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Die Alten nicht allein lassen

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Zusammenhalt in Corona-Zeiten - Die Alten nicht allein lassen

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Wegen des bedrohlichen Coronavirus sollen sich alte Menschen isolieren. Wie können Sie Ihre Eltern und Großeltern durch diese schwierige Zeit begleiten? Wir haben fünf Tipps.

Standbild:"Einsamkeit: woher sie kommt..."
Millionen Großeltern sind von der Corona-Einsamkeit betroffen, ihre Enkel sollen sie nicht mehr besuchen.
Quelle: colourbox.de

Es sagt sich so leicht, dass sich ältere Menschen zum eigenen Schutz vor dem Coronavirus isolieren sollten. Abstand halten zu den eigenen Kindern und vor allem zu den Enkeln - das ist hart und drückt vielen aufs Gemüt. Zum Glück gibt’s auch in Zeiten von angebrachtem "Social Distancing" einige Mittel und Wege, um miteinander in Kontakt zu bleiben. Wir haben fünf Tipps, wie Sie trotz Corona-Quarantäne einen guten Draht zu Ihren Lieben aufrechterhalten können.

Zuneigung zeigen

Jeder Mensch reagiert etwas anders auf eine Krisensituation und jeder hat ganz eigene Bedürfnisse: materiell wie emotional. Wenn wir nun also zum Telefon greifen, die vom Coronavirus bedrohten Eltern und Großeltern anrufen, dann geht es vor allem darum, zu erfragen und zu erspüren, was der Angehörige gerade besonders braucht. Dem knorrigen Großvater ("Wir haben schon ganz andere Dinge überstanden") ist vielleicht erstmal mit frischen Lebensmitteln und Getränkenachschub geholfen, während die Mutter vor allem jemanden braucht, der ihr zuhört, die Sorgen mit ihr teilt und etwas Zuversicht ausstrahlt. "Es geht ganz einfach darum, Zuneigung und Herz zu zeigen und den gesunden Menschenverstand einzuschalten", sagt die Psychotherapeutin Shital Lena Balser aus Berlin.

Ein tägliches Gespräch gibt den älteren Menschen jetzt auch das Gefühl: Ich bin nicht allein gelassen, nicht vergessen
Shital Lena Balser, Psychotherapeutin

Skypen mit den Großeltern

"Jetzt kann ich meine kleinen Schatzis gar nicht mehr sehen": So oder so ähnlich klagen jetzt viele Großeltern über die amtlich empfohlene Enkel-Kontaktsperre. Immerhin gilt das nicht für technikaffine Großeltern, die Whatsapp auf dem Smartphone oder Skype auf dem Rechner haben. Klar: Ein virtuelles Familientreffen ist nicht das gleiche wie ein echtes, bei dem sich die Generationen in den Arm nehmen und herzen können. Aber eine gewisse Nähe stellt es doch her.

Während Alleinlebende und Ältere zu vereinsamen drohen, sitzen Familien und Paare jetzt oft 24 Stunden aufeinander: Was macht die Corona-Krise mit unseren Beziehungen?

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Und warum nicht den Laptop beim Essen auf den Tisch stellen und gemeinsam mit den "Großeltern" plaudern und schmausen? Um berufstätige Eltern zu entlasten, können fitte Großeltern Schulkinder per Skype auch bei den Hausaufgaben unterstützen.

Bei Konflikten behutsam miteinander umgehen

Das Coronavirus verlangt derzeit allen einiges ab. Wer allein zu Hause hocken muss, dem fällt manchmal die Decke auf den Kopf. Nachvollziehbar ist es deshalb, wenn ältere Menschen rauswollen und gegen frische Luft spricht natürlich nichts. Wenn aber der Großvater die Gefahren des Coronavirus herunterspielt und tönt, er sei "zäh" und mache deshalb, was er wolle, dann ist es Zeit für ein ebenso behutsames wie beherztes Gespräch.

Dabei kommt es allerdings darauf an, nicht allzu belehrend daherzukommen. Besser sei es, die eigenen Sorgen um den Verwandten und dessen Umfeld zum Ausdruck zu bringen, sagt Psychotherapeutin Shital Balser.

Ein Treffen unter freiem Himmel

An der frischen Luft ist die Gefahr, sich mit dem Coronavirus anzustecken, am geringsten. Vorausgesetzt natürlich, man hockt bei herrlichstem Frühlingswetter nicht dicht an dicht gedrängt im Stadtpark, am Strand oder im Biergarten nebeneinander. Wenn Ihre Eltern aber nicht weit entfernt von Ihnen wohnen, dann verabreden Sie sich doch zu einem gemeinsamen Spaziergang im nächsten Park oder im Wald.

Die Kinder notdürftig betreuen, nebenbei arbeiten und noch die Großeltern versorgen, das sind die Folgen von geschlossenen Kitas und Schulen. Viele Eltern stellt dies vor besondere Herausforderungen, auf vielen Familien lastet Unsicherheit.

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Gemeinsam draußen zu sein, das tut dem Körper und der Seele gut und wenn Sie bereits Schulkinder haben, die sich nicht sofort an Omi und Opi hängen, dann können Sie auch denen etwas Auszeit vom Online-Zocken und Whatsapp-Chatten verschaffen.

Ein Bild, ein Brief für die (Groß)-Eltern

Wer derzeit mit kleinen Kindern tagtäglich viele Stunden in den eigenen vier Wänden verbringt, kennt das Genörgel, das früher oder später aufkommt: "Mir ist laaangweilig!" Denn irgendwann ist jedes Spiel gespielt und/oder der Akku der Ablenkungstechnik leer. Setzen Sie sich dann doch mal gemeinsam mit den Kindern an einen Tisch: Während Sie Ihren Eltern einen kleinen Brief (ja, einen altmodischen Brief!) mit ein paar persönlichen Eindrücken vom Tag schreiben, malen die Kleinen ihren Großeltern ein Bild.

Das Ganze wird dann gemeinsam verpackt und zur Post gebracht. Die Post liefert ja bekanntlich noch aus. Das mag vielleicht banal erscheinen, wer aber weiß, wie sehr sich viele Großeltern über Bilder der Enkel freuen und welch‘ freudige Überraschung ein paar handgeschriebene Zeilen im digitalen Zeitalter gerade bei älteren Menschen auslöst, der wird beschwingt zu Stiften und Papier greifen.

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Ärzte und Krankenschwestern am 22.04.2020 in einem Krankenhaus in Barcelona

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