studienphase

Auch das Biotech-Unternehmen Moderna begann mit einer breit angelegten Studie in den USA. Damit befinden sich inzwischen fünf potenzielle Impfstoffe in der letzten Studienphase, der sogenannten Phase III. Insgesamt werden mehr als 20 Kandidaten bereits am Menschen gestestet.

Heute starten wir unsere globale Studie, die bis zu 30.000 Teilnehmer umfassen wird.
Ugur Sahin, Biontech-Chef

Dabei solle der Kandidat BNT162b2 laut Biontech-Chef Ugur Sahin bei Probanden im Alter von 18 bis 85 Jahren getestet werden. Die Studie beginnt in den USA, insgesamt sollen aber 120 Studienzentren mitmachen, auch in Argentinien, Braslilien und Deutschland.

100 Millionen Impfdosen bis Jahresende möglich

Bei Erfolg könnten bis zum Jahresende rund 100 Millionen Impfdosen bereitstellen - weil die Firmen von der Notwendigkeit einer Auffrischungsimpfung ausgehen, würde dies zunächst für rund 50 Millionen Menschen reichen. Pfizer hat bereits eine Übereinkunft mit der US-Regierung getroffen, dieser 100 Millionen Impfdosen für rund zwei Milliarden Dollar zu verkaufen. Zudem hat der Konzern ihr eine Option auf 500 Millionen weitere Dosen eingeräumt.

Auch die EU-Kommission verhandelt mit diversen Pharma-Firmen über die Versorgung mit möglichen Impfstoffen - doch Insidern zufolge gestalten sich die Gespräche schwierig. Es hake bei Themen wie dem Preis oder Haftungskosten, sagten Insider. Ein Grund dafür sei, dass die USA überhöhte Preise zahlten.

Biontech und Pfizer setzen - wie auch das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac, dessen Mittel sich noch in einer frühen Testphase befindet - auf Impfstoffe auf Basis der sogenannten Boten-RNA (mRNA). Dieser chemische Botenstoff weist Körperzellen an, Proteine zu produzieren, die die äußere Oberfläche des Coronavirus nachahmen. Der Körper erkennt diese virusähnlichen Proteine als Eindringlinge und kann dann eine Immunantwort gegen das eigentliche Virus auslösen.

Moderna testet an 30.000 Erwachsenen in den USA

Moderna will seinen Impfstoff-Kandidaten, ebenfalls ein mRNA-Mittel, an etwa 30.000 gesunden Erwachsenen in 30 US-Bundesstaaten testen, darunter die vom Virus stark betroffen Staaten Texas, Kalifornien, Florida und Arizona. In einer frühen klinischen Studie hatte sich der Impfstoff nach Angaben der Forscher als sicher erwiesen.

Der Konzern, der bislang noch keinen Impfstoff zur Marktreife geführt hat, will von dem neuen Mittel rund 500 Millionen Impfstoffeinheiten pro Jahr herstellen und damit im kommenden Jahr beginnen. Das Unternehmen wird mit rund einer Milliarde Dollar von der US-Regierung unterstützt.

Produktion beim Impfstoff-Hersteller BioNTec

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von Meike Hickmann

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