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Kultusminister zu Coronavirus - Weitere Schulschließungen möglich

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Noch gibt es keine flächendeckenden Schulschließungen. Die Kultusminister schließen allerdings nicht aus, dass es in einzelnen Regionen dazu kommen wird - oder in ganz Deutschland.

Schließen wegen der Corona-Pandemie deutschlandweit die Schulen? Diese und andere Fragen diskutieren heute die Ministerpräsidenten und Kultusminister der Länder.

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Die Kultusminister der Länder stellen sich auf zwei mögliche Szenarien ein. Das teilte die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz mit, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig.

  • Szenario Eins: Flächendeckende Schulschließungen.
  • Szenario Zwei: Der Schulbetrieb wird trotz der Ausbreitung des Coronavirus weitergeführt. Hubig hatte sich zuvor mit ihren Kollegen und Kolleginnen aus den anderen 15 Bundesländern in Berlin beraten. Für Schulen und Bildung ist in Deutschland jedes Bundesland selbst zuständig.

Hubig betonte allerdings, dass man sich auf Unterricht sowie Lehrer- und Schulkonferenzen beschränken werde. Auf Klassenfahrten ins Ausland und Ausflüge im Inland müsse grundsätzlich verzichtet werden.

Wer betreut die Kinder?

Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe wies darauf hin, dass es in Deutschland elf Millionen Kinder unter 14 Jahren gebe, die eine Betreuung bräuchten. Er betonte, dass bei einer Schließung aller Schulen trotzdem 10 bis 20 Prozent dieser Kinder eine Betreuung benötigten würden, "um nicht den Zusammenbruch der öffentlichen Daseinsvorsorge und vieler anderer Dinge zu riskieren." Mit diesen Überlegungen stehe man allerdings noch am Anfang.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sprach sich zum jetzigen Zeitpunkt gegen eine flächendeckende Schließung von Schulen aus. Man versuche, einen Normalbetrieb so lange wie möglich aufrecht zu erhalten, sagte sie.

Einzelne Länder beraten weiter über Schulschließungen

Die baden-württembergische Landesregierung will nun am Freitag bei einer Sondersitzung des Kabinetts über allgemeine Schulschließungen bis Ostern entscheiden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder schloss generelle Schulschließungen ebenfalls nicht aus.

Niedersachsen hat Medienberichten zufolge bereits beschlossen, dass ab kommendem Montag die Schulen geschlossen bleiben sollen. Von offizieller Seite ist das aber noch nicht bestätigt.

Natürlich nimmt die Nervosität und Angst auch an den Schulen, bei Eltern, Schülern und Lehrern zu.
Heinz-Peter Meidinger, Präsident Deutscher Lehrerverband

Der Realschullehrerverband hatte zuvor flächendeckende Schulschließungen gefordert. Der Deutsche Lehrerverband wandte sich dagegen: "Natürlich nimmt die Nervosität und Angst auch an den Schulen, bei Eltern, Schülern und Lehrern zu. Und diese Nervosität überträgt sich auch auf manche Lehrerverbände", sagte Verbands-Präsident Heinz-Peter Meidinger.

Die Mehrheit im Deutschen Lehrerverband sei nach wie vor der Auffassung, der Expertise des Gesundheitsministeriums des Robert-Koch-Instituts zu folgen, sagte Meidinger. Bisher gebe es von dort keine Empfehlung für generelle Schulschließungen. Meidinger rief aber alle Schulen dazu auf, sich auf mögliche Schulschließungen vorzubereiten. Sie sollten ausloten, wie Schüler weiter mit Unterrichtsmaterialien versorgt werden könnten. Bayern wird nach Aussagen von Ministerpräsident Markus Söder am Freitag über Schulschließungen entscheiden. Man wolle die Beratung im Kanzleramt am Donnerstag abwarten.

Halle macht Schulen und Kitas dicht

Als erste deutsche Großstadt schließt Halle von diesem Freitag an alle Kindertagesstätten und Schulen - vorerst bis Ende März. Zudem seien alle öffentlichen Veranstaltungen abgesagt. In der Stadt sind aktuell sieben Infektionsfälle nachgewiesen.

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts "recht schnell" aus. Die nächsten Tage und Wochen würden zeigen, ob die ergriffenen Maßnahmen ausreichten, um die Anstiegskurve abzuflachen, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade.

In Deutschland sind mehr als 2.000 Infektionsfälle bekannt. Die Zahl der Toten durch das Virus stieg in Deutschland auf fünf.

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