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Das Virus hat Europa im Griff

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Corona-Krise - Das Virus hat Europa im Griff

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Schulen, Restaurants und Grenzen dicht, Notstände, Ausgangssperren und Hamsterkäufe - das Coronavirus hat Europa im Griff.

Die für Samstag ab Mitternacht geplante Schließung der Grenzen von Polen für Ausländer wegen der Corona-Krise führte tagsüber schon zu Staus auf den Straßen Richtung Grenze. Die Kontrollen an allen Grenzübergängen werden vorerst für zehn Tage eingeführt.

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Die Corona-Krise zwingt viele Menschen, zuhause zu bleiben - und im eigenen Land. Die Einschränkungen im Alltag wirken sich spürbar im Einzelhandel aus. Zugleich schotten viele Nachbarländer ihre Grenzen ab, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Samstagabend knapp 3.800 laborbestätigte Covid-19-Fälle in Deutschland - gut 700 mehr als am Vortag. Acht Menschen sind hierzulande an der Krankheit gestorben.

Schulen in Deutschland geschlossen

Bis Samstag hatten alle Bundesländer beschlossen, Schulen zu schließen oder den regulären Betrieb auszusetzen. Die Länder versuchten, Notbetreuungen auf die Beine zu stellen. Es geht dabei vor allem darum, dass Eltern in sogenannten kritischen Berufen, wie Polizei, Feuerwehr, Krankenpflege oder Rettungsdienst weiterhin zur Arbeit gehen können.

Einzelhändler bestätigten am Samstag, dass deutlich mehr Lebensmittel und Hygiene-Artikel gekauft wurden als zu anderen Zeiten. Dagegen werden Gaststätten eher gemieden. Die Bundesminister Julia Klöckner (CDU) und Andreas Scheuer (CSU) versicherten, es gebe keine Versorgungsengpässe - Hamsterkäufe sollten deshalb vermieden werden.

Grenzkontrollen und Einreiseverbote in Europa

Während Staaten wie Dänemark, Polen und Tschechien Einreisestopps für Ausländer verhängten, sprach sich Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) für ein abgestimmtes Vorgehen bei Grenzkontrollen in Europa aus. "Es hilft in unserem gemeinsamen Schengenraum niemandem, wenn die Menschen nach Paris fliegen, weil in München stärker kontrolliert wird", betonte er.

In Frankreich sollten ab Mitternacht alle Restaurants, Läden und Bars geschlossen bleiben, wie Premier Édouard Philippe ankündigte. Nur Apotheken und Lebensmittelgeschäfte oder Banken bleiben geöffnet.

Philippe begründete das mit dem starken Anstieg der Coronavirus-Fälle in seinem Land. Frankreich zählte am Samstag 4.500 Fälle, am Vortag waren es unter 3.700. Mehr als 90 Tote sind zu verzeichnen. Die erste Runde der Kommunalwahlen soll dennoch am Sonntag stattfinden.

Auch in Spanien gilt ab Montag eine landesweite Ausgangsperre. Nur Wege zur Arbeit und für wirklich notwendige Besorgungen sind den Bürgern noch erlaubt, wie Regierungschef Pedro Sánchez am Abend bestätigte. Der "Alarmzustand" gilt für zwei Wochen. Sánchez sprach von "drastischen Maßnahmen", aber die Corona-Krise erfordere "außerordentliche Entscheidungen".

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Milliardenhilfen in vielen Ländern, Einschränkungen des öffentlichen Lebens, Suche nach dem Impfstoff - verfolgen Sie alle Entwicklungen der Corona-Pandemie in unserem Liveblog.

Die Türkei stellt als Vorsichtsmaßnahme Flüge nach Deutschland und in acht weitere europäische Länder vorübergehend ein. Norwegen will ab Montag alle Ausländer an den Grenzen abweisen, Lettland ab Dienstag den internationalen Personenverkehr komplett aussetzen.

Von Reisen nach Italien, dem am stärksten betroffene Land Europas, wird weiterhin abgeraten. Dort steigt die Zahl der Coronavirus-Fälle weiter dramatisch an. Am Samstag meldete die Katastrophenschutzbehörde mehr als 21.000 Infizierte. Insgesamt seien im Zuge der Epidemie inzwischen mehr als 1.400 Menschen gestorben, hieß es.

Weitere Corona-Risikogebiete

Am Freitagabend hatte das RKI weitere Regionen als Risikogebiete eingestuft. Damit gelten auch das Bundesland Tirol in Österreich und die spanische Hauptstadt Madrid als Gebiete, in denen eine fortgesetzte Virus-Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann. Das gilt zudem für Iran, die französische Region Grand Est (Elsass, Lothringen, Champagne-Ardenne) sowie Provinzen in China und Südkorea.

Das Bundesgesundheitsministerium warnte vor Falschnachrichten und Panikmache. "Achtung Fake News", schrieb das Ministerium am Samstag auf Twitter.

Es wird behauptet und rasch verbreitet, das Bundesministerium für Gesundheit/die Bundesregierung würde bald massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen. Das stimmt NICHT! Bitte helfen Sie mit, ihre Verbreitung zu stoppen.
Bundesgesundheitsministerium

US-Präsident Donald Trump hat sich indes unter wachsendem Druck auf das Coronavirus testen lassen, wie er am Samstag sagte. Ein Ergebnis liege noch nicht vor. Am vergangenen Wochenende hatte er Kontakt zu zwei Mitgliedern einer brasilianischen Delegation, die laut US-Medienberichten später positiv auf das Virus getestet wurden.

Nach der Grenzschließung folgt der nächste Schritt im US-Krisenmanagement: Am Freitag hat Präsident Trump den nationalen Notstand ausgerufen – um dem Senat mehr Handlungsspielraum zu geben.

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Warnung vor Umsatzeinbußen in Gastronomie- und Eventbranche

Weil viele Menschen Gaststätten meiden und wieder mehr zu Hause kochen und essen, gehen der Lebensmittelhandel und Branchenexperten davon aus, dass in Supermärkten anders und mehr eingekauft wird.

Die Warnungen des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga verheißen dagegen nichts Gutes. "Die Umsatzeinbußen erreichen ein nie gekanntes Ausmaß", sagte Dehoga-Präsident Guido Zöllick.

Inzwischen leidet die gesamte Branche in der gesamten Republik - ob Hotels, Restaurants, Caterer, Kneipen, Bars, Diskotheken und Clubs, ob Betriebs-, Stadion- und Verkehrsgastronomie
Dehoga-Präsident Guido Zöllick

Angesichts der Entwicklung warnte der Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, Jens Michow, vor schwerwiegenden Folgen für seine Branche. "Wenn derartige Veranstaltungsabsagen nur über zwei, drei Wochen erfolgen müssen, werden sich zahlreiche Firmen davon nicht wieder erholen können", sagte er.

Die Coronavirus-Krise hat auch die Sportwelt nahezu gestoppt. Statt um Titel und Punkte zu kämpfen, vertrieben sich die meisten Sportler die Zeit daheim. "Es ist eine ungewöhnliche Lage", sagte RB Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche am Samstag. "Das ist die erste Aussetzung seit dem Zweiten Weltkrieg."

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