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Coronavirus und Fake News - Wie die WHO gegen eine "Infodemie" kämpft

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Eine "Infodemie" nennt die WHO die vielen Behauptungen über das Coronavirus - und versucht mit einer Kampagne dagegen vorzugehen. Eine Krankheit zwischen Mythen, Panik und Fakten.

Forscher verpacken Nachweisreagenzien für das Coronavirus. Archiv
Coronavirus - zwischen Wissenschaft und Fakenews
Quelle: Ma Ping/XinHua/dpa

Sesamöl, Salz, Knoblauch: Geht es nach der Meinung einiger Twitter- und Facebook-User, ist das Coronavirus einfacher zu bekämpfen als ein Wokgericht zu kochen. Die genannten Zutaten in Nase und Mund zu verteilen, mache die Erreger schon zunichte. Das ist natürlich Blödsinn - verbreitet sich aber vermutlich schneller als jedes Virus und ist womöglich ansteckender als Ebola und Grippe zusammen. Eine "Infodemie" nennt das die Weltgesundheitsorganisation (WHO) - und warnt davor fast so eindringlich wie vor dem Virus selbst.

Das WHO-Mittel gegen "Infodemie"

Eine "Überfülle an Informationen - einige genau und einige nicht - macht es den Menschen schwer, vertrauenswürdige Quellen und zuverlässige Anleitungen zu finden, wenn sie sie brauchen", schreibt die WHO - und hat selbst eine passende Social-Media-Kampagne gestartet. Auf Facebook, Twitter und Instagram klärt die WHO auf, was stimmt und was nicht.

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Eine Lüge könne um die ganze Welt laufen, bevor die Wahrheit ihre Stiefel angezogen hat, schreibt der britische Bestseller-Autor Terry Pratchett in seinem Roman "The Truth". Und das scheint im Falle des Coronavirus nicht anders zu sein: Der WHO-Post über die Unwirksamkeit von Knoblauch wurde zwar über 2.000-mal geteilt - allerdings finden sich auf Anhieb ein halbes Dutzend Posts mit hundertfacher Reichweite auf Facebook, die behaupten, die Knolle sei ein Virus-Wundermittel.

Warum Fake News über Gesundheit so ansteckend sind

Markus Schäfer ist Kommunikationswissenschaftler an der Uni Mainz und beschäftigt sich mit Gesundheitsthemen. Eine seiner jüngsten Studien habe gezeigt, dass Menschen bei Gesundheitsthemen ihre Infos hauptsächlich aus ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis beziehen. Denn jeder habe Angst vor Krankheiten.

"Bei Gesundheitsthemen sind Menschen selbst betroffen, und da wird viel auf die Erfahrung anderer vertraut", beobachtet Schäfer. Gleichzeitig seien Gesundheitsthemen sehr komplex und die Kompetenz oft nicht ausreichend, um die Informationen einzuordnen. "Deshalb verbreiten sich Falschinformationen in diesem Bereich so gut", erklärt Schäfer.

Mythen über das Virus und warum sie nicht stimmen, lesen Sie hier:

Mythen über das Coronavirus

Einige der Mythen über das Virus seien geradezu gefährlich, sagt Schäfer: "Den Rauch von Feuerwerken einatmen, ist auf jeden Fall schädlich." Ob die WHO es schaffe, solche Gerüchte mit ihrer Strategie wieder einzufangen, sei fraglich. "Aber die einzige Chance, dagegen zu steuern, ist zu informieren", sagt Schäfer. Die WHO mache im Moment Vieles richtig, indem sie auf eine einfache, plakative Art versuche, mit den Menschen direkt in Kontakt zu treten.

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Auf Coronaviren gibt es längst Patente?

Zu den Fake News kommen noch ausgewachsene Verschwörungstheorien. Besonders beliebt ist die, dass es zum Coronavirus schon längst Patente gebe und die Krankheit gar nicht neu sei. Tatsächlich finden sich die Patente im Internet - jedoch wird dabei vergessen, dass einige Coronaviren natürlich schon länger bekannt sind.

Die Bezeichnung "Coronavirus" ist genau genommen auch unspezifisch - der aktuelle, neue Coronavirus heißt "2019nCoV" - und zu dem gibt noch kein Patent. Solche Behauptungen sind Auswüchse einer regelrechten Informationsflut zum Thema, bei der dann schnell ein paar Fakten vergessen oder übersehen werden.

Mehr zum Coronavirus-Hype, sehen Sie im Video:

Gesundheitsthemen würden meist große mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sagt Kommunikationswissenschaftler Schäfer. "Gesundheit ist einfach etwas Existenzielles, das jeden interessiert." Zudem würden Onlinemedien Klickzahlen live verfolgen - wenn sie sehen, dass das Thema Coronavirus häufig geklickt wird, böten sie noch mehr Inhalte, und so weiter. So entstehe das, was die WHO "Infodemie" nennt - eine Fülle an Informationen, einfach per Klick erreichbar, online und auf Social Media. "Das ist wie eine Spirale", sagt Schäfer.

"Wenn es um das Coronavirus geht, ist es am besten, nur seriösen Medien und Primärquellen zu vertrauen", empfiehlt er. Gezielt gegen die Desinformation vorzugehen, sei der einzige Weg, die "Infodemie" in den Griff zu kriegen - und die Ansteckungsgefahr von Fake News gering zu halten.

Eine Zusammenfassung, was wirklich gegen die Ansteckung mit dem Coronavirus hilft, lesen Sie hier:

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus können Sie hier verfolgen:

Ärzte und Krankenschwestern am 22.04.2020 in einem Krankenhaus in Barcelona
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Verschärfte Maßnahmen, Impfungen in vielen Ländern, milliardenschwere Wirtschaftshilfen - verfolgen Sie alle Entwicklungen zu Corona in Deutschland und weltweit hier im Blog.

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