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Symptome, Schutz und Ausbreitung - Was Sie zum Coronavirus wissen müssen

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Wie kann man sich gegen das Coronavirus schützen? Was sind die Covid-19-Symptome? Was müssen Arbeitnehmer beachten? Hier bekommen Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Archiv: Eine Frau trägt vor einer Apotheke eine Mund- und Nasenmaske.
Das Coronavirus breitet sich aus: Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Quelle: DPA

1. Was sind die Symptome von Covid-19?

Eine Infektion mit dem Coronavirus kann zu Symptomen wie Fieber, trockenem Husten und Erschöpfung führen. Einige Betroffene leiden auch an Durchfall, schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI). Einige Erkrankte berichten auch von starken Kopfschmerzen oder Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns. Besonders ältere Menschen entwickeln nicht unbedingt hohes Fieber.

Laut RKI kann das Virus bei einem schweren Verlauf auch zu Atemproblemen und Lungenentzündung führen. Nach derzeitiger Einschätzung von Experten verläuft die neuartige Lungenkrankheit in den meisten Fällen aber mild, teilweise sogar ganz ohne Symptome.

Die Inkubationszeit - der Zeitraum zwischen Infektion und Beginn von Symptomen - beträgt im Schnitt 5 bis 6 Tage, kann aber auch bis zu 14 Tage dauern. Das ist der Grund dafür, dass Verdachtsfälle zwei Wochen isoliert werden.

Coronavirus und Infografik-Chart

Covid-19 -
Zahlen zur Ausbreitung des Coronavirus
 

Das Coronavirus breitet sich weiter aus. Weltweit haben sich mehr als sechs Millionen Menschen infiziert. Sehen Sie hier aktuelle Karten und Infografiken.

von Simon Haas, Robert Meyer

2. Wie ansteckend ist das Coronavirus?

Klar ist, dass sich das Virus durch Tröpfcheninfektion verbreitet. Dies kann beim Husten oder Sprechen geschehen, aber auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut oder der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

Der Erreger soll zudem deutlich infektiöser sein, als anfangs angenommen: Anders als beim eng verwandten Sars-Erreger vermehrt sich das Coronavirus auch im Rachenbereich. Bei den oberen Atemwegen ist der Ansteckungsweg deutlich kürzer, als wenn ein Erreger erst aus der Lunge heraus und in die Lunge eines anderen Menschen hinein gelangen muss. Zurzeit steckt ein Infizierter etwa einen weiteren Menschen an. Anfang März lag diese Reproduktionszahl noch über drei.

Laut RKI wurden die Viren auch in Stuhlproben von Betroffenen gefunden. Ob sich Sars-CoV2 auch über das Verdauungssystem verbreiten kann, sei aber noch nicht klar.

Eine Übertragung des Virus über Oberflächen von Gegenständen ist noch nicht dokumentiert. Es ist aber nicht ausgeschlossen , dass es auch per Schmierinfektion übertragen werden kann, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Durch die geringe Überlebensdauer der Coronaviren in der Umwelt ist die fragliche Zeitspanne aber sehr kurz.

3. Wie kann man sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen?

Wie bei Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen schützt Hygiene: Regelmäßiges Händewaschen, eine "gute Husten- und Nies-Etikette" sowie circa zwei Meter Abstand zu Erkrankten, empfiehlt das RKI. Maßnahmen, die auch während der Grippewelle überall und jederzeit angeraten sind.

Von Nutzen könne sein, auf Umarmungen und Händeschütteln zu verzichten und von vielen Menschen berührte Oberflächen wie Türklinken, Haltegriffe und Aufzugknöpfe nicht anzufassen.

Mittlerweile gibt es auch in allen Bundesländern eine Maskenpflicht. Durch ein einfache Mund-Nasen-Bedeckung werden andere vor Ansteckung geschützt.

"Atemschutzmasken schützen auf jeden Fall andere Personen und uns selbst zu einem gewissen Grad auch", so der Virologe und Epidemiologe Prof. Alexander Kekulé.

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4. Wie wird eine Infektion mit dem Coronavirus behandelt?

Es gibt bisher keine Impfung oder Therapie zur Behandlung der Erkrankung. Die Symptome können aber mit Medikamenten abgemildert werden, zum Beispiel mit fiebersenkenden Mitteln, um bakteriellen Zusatzinfektionen vorzubeugen.

Ein Impfstoff könne zwar in drei bis vier Monaten entwickelt werden. "Aber dann braucht es eine klinische Erprobungsphase, die acht bis zehn Monate dauert. Wichtiger sind deshalb derzeit Arbeiten an einer Therapie", so Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts.

Grünes Licht für Mainzer Unternehmen: Zum ersten Mal wird hier ein möglicher Impfstoff an 200 Probanden getestet. Der Gesundheitsminister bremst aber Erwartungen auf einen schnellen Durchbruch.

