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Corona-Chaos: Wirte protestieren

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Alarmstimmung in Frankreich - Corona-Chaos: Wirte protestieren

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Die Corona-Zahlen sind auf Rekord-Niveau, Paris reagiert panisch. Unterdessen protestieren Wirte und Hotelbesitzer in Marseille gegen die Schließung von Bars und Restaurants.

Kurz nach der Verschärfung der Corona-Maßnahmen registriert Frankreich Infektionszahlen auf Rekordniveau: Binnen 24 Stunden steckten sich 16.096 Personen mit dem Virus an.

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In Frankreich regt sich Widerstand gegen die angekündigte Verschärfung der Corona-Maßnahmen: In der Hafenstadt Marseille protestierten hunderte Gastronomen gegen die angekündigte Schließung aller Bars und Restaurants ab Samstag. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie rufen damit die Gegner der Maßnahmen zu einer größeren Protestaktion auf.

Protestaktionen gegen Corona-Maßnahmen in Frankreich

Der regionale Arbeitgeberverband warnte in einer Erklärung vor einem "wirtschaftlichen Lockdown", denn auch Fitnessstudios und andere Einrichtungen sind betroffen.

"Rettet unsere Arbeitsplätze, rettet unsere Unternehmen", war auf einem Banner vor dem Handelsgericht zu lesen. "Der Kelch ist voll", sagte ein Restaurantbesitzer aus dem benachbarten Aix-en-Provence, der ebenfalls zumachen muss. "Wir waren gerade dabei, wieder auf die Beine zu kommen."

Auch Hotelbesitzer und andere Wirtschaftsvertreter wollen sich der Kundgebung anschließen. Sie fürchten massive Einbußen, wie zuletzt unter der Ausgangssperre im Frühjahr.

Rekordwerte bei Neuinfektionen in Frankreich

Ein Tag nach der Verschärfung der Corona-Maßnahmen in Frankreich ist dort ein neuer Rekord bei den Infektionsfällen verzeichnet worden: Binnen 24 Stunden wurden weitere 16.096 Menschen positiv getestet, wie die zentrale Gesundheitsbehörde mitteilte. Die Zahl der Corona-Toten stieg binnen eines Tages um 52.

Der starke Anstieg der Neuinfektionen sorgt bei der Regierung für wachsende Alarmstimmung.

Scharfe Kritik von Pariser Bürgermeisterin

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo teilte mit, sie habe gegen die neuen Auflagen formellen Einspruch eingelegt. Sie kritisierte insbesondere, dass Fitnessstudios und Sporthallen geschlossen bleiben müssen.

Sport trage dazu dazu bei, dass die Menschen ein "starkes Immunsystem" hätten, merkte sie im Fernsehsender France 3 an.

Beschwichtigungsversuche durch Regierungschef Castex

Regierungschef Jean Castex versuchte, die Wogen zu glätte. Er appellierte an die gemeinsame "Verantwortung" der Franzosen. "Eine Epidemie lässt nicht mit sich spielen", warnte Castex im Sender France 2. Auf keinen Fall wolle er zu den rigorosen Ausgangsbeschränkungen zurückkehren müssen, wie sie zwischen März und Mai gegolten hatten.

Castex kündigte auch neue Unterstützungsmaßnahmen für betroffene Betriebe an. So solle es Entlastungen bei deren Sozialabgaben geben. Die Kurzarbeitregelungen sollen nach Angaben des Premierministers bis zum Ende der Corona-Maßnahmen verlängert werden.

Krankenhäuser in Paris wieder unter Druck

Ziel der Regierung sei es vor allem, eine Überlastung der Krankenhäuser zu vermeiden, sagte Castex.

Tatsächlich ist der Druck auf die Intensivstationen infolge der seit Wochen steigenden Corona-Infektionszahlen inzwischen so groß, dass die Pariser Krankenhäuser erneut nicht zwingend notwendige Operationen absagen müssen.

Regierungschef nutzt Corona-App der Regierung nicht

Castex räumte ein, dass er die Corona-App seiner eigenen Regierung bislang nicht heruntergeladen hat. "Ja, ich dränge die Franzosen dazu, sie zu benutzen, aber ich selber tue es nicht", sagte er.

Der Premierminister begründete dies damit, dass er seit seinem Amtsantritt im Juli nur noch wenigen direkten Kontakt mit anderen Menschen habe und zum Beispiel die Metro nicht mehr benutze.

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