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Euphorie über Studienerfolg bei Impfstoff

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Biontech liefert Ergebnisse - Euphorie über Studienerfolg bei Impfstoff

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Fortschritte bei Corona-Impfstoff: Noch im November wollen die Firmen Biontech und Pfizer eine Zulassung in den USA beantragen. Langfristige Daten fehlen aber noch.

Ein Corona-Impfstoff in Europa und den USA rückt in greifbare Nähe: Der deutsche Hersteller BioNTech hat Zwischenergebnisse einer großen Studie vorgelegt. Der Impfstoff soll einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 bieten.

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Positive Ergebnisse bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes durch die Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer haben weltweit die Hoffnung auf eine erfolgreiche Bekämpfung der Pandemie geschürt. Nach einer ersten Zwischenanalyse der entscheidenden Studie sei das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, für geimpfte Studienteilnehmer um mehr als 90 Prozent geringer als ohne Impfung, meldeten die Firmen.

Allerdings verwiesen sowohl Gesundheitsminister Jens Spahn als auch Wissenschaftsministerin Anja Karliczek auf die nötigen Zulassungen und darauf, dass es bei Impfstoffentwicklungen immer wieder Rückschläge gegeben habe.

In der am Montag im Corona-Kabinett besprochenen Impfstrategie der Bundesregierung ist von einer Zulassung frühestens im ersten Quartal 2021 die Rede.

Corona-Impfung -
Biontech: Impfstoff schützt zu 90 Prozent
 

Die Mainzer Firma Biontech hat Zwischenergebnisse einer Studie vorgelegt. Hohe Wirksamkeit, keine schweren Nebenwirkungen - das Impfstoff könnte bald zugelassen werden.

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Aktien von Biontech und Pfizer legen zu

Biontech und Pfizer sind die weltweit ersten Unternehmen, die erfolgreiche Daten aus der für eine Zulassung entscheidenden Studie mit einem Corona-Impfstoff vorgelegt haben. An den Aktienmärkten sorgte das weltweit für Euphorie.

Die Aktien von Biontech legten in Frankfurt rund 30 Prozent zu, Pfizer gewannen in den USA rund 15 Prozent.

Daten zur Wirksamkeit beeindrucken Experten

"Heute ist ein ganz besonderer Tag für die Wissenschaft und die Menschheit", sagte Pfizer-Chef Albert Bourla.

Wir erreichen diesen wichtigen Meilenstein in unserem Impfstoffprogramm zu einem Zeitpunkt, an dem die Welt einen Impfstoff am dringendsten braucht, mit Infektionszahlen, die neue Höchststände erreichen, Krankenhäuser, die an Kapazitätsgrenzen stoßen und der Wirtschaft, die sich bemüht, wieder zu öffnen.
Albert Bourla, Pfizer-Chef

Wissenschaftler stimmten dem zu. "Die Daten zur Wirksamkeit sind wirklich beeindruckend. Das ist besser als von den meisten von uns erwartet. Ich wäre schon bei einer Effektivität von 70 oder 75 Prozent erfreut", sagte William Schaffner, Experte für Infektionskrankheiten am Vanderbilt Medical Center.

Die Impfstoff-Erfolgsmeldung des Mainzer Unternehmens BionTech schlägt hohe Wellen – auch an der Börse. ZDF-Wirtschaftsexpertin Valerie Haller kennt die Details.

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Langfristige Ergebnisse abwarten

Andere Experten wiesen aber darauf hin, dass es sich nur um erste Daten von relativ wenigen Fälle handele. So sagte Azra Ghani, Professor für Epidemiologie am Imperial College in London:

Zusätzliche Daten in den kommenden Wochen und Monaten werden ein klareres Bild über die langfristige Wirksamkeit des Impfstoffs liefern.

Biontech-Chef Sahin, in dessen Laboren der Impfstoff seine Wurzeln hat, hofft auf einen Impfschutz von mindestens einem Jahr. Noch wisse man das aber nicht.

Antrag auf Impfstoff-Genehmigung noch im November

Biontech und Pfizer planen, noch im November in den USA eine Notfallgenehmigung für den Impfstoff zu beantragen. Wenn genügend Daten zur Impfstoff-Sicherheit vorlägen, womit in der kommenden Woche gerechnet werde, solle der Antrag bald darauf gestellt werden.

Bislang seien in der Studie keine ernsten Sicherheitsbedenken aufgekommen. In Europa hatte die europäische Arzneimittelagentur Anfang Oktober den Einreichungsprozess eingeläutet, um eine spätere Zulassung zu beschleunigen.

300 Millionen Impfdosen für die EU

Zahlreiche Regierungen haben sich bereits Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffs vorab gesichert, darunter die USA, Japan und Großbritannien. Auch die Europäische Kommission hat Sondierungsgespräche über den Kauf von bis zu 300 Millionen Einheiten abgeschlossen.

Biontech und Pfizer erwarten, 2020 weltweit bis zu 50 Millionen Impfstoffdosen herzustellen und 2021 bis zu 1,3 Milliarden.

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