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Wenn Patienten das Atmen wieder lernen müssen

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Nach schwerer Corona-Erkrankung - Wenn Patienten das Atmen wieder lernen müssen

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Bei manchen Covid-19-Patienten ist der Krankheitsverlauf milde, bei anderen schlimm - sie werden künstlich beatmet. Danach müssen sie das Atmen wieder lernen. Ein langer Prozess.

Bei schweren Verläufen von Covid-19 müssen Patienten teilweise wochenlang künstlich beatmet werden. Danach ist es mühsam zu lernen, wieder selbstständig Luft zu holen.

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Der Krankheitsverlauf bei Menschen, die positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, ist unterschiedlich: Manche zeigen nur leichte Symptome, andere gar keine. Doch die Erkrankung kann auch dazu führen, dass der Patient künstlich beatmet werden muss. Auf der "Weaning-Station" (zu Deutsch: "Entwöhnungsstation") der Uniklinik Aachen lernen Patienten, die über Wochen invasiv beatmet werden mussten, wieder selbstständig Luft zu holen.

Covid-19-Patient war "dem Tode näher als dem Leben"

Die schwere Milchglas-Tür auf der 8. Etage der Uniklinik Aachen öffnet sich, dahinter ein langer Flur. Im hinteren Bereich, isoliert von den anderen, liegen acht Covid-19-Patienten. Einer von ihnen ist Georg von Schwarzenberg, 56 Jahre alt. Als er am 29. März eingeliefert wird, ist er "dem Tode näher als dem Leben", so beschreibt Chefarzt Gernot Marx den Zustand des Patienten.

Von Schwarzenberg geht es schlecht, er bekommt keine Luft mehr und muss sofort künstlich beatmet werden. Das Virus hat seine Lunge schwer angegriffen. Drei Wochen lang tut von Schwarzenberg keinen selbständigen Atemzug.

Wenn der Körper das Atmen verlernt

Drei Wochen sind eine lange Zeit. So kann es passieren, dass der Körper das eigenständige Atmen verlernt: Die Muskulatur im Brustkorb rund um die Lunge wird schwächer oder nimmt sogar ab - sie wurde ja über Wochen nicht gebraucht. Auch das Zwerchfell arbeitet nicht mehr so wie vor der künstlichen Beatmung.

Das neuartige Corona-Virus greift die Lunge an. Wenn diese zu geschwächt ist, müssen Patienten künstlich beatmet werden. Doch das birgt auch Risiken.

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Für manche Patienten bedeutet das, dass sie ohne ein spezielles Training nicht mehr ohne Lungenmaschine atmen können. Bei Georg von Schwarzenberg ist das so. Er muss von der Maschine entwöhnt werden.

Entwöhnung ist Teamwork

"Das Entwöhnen funktioniert im Prinzip wie E-Bike-Fahren." So erklärt es Chefarzt Marx:

Anfangs schalten wir beim Patienten noch häufiger den Motor, also die Lungenmaschine, zur Unterstützung dazu. Nach und nach fahren wir diese Unterstützung runter und der Körper lernt wieder, selbstständig zu atmen.

Hinzu kommt die "handfeste" Unterstützung durch ein ganzes Team von Spezialisten: speziell geschultes Pflegepersonal, Lungenärzte und Intensivmediziner, Physiotherapeuten für die Mobilisation und Logopäden für das Sprechen und Schlucken.

16 Tage, um in ein normales Leben zurückzufinden

Auch ein Psychologe ist auf der "Weaning-Station" immer anwesend, nicht selten durchleben Patienten Angstzustände, wenn sie merken, dass sie zu Beginn der Therapie nicht eigenständig atmen können. 16 Tage dauert der Prozess der Entwöhnung hier im Durchschnitt. 16 Tage Training, um wieder in ein normales Leben zurückzufinden.

Georg von Schwarzenberg braucht die Unterstützung der Maschine tagsüber nur noch für zwei Stunden. Er wirkt matt, man merkt ihm an, dass das Atmen lernen eine anstrengende Prozedur ist. Seine Prognose ist gut: Noch fünf oder sechs Tage, dann wird er keine Unterstützung mehr brauchen. Dann wird er wieder ohne Hilfe atmen können.

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