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Falschmeldungen zu Corona - Ein Überblick

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Vorsicht Fake News! - Falschmeldungen zu Corona - Ein Überblick

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Hilft Wasser trinken gegen das Coronavirus? Stammt der Erreger aus einem Labor? Und was haben Fledermäuse damit zu tun? Im Netz kursieren jede Menge Fake News. Hier die Fakten.

Ein Arbeiter sprüht Desinfektionsmittel in Jakarta.
Ein Arbeiter sprüht Desinfektionsmittel in Jakarta. Symbolbild.
Quelle: Achmad Ibrahim/AP/dpa

In Kettennachrichten, Social-Media-Posts und Internet-Videos machen Fake News und Verschwörungstheorien zum Coronavirus die Runde. Heute.de hat die gängigsten Mythen gesammelt und mit Fakten unterlegt. Eine Übersicht.

Coronavirus-Mythen im Überblick

Mythos: Das neuartige Coronavirus ist nicht gefährlicher als eine gewöhnliche Grippe.

Fakt: Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Covid-19-Pandemie zahlreiche Eigenschaften, die sie deutlich gefährlicher als die gewöhnliche Grippe macht: eine höhere Ansteckungsrate, einen höheren Anteil schwerer Krankheitsverläufe und das Fehlen eines Impfstoffes. Experten schätzen, dass sich 60 bis 70 Prozent der Deutschen infizieren könnten, das Gesundheitssystem droht überlastet zu werden.

Mythos: Mediziner der Uni Wien haben herausgefunden, dass Ibuprofen die Vermehrung des Coronavirus beschleunigt.

Fakt: Die Medizinische Universität Wien hat die Meldung dementiert. Auf Facebook hieß es: "Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich hierbei um Fake News handelt".

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Trotzdem warnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Zusammenhang mit der Corona-Erkrankung zunächst vor Ibuprofen, nahm die Warnung später aber zurück. Die WHO-Experten hatten Studien und Ärzte konsultiert und seien zu dem Schluss gekommen, dass es über die bekannten Nebenwirkungen bei bestimmten Bevölkerungsgruppen hinaus keine Hinweise auf negative Ibuprofen-Konsequenzen bei Covid-19-Patienten gebe.

Mythos: Das Virus ist nicht hitzebeständig und stirbt bei einer Temperatur von 26 bis 27 Grad.

Fakt: Die WHO hat diese Behauptung widerlegt. Auch in warmen Regionen infizieren sich Menschen mit dem Virus. Die Temperatur spielt keine Rolle. Tipps, wie ins Warme zu fahren, Heißgetränke zu konsumieren oder ein heißes Bad, helfen laut WHO nicht gegen das Coronavirus.

Sinn von Unsinn auf sozialen Medien unterscheiden

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Mythos: Das Virus ist so groß, dass jede normale Maske Schutz vor Ansteckung bietet.

Fakt: Schutzmasken schützen nur bedingt vor dem Coronavirus - und das auch nur, wenn man gleichzeitig auf seine Handhygiene und andere Schutzmaßnahmen achtet, heißt es von der WHO. Das Robert-Koch-Institut schreibt dazu: Es gibt keine "hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert."

Mythos: Alle 15 Minuten Wasser zu trinken hilft, das Virus durch die Speiseröhre in den Magen zu befördern. Wo es durch die Magensäure abgetötet wird.

Fakt: Ausreichend trinken ist sicherlich niemals ein schlechter Hinweis und hält die Schleimhäute feucht. Wasser trinken schützt aber nicht davor, sich mit dem Coronavirus zu infizieren oder daran zu erkranken, erklärt die WHO. Ist das Virus erst einmal im Rachen angekommen, kann es zudem nicht so einfach durch Wasser in den Magen gespült werden.

Kettenbriefe und Sprachnachrichten mit Falschinformationen zum Coronavirus verbreiten sich im Internet. Heute+ erklärt, welche Rolle Messenger-Dienste dabei spielen und wie Sie Falschinformationen erkennen können.

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2 min
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Mythos: Das Virus wurde über den Verzehr von Fledermaus-Suppe übertragen.

Fakt: Für diese Aussage gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Das neuartige Virus soll chinesischen Forschern zufolge zwar zu 88 Prozent mit einem Virus verwandt sein, das bei Fledermäusen und Flughunden gefunden wurde. Dass das Coronavirus aber direkt von der Fledermaus auf den Menschen übertragen wurde - gar durch den Verzehr eines Tiers - ist nicht belegt. Die Forscher gehen viel mehr davon aus, dass ein anderes Tier, das auf dem Markt in Wuhan verkauft wurde, Zwischenwirt des Virus war. Und so auf den Menschen über gesprungen ist.

Mythos: Das Coronavirus wird durch 5G-Mobilfunknetze ausgelöst.

Fakt: Dass der Mobilfunkstandard 5G verschiedenste gesundheitliche Schäden verursachen soll, ist eine seit Jahren populäre Theorie. Obwohl es wenig belastbare Belege dafür gibt, hat sich online eine weltweite, heterogene Gemeinschaft von 5G-Gegnern gebildet. Jetzt soll 5G-Strahlung auch für Covid-19 verantwortlich sein. Auch diese Angst ist laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) unbegründet: "Die gesundheitlichen Auswirkungen des Mobilfunks sind inzwischen gut erforscht, so BfS-Präsidentin Inge Paulini gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. In Großbritannien hat die irrsinnige Annahme bereits dazu geführt, dass auf mehrere Mobilfunkmasten Brandanschläge verübt wurden.

Mythos: Deutsche stürmen Supermärkte in Folge der Corona-Pandemie. Das soll zumindest ein Video beweisen, dass bei TikTok über vier Millionen mal angeschaut wurde.

Fakt: Auch wenn die Angst vor dem Coronavirus bisweilen für leere Regale sorgt: Dieses Video ist aus dem Zusammenhang gerissen und zeigt keinen Supermarkt in Herthen. Die Aufnahme ist von 2011 und zeigt ein Geschäft in Kiel, wie ein entsprechendes Youtube-Video beweist.

Mythos: Das Coronavirus stammt nicht vom Markt in Wuhan, sondern wurde in einem dortigen Biolabor gezüchtet.

Fakt: In Wuhan befindet sich tatsächlich ein chinesisches Labor für Biosicherheit. Doch wie Infektionsspezialisten, darunter auch Christian Drosten, bereits im Februar klarstellten, ist an dieser Theorie nichts dran.

Zahlreiche Forscher haben das Genom des neuen Erregers untersucht und erklären übereinstimmend, dass sein Ursprung im Tierreich und damit wahrscheinlich auf einem der vielen chinesischen Wildtiermärkte liegt – und nicht in einem Labor.

Mythos: Hausmittel wie Knoblauch und Vitamin C schützen vor dem Coronavrius.

Fakt: Weder der Verzehr von Knoblauch noch die Einnahme von Vitamin C schützen vor einer Infektion mit dem Virus. Laut WHO gibt es keine Beweise dafür, dass Knoblauch vor Covid-19 schützt. Über Vitamin C wird in einem Facebook-Post sogar behauptet, dass es das Virus "höchst effektiv" abtöte. Auch das ist nicht korrekt, sagte ein WHO-Sprecher. Die Einnahme von sehr hohen Dosen von Vitamin C könne Nebenwirkungen haben, warnt die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie gegenüber ZDFheute.de. Sie "sollte nie ohne Rücksprache mit dem Arzt erfolgen".

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