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5. Wie gefährlich ist das Coronavirus?

Bei den bisher hauptsächlich aus China berichteten Fällen verliefen der WHO zufolge vier von fünf Krankheitsverläufen mild bis moderat. Bei Kindern scheint das Coronavirus meist mild zu verlaufen - ausgenommen sind Kinder mit Vorerkrankungen. Schwangere scheinen keine Risikogruppe zu sein.

Bei einem Teil der Patienten kann das Virus zu einem schwereren Verlauf mit Atemproblemen und zu Lungenentzündungen führen. Das höchste Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und Tod haben den Daten aus China zufolge Menschen über 60 Jahre und Menschen mit Grunderkrankungen wie Herzkreislauf-Erkrankungen, Immunschwäche, Diabetes und Erkrankungen des Atmungssystems.

Die Sterblichkeitsrate variiert von Land zu Land stark. Während in Italien bis zum 31. März 2020 etwa 11,4 Prozent der Erkrankten starben, gab das RKI die Rate in Deutschland am 28. April mit 3,8 Prozent an.

6. Erhalte ich als Arbeitnehmer weiterhin meinen Lohn, wenn ich in Quarantäne bin?

Ja. Sowohl bei der Quarantäne einer Einzelperson als auch bei der Abriegelung einer ganzen Stadt ist der Lohn für Arbeitnehmer weiterhin gesichert.

Das Infektionsschutzgesetz sorgt in Deutschland dafür, dass für sechs Wochen nach Beginn des Verdienstausfalls das Entgelt weitergezahlt wird. Wenn die Quarantäne nach den sechs Wochen noch andauert, wird Krankengeld gezahlt.

Wenn der Arbeitgeber hingegen freiwillig sagt, er schließt den Betrieb, ist er verpflichtet, weiterhin den Lohn zu zahlen. Dies gilt auch dann, wenn die Schließung nicht freiwillig erfolgt ist. Situationen wie diese gehören zu seinem Betriebsrisiko.

Um Firmen und Arbeitsplätze zu schützen, hat die Bundesregierung einen Schutzschild eingerichtet: Von der Pandemie betroffene Unternehmen sollen in unbegrenztem Umfang Hilfen bekommen. Außerdem senkt die Regierung die Hürden für Kurzarbeit und stockt das Kurzarbeitergeld auf.

7. Wie kann ich mich auf häusliche Quarantäne vorbereiten?

Wer sich darauf vorbereiten will, zwei Wochen zu Hause in Quarantäne bleiben zu müssen, kann sich an einem Ratgeber des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) orientieren. Darin empfiehlt das BBK unabhängig von der Ausbreitung des Coronavirus "Maßnahmen zur Bevorratung von Lebensmitteln" im Sinne eines effektiven Selbstschutzes, so ein Sprecher des Innenministeriums.

Für die Versorgung einer Person für zehn Tage wird empfohlen:

  • 20 Liter Wasser
  • 3,5 kg Getreideprodukte, wie Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis
  • 4,0 kg Gemüse, Hülsenfrüchte im Glas oder Dosen
  • 2,5 kg Obst, Nüsse
  • 2,6 kg Milch und Milchprodukte
  • 1,5 kg Fisch, Fleisch, Eier
  • 0,36 kg Fette, Öle


Wichtig sei es, bei der Vorbereitung auf die Haltbarkeit der Produkte, Allergien und Diät-Vorschriften zu achten.

8. Kitas und Schulen zu - darf ich als Elternteil zuhause bleiben?

Bis auf Notbetreuungen und Unterricht für einzelne Klassen sind Kitas und Schulen zu. Das Bundesarbeitsministerium hat alle Arbeitgeber aufgerufen, pragmatische Lösungen mit ihren Beschäftigten zu finden. Auf die Schließung könne mit Homeoffice, kreativen Arbeitszeitmodellen, der Nutzung von Urlaub und Arbeitszeitkonten reagiert werden.

Da aber viele Eltern wegen der Kita- und Schulschließungen zu Hause bleiben müssen, will der Staat Entschädigung zahlen, wenn Familien deshalb Einkommen einbüßen. Die Regelung ist Teil eines großen "Sozialschutzpakets".

Großeltern sollten nicht bei der Betreuung einspringen - ältere Menschen zählen zur Risikogruppe, bei denen eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus eher zu einem schweren Verlauf führen kann.

9. Was ist mit Reisen?

Die Bundesregierung rät von allen Reisen ab, auch innerhalb Deutschlands. Das gilt zunächst bis 3. Mai. Aber auch mit Blick auf den Sommerurlaub müssen sich viele Urlauber noch gedulden. An den bestehenden Reisebuchungen ändert sich erst einmal nichts. Wer jetzt vom Vertrag zurücktritt, zahlt aber entsprechend Stornokosten. Verbraucherschützer raten deshalb: Abwarten!

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