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Corona-Krise in Brasilien - Sao Paulo überholt China bei Zahl der Toten

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Brasiliens Präsident Bolsonaro bezeichnet das Coronavirus als "kleine Grippe". Nach aktuellen Zahlen gibt es in dem Land mehr als 233.000 Infizierte und mehr als 15.000 Tote.

Der brasilianische Bundesstaat São Paulo hat China bei der Zahl der Corona-Toten überholt. Dies ging aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Samstag hervor. Demnach sind in dem mit mehr als 40 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Bundesstaat Brasiliens bislang 4.688 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, in China mit mehr als einer Milliarde Einwohner 4.637 Menschen.

Brasilien auf Platz vier der am schwersten betroffenen Länder

In Brasilien sind inzwischen mehr als 15.000 Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Im ganzen Land hätten sich mehr als 233.000 Menschen mit dem neuartigen Virus angesteckt, teilten die Behörden am Samstag mit.

Die Corona-Krise in Brasilien hat auch Auswirkungen auf die Regenwald-Abholzung:

Nach den Daten der in den USA beheimateten Johns-Hopkins-Universität liegt das Land mit kontinentalen Ausmaßen damit bei der Zahl der Todesopfer weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten ist es auf Platz vier der am schwersten betroffenen Länder vor Italien und Spanien gerückt.

Fast 15.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Laut den am Samstag veröffentlichten Zahlen steckten sich innerhalb von 24 Stunden fast 15.000 Menschen neu mit dem Coronavirus an, die Zahl der Toten stieg um mehr als 800 auf 15.633. Experten gehen davon aus, dass die wahre Infektionszahl bis zu 15 Mal höher liegt, weil nicht ausreichend getestet werde.

Mitarbeiter in Sao Paulo tragen Holzkisten, die als Särge genutzt werden
Der brasilianische Bundesstaat São Paulo hat China bei der Zahl der Corona-Toten überholt.
Quelle: reuters

Immer mehr Krankenhäuser haben keine freien Intensivbetten mehr, provisorische Kliniken öffnen. Auf Friedhöfen werden die Leichen in Massengräbern beerdigt. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro, der die Pandemie als "kleine Grippe" bezeichnet hat, kritisierte trotz dieser Entwicklungen erneut die von mehreren Bundesstaaten verhängten Ausgangsbeschränkungen und drängte auf eine Öffnung der Wirtschaft.

Die Zahl der Infizierten und der Toten schnellt weiter ungebremst nach oben. Und dass, obwohl Brasilien noch immer viel zu wenig testet. Experten gehen daher davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Infizierten bis zu 20 Mal so hoch sein könnte, wie offiziell angegeben. Besonders tragisch ist: Brasilien hat bisher keinen Weg gefunden, Covid-19 aufzuhalten. Viele Menschen leben auf engstem Raum, können sich kaum versorgen, das Gesundheitswesen ist überlastet. Vor allem aber fehlt der politische Wille, gemeinsam eine Lösung zu finden.
ZDF-Korrespondent Christoph Röckerath

Bolsonaro bezeichnet Corona-Maßnahmen als "Tyrannei"

"Arbeitslosigkeit, Hunger und Elend werden die Zukunft derjenigen sein, die die Tyrannei der totalen Isolation unterstützen", schrieb der Präsident auf Twitter. Er fordert die Lockerung der Beschränkungen, weil diese seiner Meinung nach die Wirtschaft unverhältnismäßig stark belasten.

Der rechtspopulistische Bolsonaro hat mit Nelson Teich, der nach nur einem Monat im Amt am Freitag seinen Posten wieder räumte, bereits den zweiten Gesundheitsminister in der Covid-19-Pandemie verschlissen. Zwischen der Entlassung von dessen Vorgänger Luiz Henrique Mandetta und dem Rücktritt Teichs stieg die Zahl der Corona-Toten in Brasilien in 29 Tagen nach Angaben der Zeitung "Estado de S. Paulo" um 666 Prozent.

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